Der Rocker-Talk: Erste Bilanz!

Nach etlichen Vorgesprächen, Rückschlägen und vielen hitzigen und stressigen Telefonaten haben wir am vergangenen Wochenende die Premiere des ersten „Rocker-Talks – live“ über die Bühne gebracht. Schon die Auswahl der Talk-Gäste kam einem Marathon gleich. Dabei sein wollten viele, sich aber am Mikro vor laufender Kamera ein Stelldichein mit anderen Rockern zu geben, das war den meisten dann doch too much.

„Erst einmal schauen, dann sehen wir weiter“ war der wohl am häufigsten genannte Satz. Ok, damit haben wir gerechnet, trotzdem ist dies ein permanenter Frontalangriff auf die Motivation. Umso besser, dass der Schwede und ich uns immer wieder gegenseitig die Bälle zuwarfen. Damit war eines klar; egal wie es auch kommt, die Nummer wird durchgezogen. Ok, zu den Fakten!

Gegen 14.30 Uhr waren die meisten der angemeldeten Zuschauer bereits eingetroffen. Leider gab es zu hohe Ausfälle!

Gegen 14.30 Uhr waren die meisten der angemeldeten Zuschauer bereits eingetroffen. Leider gab es so hohe Ausfälle, dass mir beinahe die Halsschlagader platze! Wo ward ihr?

Die von uns vorgegeben 50 Zuschauer die sich über das Rockerportal für den Talk anmelden mussten, waren schnell erreicht. Wir hatten bewusst ein aufwändiges Anmeldeverfahren gewählt. Ich dachte mir, wer sich den Blues gibt, der will auch dabei sein. Umso schockierter war ich, als mir der Schwede mitteilte, dass 40 % der angemeldeten Szene-Gänger nicht erschienen sind. Die können nicht alle urplötzlich aus beruflichen, gesundheitlichen oder wichtigen privaten Gründen verhindert gewesen sein. Es gab auch keine Absagen. Erschreckend, denn es kamen Rocker auf Verdacht, die wir nicht hereinlassen konnten, weil sie keine Einladung erhielten. Das nehme ich persönlich!

So sieht das nackt aus. Auf Talk-Motive verzichte ich. Ihr seht uns im Schnitt schon zur Genüge!

Wir hatten bereits am Freitag alles klar!

Umso mehr gebührt unseren Talkgästen Respekt, die sich auf ein Format einließen, dass ihnen mit Ausnahme von Django komplett fremd war. Sie wußten nicht en Detail, auf was sie sich einließen. Django ist Medienerfahren, er kennt sich bestens aus, aber Klaus 1%er, Hobbit sowie Homes lehnen in der Regel die Kooperation mit der Presse ab. Ok, wir sind ein Szene-Medium, aber eben auch Presse. Von daher bin auch mächtig stolz darauf, dass ich die Kollegen überzeugen konnte, bzw. im Falle von Homes sogar die Empfehlung von Klaus 1%er direkt kam. Irgendwas müssen wir von daher richtig gemacht haben!

Das J.U.G-Team und V-Technik Bremen in Aktion! Great Job!

Das J.U.G-Team und V-Technik Bremen in Aktion! War alles gar nicht so easy oder? Great Job!

Zum Geschehen selber!

Um 14.30 Uhr war der Meeting-Point bereits gut gefüllt. Alle haben sich an die Absprachen gehalten. Ohne Ausnahme! Bedingt dadurch, dass wir für die Clubs der beteiligten Talk-Gäste zwei Member gesetzt hatten, konnten wir die 40 % Ausfall-Quote wenigstens teilweise schon hier ausgleichen. Da ich von einigen Leuten aus der Region wusste, dass sie keine Einladung mehr erhalten hatten, wurde halt eben schnell telefoniert, so dass unter dem Strich der Point aus allen Nähten platze.

Dertresen lief gut. Wenigstens kein Minus gemacht!

