Der Bodensatz: Die totale Stigmatisierung läuft!

Eine Gechichte über gute Absichten, harte Arbeit und totale Ignoranz!

Als ich Ende 2015 mit dem Project „Der Bodensatz – Biker & Friends heflen Obdachlosen“ an den Start ging, habe ich durchaus mit Gegenwind gerechnet. Das es am Ende so heftig wird, lag jedoch außerhab meiner Vorstellungskraft.

Vom Start weg suchten wir die Transparenz, denn uns war klar, dass man gewisse Aspekte in die Gruppe von außen hinein interpretieren würde. Rocker, 1%er, Verbote, all diese Schlagwörter fließen auch in das Thema Biker-Benefiz hinein.

Umso glücklicher waren wir über die direkte und persönliche Kooperation mit Jonas, einem Streetworker der Inneren Mission, der über 20 Jahre lang in der Bremer Obdachlosen-Szene aktiv ist, und uns ein wichtiger Ratgeber war. Wenn wir etwas Neues an den Start brachten, wurde er stets vorher kontaktet und um seine Meinung gebeten. Dadurch erkannten wir viele Denkfehler bereits im Vorfeld.

Bodensatz leistet reine Akuthilfe ohne jegliche ideologischen Absichten!

Bodensatz leistet reine Akuthilfe ohne jegliche ideologischen Absichten!

Irgendwann erschien Peter aus Oldenburg zu einer der Bremer Aktionen, die stets völlig reinbungslos über die Bühne liefen. Poltische Ideologien, Clubabzeichen, all das spielte keine Rolle. Wenn wir bemerkten, dass jemand das Projekt für sich vereinnahmen will, wurde konsequent dagegen gesteuert. Die Facebook-Seite blieb so auch relativ frei von Wechselwirkungen mit der Flüchtlingsproblematik. Darauf haben wir nämlich überhaupt keinen Bock. Bodensatz ist in seinen Aktionen unpolitisch!

Peters Hardwork!

Peter brachte nach einer Weile hoch motiviert den Standort Oldenburg ins Gespräch und zog die ersten Connections. Er hängte sich voll rein. Die 33er (City Crew) mit ihrem Standort in unmittelbarer Bahnhofsnähe erwiesen sich logistisch als Glücksfall, zumal diese sich voll und ganz unserem Credo anpassten. Uns war es auch völlig latte, ob da Hooligans dabei sind, die evtl. rechtsgedrehte Joghurt-Kulturen bevorzugen. Solange das außerhalb unserer Aktionen läuft und wir das Gefühl haben, dass hier Obdachlose nicht für ideologische Zwecke gegen Asylanten in Stellung gebracht werden, können sie mitmachen. Die Aktuhilfe steht im Fokus.

Peter ist mittlerweile das Sprachrohr von Bodensatz.

Peter ist mittlerweile das Sprachrohr von Bodensatz.

Tja, und dann gab es ein Gespräch in der Bahnhofsmission, die wir gerne als Verteiler für unsere Aktionen nutzen wollten. Der Cheffo der Inneren Mission war am Start, Leitung und Vize der Bahnhofsmission sowie ein Streetworker. Um dieses Gespräch hatten wir explizit gebeten. Schnell wurde klar, wo der Hase im Pfeffer liegt.

Man hatte unendlich großen Bammel davor, dass wir der neonazistischen Szene angehören. Nachvollziehbar, aber unbegründet. Ja, es gab den Hinweis durch die Innere Mission, dass in einer Rede eines NSDAP-Vertreters der Name Bodensatz fiel, aber meine Motivation war eine völlig andere. Ich dachte an den Bodensatz im Kaffee, also das, was im übertragenen Sinne in unserer Gesellschaft an sich keinen Stellenwert mehr hat. Warum soll ich dann den Namen der Gruppe ändern?

Am Ende des Gespräches war man bereit wenigstens in der Bahnhofsmission die Flyer auslegen zu dürfen. Für uns ein Punktsieg. Sämtliche Gesprächsteilnehmer wurden zu der ersten Aktion bei den 33ern eingeladen, um sich selber ein persönliches Bild zu machen. Erscheinen sind lediglich zwei, die Innere Mission war jedoch nicht dabei.

Die erste Aktion bei den 33ern wurde bombig angenommen.

Die erste Aktion von Bodensatz bei den 33ern wurde bombig angenommen.

