Kolumne 2: Peter Mienert!

Heute lässt uns der freie Theologe Peter Mienert aus Ganderkesee erneut an seinen Gedanken teilhaben. Es geht um Kameradschaft unter Bikern. Schön, wenn mal jemand aus einer ganz anderen Ecke ein wenig anders reflektiert, als wir es von üblichen Protagonisten gewohnt sind. Weil so selten, sollte man sich das einfach mal reinziehen. Kommentare sind erwünscht!

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Liebe Leser,

anfang der achtziger Jahre bin ich auch mit dem Motorrad unterwegs gewesen, bis ich dann aus gesundheitlichen Gründen es nicht mehr konnte.

Ich weiß noch genau, wie beeindruckend es war, auf den ersten Touren mit dem Motorrad unterwegs zu sein und von jedem entgegenkommenden Motorradfahrer gegrüßt zu werden. Man gehörte zu einer großen Gemeinschaft, verbunden durch die Freude am Fahren und die Freiheit, die man empfunden hat. Und natürlich hat man sich immer total lustig gemacht darüber, dass andere die falsche Marke fahren.

Aber die Kameradschaft, selbst wenn man alleine unterwegs war … das habe ich in den vergangenen 30 Jahren als Autofahrer nie wieder erlebt. Während meiner Zeit als Pfarrer hat man die Kollegen als Brüder und Schwester angesprochen, manchmal war das auch ernst gemeint, manchmal spottete es jeder Beschreibung. Von Kameradschaft war das weit weg.

Peter Mienert ist freier Theologe und Feierredner. Er hat seine eigene Sicht der dinge!

Peter Mienert ist freier Theologe und Feierredner. Er hat seine eigene Sicht der Dinge!

Ich zitiere ja grundsätzlich gerne Menschen, die vor 2000 Jahren gelebt haben. Einer von denen ist Marcus Tullius Cicero, und er hat geschrieben: „Das schönste Geschenk, das die Götter den Menschen verliehen, ist die Freundschaft. Mögen manche auch den Reichtum, die Macht, die Ehre oder die Gesundheit preisen, ich ziehe Freundschaft und Weisheit allen anderen Gütern vor. Im Glück wie im Unglück verlangt der Mensch am meisten nach Freundschaft.“

Freundschaft, Kameradschaft, sich auf den anderen verlassen können und mit ihm dasselbe Lebensgefühl teilen – das ist ja sowohl negativ als auch positiv besetzt in unserer Gesellschaft. Wenn Kameradschaft heißt, ich sag nicht nein, ich mach alles mit, ich geh mit Dir auch in den Abgrund, obwohl ich es besser weiß – dann könnte Kameradschaft durchaus negativ besetzt sein. Aber ich schau ja lieber auf die positiven Eigenschaften und denke, dass ein Kamerad einer ist, der neben mir steht, der meine Lebenseinstellung teilt und Lebenserfahrung ebenfalls. Einer oder eine, auf den oder auf die ich mich verlassen kann, gleiche Gesprächsthemen habe, einfach gerne Zeit verbringen möchte.

Und wer möchte nicht solche Menschen um sich haben? Es macht Spaß, auch mal in ein Clubhaus zu kommen und sich dazu setzen zu dürfen und zu spüren, diese Menschen hier sind auf positive Weise miteinander verbunden. Auch, wenn es mal schwer ist oder wenn es Fragen gibt, auch in dunklen Stunden.

Peter Mienert hat schon häufig mit Bikern zu tun gehabt.

Peter Mienert hat schon häufig mit Bikern zu tun gehabt.

Und ich glaube, dass jeder Mensch Kameraden braucht. Unter Bikern ist sie auch nach außen hin zu spüren, durch die gemeinsamen Namen und Embleme auf den Kutten, und durch das Auftreten in Motorradkolonnen. Das kann auch manchmal bedrohlich wirken, aber ich erwarte gar nicht, dass da eine Gruppe lederbehangener Motorradfahrer mir etwas Böses will. Ich sehe Euch im Sommer fahren und freue mich darüber, dass Ihr nicht alleine unterwegs seid. Manchmal mit ein bisschen Neid, denn man ist viel zu viel alleine unterwegs.

Freundschaftliche, kameradschaftlichen Verbundenheit sollte man zu schätzen wissen. Sie ist nicht selbstverständlich. Sie ist auch verletzlich, wenn man eng miteinander verbunden ist, kann man sich auch wehtun. Aber alles in allem: sehe ich eine Motorradkolonne an mir vorbei fahren, dann bin ich ein bisschen neidisch – zu Recht.

Kontakt: www.peter-mienert.de/

Autor: Lars Petersen

Über 30 Jahre Erfahrung als Vertriebsmann. Davon 9 Jahre Anzeigenleiter bei der Borgmeier Media Gruppe GmbH in Delmenhorst. Ü50, Vater, Musiker ( Singer ) und MC-Mitlglied. Karre. 99er Harley Davidson Road King KM pro Jahr? Das reicht schon! Mein Credo? Geht nicht, gibt es nicht!! Machen, nicht labern! Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass er seine Tätigkeit mit der höchst möglichen Neutralität und Objektivität ausführt und die Inhalte im Online-Magazin nur von ihm entschieden wird. Besonderes: Veranstalter von Bikes, Music & More Vol.1 bis 5. - Das Biker-Festival in Delmenhorst sowie der Biker Meile im Rahmen des Delmenhorster Autofrühlings.