Der Tresen lief gut. Da wir die Unterkünfte der Talkgäste übernahmen, wenigstens dadurch kein Minus!

Pünktlich um 15.00 Uhr gingen wir an den Start. Mir hing ganz schön der Ködel in der Hose. Ich bin zwar kommunikativ, aber sowas habe ich mir noch nie gegeben. Diese Nervosität hielt sich bis zur Pause. Die ersten drei Themenblöcke waren: 1. Vorstellung der Talkgäste 2. Alte Werte 3. Junge Wilde!

Der Talk läuft. Die Fragerunde lief nach schwachem Start echt immer besser!

Der Talk läuft. Die Fragerunde lief nach schwachem Start echt immer besser!

Ich hatte mir im Vorfeld vorgenommen, dass ich den Talk einfach so laufen lasse, wie er sich entwickelt. Von daher bin ich auf abschweifende Inhalte nicht direkt eingegangen, denn im Vordergrund steht für mich der Umstand, dass überhaupt erst einmal miteinander geredet wird. Da kann man nicht dem unerfahrenen Talkgast permanent in die Parade fahren und ihn verbal zerhaken. Das machen die großen TV-Anstalten, wir nicht!  Die Männer müssen sich auch erst einmal eingrooven. Zuhause am PC sich den Frust von der Seele zu schreiben ist das eine, sich aber dort in die erste Reihe zu setzen, ist eine enorme Verantwortung und fordert Überwindung.

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Trotzdem habe ich mich um kritisches Hinterfragen bemüht. Homes, Klaus 1%er und Hobbit hielten sich anfänglich zurück. Das änderte sich, insbesondere Homes vom Crazy Devils MC Bavaria konnte mit seinem urwüchsigen bayerischen Charme punkten. Klaus 1%er, Präsident des Sons of Silence MC München, und Hobbit, Member des Last Liberty MC Konstanz, blieben da eher sachlich, wurden aber im weiteren Verlauf immer lockerer. Es gab in vielen Punkten totale Übereinstimmung. Hört hört!

Shovel-Jürgen und Snezana rockten den Tresen!

Shovel-Jürgen und Snezana rockten den Tresen!

Das Django als Medien-Profi einen umfangreicheren Redeanteil hatte, liegt natürlich daran, dass er über viele Fakten verfügt, die den meisten Szene-Gängern nicht bekannt sind. Insbesondere das staatliche Agieren ist eine seiner Kernkompetenzen. In dem Zusammenhang kam dann auch erneut das Thema einer eigenen Biker-Partei auf. Unter dem Strich für die meisten Anwesenden eher unvorstellbar. Wie es der Zufall wollte, war ein Vorstandsmitglied der erst kürzlich eingestampften Biker-Partei persönlich vor Ort. Er suchte nach Antworten, ich gab ihm ein klares Statement, warum die Aktion nach drei Jahren m. E. in die Hose ging. Es war ohnehin erstaunlich, das ich als Moderator von vielen Besuchern in der Fragerunde direkt angesprochen wurde. Wer fragt, bekommt dann natürlich eine Antwort. Was die weiteren Inhalte anbelangt, picke ich nur Beispiele heraus, der Rocker-Talk geht ja in Kürze online, kommenden Samstag machen wir den Schnitt.

Überall wurde intensiv mit einander gesprochen!

Überall wurde intensiv miteinander gesprochen! Ich mag mich täuschen, aber es roch nach mehr!

Nach dem Themenblog 3 ging es in die Pause. Und was ich dort sah und hörte, gefiel mir außerordenttlich. Es wurde heftig diskutiert, die Besucher steckten die Köpfe zusammen. Persönlich verspürte ich eine Art von Aufbruchstimmung. Ich kann das nicht näher beschreiben, aber da lag Hoffnung in der Luft. Kein Gezanke um all das was bei uns in der Szene nicht funktioniert, sondern echte inhaltliche Gespräche über einen Weg in die Zukunft.