Einer von den beiden war der Streetworker, der es nach der Veranstaltung sehr bedauerte, dass er mit uns Vorfeld hart ins Gericht gegangen war. Wenigstens hatte er den Arsch in der Hose Peter ins Gesicht zu sagen, was er dachte, gab sogar zu, dass es von ihm bewusst provokant angelegt war, um uns zu testen.  Er war von dem Ergebnis und dem Engagement letztlich absolut überzeugt.

Ich fühlte mich dadurch in meinem Grundsatz „Substanz gewinnt!“ bestätigt. Es keimte die Hoffnung auf, dass es nun zu einer gewissen Annäherung kommen könnte, denn Bodensatz sieht sich als Ergänzungsangebot zu den etablierten Institutionen. Wir wollen von der Erfahrung anderer lernen, keine Konkurrenz sein. Insofern suchten wir immer die Kooperation. Doch da haben wir die Rechnung ohne die Innere Mission gemacht.

In den Wintermonaten wurden an jedem Sonntag in Oldenburg eine Kältehilfe installiert!

In den Wintermonaten wurden an jedem Sonntag in Oldenburg eine Kältehilfe installiert!

Die Lawine rollt!

Menschen sind redselig. Irgendwann bekamen wir daher mit, dass die Innere Mission Oldenburg mit der Inneren Mission Bremen telefonierte, um auf die Gefahr von rechts hinzuweisen. Streetworker Jonas, der einzige in Bremen, der mit uns einen persönlichen Kontakt zuließ und pflegte, konnte aufgrund seiner persönlichen Erfahrungen in den Aktionen voll dagegen halten. Zunachst herrschte also mal Ruhe im Karton!

Vor der ersten Aktion in Oldenburg fühlte sich jedoch die dortige Anitifa dazu berufen Bodensatz zu verunglimpfen. In ihrem Blog stellten sie zwar selber fest, dass wir all das nicht machen, wofür die neonazsisitsche Szene bekannt ist, aber irgendwie könnte ja doch was dran sein. Gesteuert von der totalen Verblendung können sie es eben nicht lassen.

Bezeichnend, im Projekt Bodensatz selber fanden sie null Ansätze zur Untermauerung ihrer Hypothesen, also tobten sie sich an mir aus. Natürlich folgten auch sie der Einladung zu der bevorstehenden Aktion nicht, ein persönliches Gespräch wurde ebenso abgelehnt. Erwartungsgemäß!

Peter, Urgestein der Bremer Szene, ist nun einer unserer Kontakter und vermittelt zur Szene!

Peter, Urgestein der Bremer Szene, ist nun einer unserer Kontakter und vermittelt zur Szene!

Die Folgen!

Mittlerweile dürfen wir in der Bahnhofsmission Oldenburg keine Flyer mehr auslegen. In Bremen wurden unsere Leute sofort heraus komplimentiert, als sie darum ersuchen wollten, dort Bodensatz-Flyer verteilen zu können. Das spricht eindeutig dafür, dass die Innere Mission vermutlich über ihren Verteiler schon mal präventiv agiert hat. Streetworker Jonas wurde mittlerweile die Kooperation mit uns untersagt, wodurch wir unsere Schnittstelle zu den Obdachlosen verloren, und auf die Frage eines Obdachlosen an einen Mann der Inneren Mission Oldenburg, warum diese mit Bodensatz nichts zu tun haben will, erhielt er die Antwort.„Das geht Euch nichts an!“, so der Obdachlose. Wen dem so war, spricht das für sich.

Ob Deutsch, Migrant oder was weiß ich, spielt keine Rolle!

Ob Deutsch, Migrant oder was weiß ich, spielt keine Rolle!

Persönliche Meinung zur Inneren Mission!

Ich muss mich ultra zusammen nehmen, um nun nicht komplett im Gossenjargon rauszuhauen, was ich über sowas denke. Auf keiner einzigen Ebene gibt es substanztielle Aspekte, die eine deratige Ausgrenzung bzw. Stigmatisierung von Bodensatz rechtfertigen würden. Die Obdachlosen haben uns angenommen, wir werden sogar von ihnen selber anderen Obdachloseninitiativen empfohlen. Obdachlose arbeiten aktuell aktiv mit, sie sind nun unsere Schnittstelle. Und nun glaubt man nicht, sie hätten keine Vorbehalte gehabt. Nur lagen diese eher im Bereich Rockertum, nicht auf dem Aspekt Nazis. Diese Vorbehalte haben wir durch Substanz in den Aktionen. Gespräche und persönliche Nähe abgebaut. Und, wir sind verlässlich!