Intuitiv entschied ich die Pause zu verlängern. Da einen Cut zu setzen, wäre fatal gewesen. Nach 30 Minuten ging es dann aber weiter. Mein Ködel hatte sich mittlerweile verabschiedet und ich war gespannt auf den weiteren Verlauf. Hier wurden folgende Inhalte erörtert: 4. Szene und Politik 5. Die Fragerunde 6. Abschluss-Talk.

Wie ging es weiter?

Rocker und Politik ist ja so eine Sache. Fakt ist, die Szene musste sich notgedrungen aufgrund der Entwicklungen stärker politisieren. Es ist unabdingbar, sich über die staatlichen Maßnahmen Gedanken zu machen. Hier fielen Begriffe wie Entmystifizierung, Strategiepapier, und dergleichen. Django konnte an dieser Stelle natürlich fett Punkte machen. Ich muss zugeben, er hat sich ein profundes Wissen aufgebaut. Hier und da ließ ich aber nicht locker und fragte immer wieder kritisch nach.

Nach dem Talk kam es zu intensiven Gesprächen.

Nach dem Talk kam es zu intensiven Gesprächen.

Auf die Fragerunde war ich nachfolgend echt gespannt. Nun würde sich zeigen, ob die Clubs über ihren Schatten springen können. Anfängliches Ergebnis? Null! Von daher musste ich massiv nachhaken, und mit der ersten Meldung kam Bewegung in die Sache. Irgendwann kam aus dem Publikum das Thema Migranten-Clubs auf. Es wurde sogar der Name einer konkreten Truppe genannt, was ich als echt mutig empfinde. Es mag sein, dass dies dem Präsidenten nicht gefiel, aber es ist ein Schritt aus der Anonymität heraus.

Nach dem Open Office waren wir spontan mit ca. 20 Leuten noch im Kochwerk.

Nach dem Open Office waren wir spontan mit ca. 20 Leuten noch im Kochwerk.

Beim Thema Patchover, jeder im Raum wusste was gemeint ist, wurde Django konkret und teilte mit, dass es in Deutschland nie wieder ein Patchover wie in Berlin geben würde. Ob diese Aussage Substanz hat, muss die Zukunft zeigen, aber sie wurde öffentlich getätigt. Ich bin da skeptisch, aber in jedem Fall ist es ein offizielles Statement vom Pressesprecher des HAMC Germany, der auch unumwunden zugab, in einer vergleichbaren Situation nie wieder so zu entscheiden, wie er es seinerzeit tat. Dat mal ein Pfund!

Hobbit und ich waren ziemlich durchgerockt!

Hobbit und ich waren ziemlich durchgerockt!

Fazit!

Wir haben mit dem Rocker-Talk einen repräsentativen Querschnitt der Szene angesprochen. Das war kein Gruppenkuscheln von Onepercentern, nein, das war ein Kessel Buntes. Sogar Zivilisten mit Affinität zur Club-Szene waren anwesend. Ich kann es nicht mehr hören, warum der oder andere Club nicht da war. Woher wisst ihr eigentich, dass wir sie nicht auch angesprochen haben? Mensch, bleibt mal alle auf dem Teppich. Arbeitet mit, macht die Nummer publik, dann werden die Clubs sich von ganz alleine mit dem Thema befassen.

Der Schwede war ziemlich entspannt, holte mich wieder runter!

Der Schwede wirkte ziemlich entspannt und zog die Klamotte voll durch!

Im Vorfeld wurde gefordert, dass ich Tacheles reden solle. Was habt ihr euch denn so vorgestellt.? Das ich mir mit Django eine Verbalschlacht liefere, oder mich zum Szenerichter aufspiele? Leute, ich bin der Herausgeber eines Online-Magazins, agiere individuell und bestmöglich neutral, und vertrete dort nur meine ganz persönliche Meinung. Mein Club hat damit nichts zu tun, auch in den eigenen Reihen muss ich kämpfen. Lassen wir die Nummer doch langsam und stetig entwickeln. Ich will hier keine Club-Politik, die gehört in die Clubhäuser. Und wenn es Dinge zu klären gibt, dann entscheiden Präsidenten, und nicht Obelix 1%er. Basta!

Jedem steht es offen sich für die Belange der Szene stark zu machen. Dann gebt mal Gas, ich unterstütze das, sitze garantiert mit unter euren Gästen. Vielleicht sind derartige Forderungen aber auch nur der Ausdruck des unsagbar großen Wunsches nach positiver Veränderung. Ok, dann tragt die Nummer weiter und sorgt dafür, dass wir nie wieder eine Ausfall-Quote von 40% erleben müssen. Denn ehrlich gesagt, ich habe mich für die Szene deswegen geschämt! Ich und der Schwede nehmen es in Kauf persönlich an den Pranger gestellt zu werden, wir haben uns von daher ein Minimum an Respekt sicherlich verdient, egal ob der ein oder andere vom Talk etwas anderes erwartet hat. Die Rennleitung war komplett nicht anwesend. Überraschend! Das wird wohl weniger daran gelegen haben, dass es sich um eine geschlossene Veranstaltung im privaten Bereich gehandelt hat. Nicht das hier jemand noch auf die Idee kommt, das Kuttenverbot wäre nicht eingehalten worden! Es wurde eingehalten! Doch in meinem Haus mache ich die Regeln!

Nicht zu vergessen!

Wir danken unseren Talk-Gästen:

Homes vom Crazy Devils MC Bavaria,

Hobbit vom Last Liberty MC Germany

Django 1%er vom Hells Angels MC Germany

Klaus 1%er vom Sons of Silence MC Germany

Ich hoffe, wir konnten uns als guter Gastgeber erweisen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich unsere Wege noch in diesem Jahr kreuzen werden!

Persönlich bedanke mich beim Rockerportal und dem gesamten Team für die tolle Kooperation. Wir gehen den Weg weiter zusammen. Ich glaube, der Schwede und ich sind uns so nahe gekommen, dass ich den alten Zausel mittlerweile echt mag. Er hat sich am Sonntag auch noch mal so eben den gesamten Rock ‚N‘ Roll in der Delmenhorster Biker-Meile gegeben, ist mir nicht von der Seite gewichen. Das sauge ich alles auf und stelle für mich fest: Weitermachen!

Ein weiterer Dank geht an das J.U.G- Team ( Kamera und Schnitt ) sowie die V-TEchnik Bremen ( Sound und Equipment ) für euren Einsatz. Mit am Start waren außerdem:
Freebiker Attila ( Ordner ), Freebiker Shovel-Jürgen und Snezana ( Tresen ) sowie Alexandra vom Rocker-Portal. Habe ich jemanden vergessen? Dann sorry, bin platt. Der Talk wird nun Samstag bearbeitet, geht dann an alle Talkgäste zur Freigabe, was sicherlich so 3 bis 4 Tage dauern wird, und dann ins Netz. Ab da gilt dann: Feuer frei!

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Autor: Lars Petersen

Über 30 Jahre Erfahrung als Vertriebsmann. Davon 9 Jahre Anzeigenleiter bei der Borgmeier Media Gruppe GmbH in Delmenhorst. Ü50, Vater, Musiker ( Singer ) und MC-Mitlglied. Karre. 99er Harley Davidson Road King KM pro Jahr? Das reicht schon! Mein Credo? Geht nicht, gibt es nicht!! Machen, nicht labern! Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass er seine Tätigkeit mit der höchst möglichen Neutralität und Objektivität ausführt und die Inhalte im Online-Magazin nur von ihm entschieden wird. Besonderes: Veranstalter von Bikes, Music & More Vol.1 bis 5. - Das Biker-Festival in Delmenhorst sowie der Biker Meile im Rahmen des Delmenhorster Autofrühlings.