Und die selbst ernannten Godfahter des Gutmenschentums?

Schauen wir konkret hin.

Die Innere Mission orientiert sich nach eigenem Bekunden:

  • am christlichen Glauben
  • an praktizierter Nächstenliebe
  • daran, dass die Menschen im Mittelpunkt unseres Handelns stehen
  • daran, dass wir in gesellschaftlichen Zusammenhängen leben, die wir verantwortlich mitgestalten.

Sie verpflichtet sich zu:

  • zu gegenseitigem Respekt und gegenseitiger Toleranz
  • zu gegenseitiger Unterstützung
  • zur Anerkennung von Kreativität
  • zur kritischen Auseinandersetzung und dazu,
  • den Willen zur Veränderung zu fördern
  • zur offenen Kommunikation und Vernetzung nach innen und außen
  • unser Handeln zu reflektieren (Auszüge Homepage Innere Mission Bremen)

Impressionen!

Ihr redet von Respekt? Das ich nicht lache!
Ihr verpflichtet euch zu einer kritischen Auseinandersetzung? Wohl nur auf dem Papier bzw. einseitig geführt!
Offene Kommunikation und Vernetzung nach innen und außen? Gilt nicht für Bodensatz!

Ok, dann reden wir doch mal über die Kinderficker in den Reihen der Kirche, darüber, wie man das Thema mit aller Macht todschweigt, um jeglichen gesellschaftlichen Diskurs zu vermeiden. Reden wir doch mal über die Innere Mission während der Nazi-Herrschaft und das Thema Euthanasie. Wer selber Dreck am Stecken hat, sollte sich da doch etwas differenzierter verhalten. Im Gengensatz zur Inneren Mission stellen wir diese nicht unter Generalverdacht und unterstellen dieser etwas, was durch nichts zu belegen ist.

Impressionen!

Die Innere Mission hat sich in keinster Weise darum bemüht, ihr eigenes Handeln zu reflektieren. Stattdessen tritt sie mit Anlauf den Obdachlosen in den Arsch, denn sie trifft es letztlich. Mögliche Synergie-Effekte zum Vorteil der Zielgruppe werden völlig außer acht gelassen. Man agiert reinweg auf der Basis von Vermutungen. Zu einer echten inhaltlichen Auseinandersetzung war die Innere Mission Bremen und Oldenburg nie bereit. Stattdessen wird das Damoklesschwert über Menschen gerichtet, die, wie zum Beispiel Peter, für dieses Land zig Mal im Ausland gekämpft haben.

Was glaubt ihr eigentlich, wer ihr seid!?

Schlussfolgerung!

Bodensatz ist da und geht unbeiirt seinen Weg weiter. Unser Credo heißt „Machen, nicht labern!“ Für die aktiven Mitglieder von Bodensatz tut es mir leid, dass ihr euch so einen Dreck reinziehen müsst. Wir sind lange genug am Start, ihr kennt uns persönlich. Urteilt daher selber. Die Innere Mission sei gewarnt, denn wenn nur einer von uns durch sie einen Schaden erleidet, schauen wir uns mal an, wie ein Gericht dieses beurteilt.

Aufruf!

Bodensatz braucht dringend Unterstützung, vor allem Leute, die vor Ort bei den Aktionen sowie deren Vorbereitung mit anpacken. Sonst bluten wir aus. Bei Interesse checkt unsere Facebook-Seite und wer die Regeln akzeptiert ist uns willkommen. Kontakt: www.facebook.com/groups/Bodensatz/?fref=ts

Autor: Lars Petersen

Über 30 Jahre Erfahrung als Vertriebsmann. Davon 9 Jahre Anzeigenleiter bei der Borgmeier Media Gruppe GmbH in Delmenhorst. Ü50, Vater, Musiker ( Singer ) und MC-Mitlglied. Karre. 99er Harley Davidson Road King KM pro Jahr? Das reicht schon! Mein Credo? Geht nicht, gibt es nicht!! Machen, nicht labern! Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass er seine Tätigkeit mit der höchst möglichen Neutralität und Objektivität ausführt und die Inhalte im Online-Magazin nur von ihm entschieden wird. Besonderes: Veranstalter von Bikes, Music & More Vol.1 bis 5. - Das Biker-Festival in Delmenhorst sowie der Biker Meile im Rahmen des Delmenhorster Autofrühlings.