Member des Lobo MC vor Gericht!

Meine persönliche Meinung!

Das sich Rocker vor Gericht verantworten müssen, ist ein alter Hut. Das ehemalige Member eines MC noch aktive Member bei der Behörde anzeigen, gab es auch schon mehrfach. Das aber der Gründer eines MC gegen seine Ex-Brüder aussagt und zudem die Nummer auch noch medial in einem Szene-Organ ausgeschlachtet wird, stellt m. E. einen Nimbus für die Republik dar. Betroffen davon ist der Lobo MC Germany, ein altgedienter 1%er-Club.

Beim Durchlesen der Berichte in den Ausgaben der Bikers News Januar und Februar 2016 überkam mich bereits ein extremes Schaudern ob des Umstandes, dass es überhaupt zu einem medialen Gefecht in einem Szene-Organ kam, doch jetzt, mit der erneuten Berichterstattung über den Verlauf der Gerichtsverhandlung und dem Interview mit dem MC-Gründer Joe zu seinen Motiven der Zeugenaussage gegen Member des Lobo MC, hätte der Eimer gar nicht so groß genug sein können, um meine Kotze komplett aufzunehmen.

Der aktuelle Bericht ist hier zu erreichen. Ihr solltet diesen zuerst unfassend lesen, damit ihr überhaupt darüber im Bilde seid, um was es hier geht. Ich selber werde die dort genannten Aspekte nicht ergänzen oder bewerten, denn die Tatsache, dass die Bikers News dieses so getan hat, ist für mich der Anlass zu diesem Kommentar. Und es interessiert mich nicht die Bohne, ob der Verlag dazu eingeladen wurde oder selber pro aktiv in die Story eingestiegen ist. Ich bin der Meinung, dass Ding hätte man sich tunlichst verkneifen müssen.

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Warum?

Vor einigen Wochen erhielt ich selber die Information über eine bevorstehende Gerichtsverhandlung im Raum Bergisches Land, in der es ebenfalls darum ging, dass sich Rocker verschiedener Clubs in die Wolle bekamen und Club-Member anscheinend vor der Behörde im Rahmen ihrer Aussage Member eines anderen Clubs belasteten. Klar war das ein Thema, jedoch weiß ich um die Wirkung der medialen Berichterstattung und der daraus entstehenden Wechselwirkungen, die ich selber keinesfalls so lenken kann, dass ich zu 100% getreu den Fakten niemanden zusätzlich schade. Deshalb habe ich die Entscheidung getroffen, dass ich nicht darüber berichte.

Den Ansatz der Bikers News in Sachen Lobo MC kann ich absolut nachvollziehen. Man geht journalisitisch an die Sache heran und will mit seinen Berichten die Szene umfassend informieren, immerhin sieht man sich als Checkpoint der Rocker, und natürlich hat die Medaille immer zwei Seiten. Doch diese Berichterstattung führt unter dem Strich lediglich dazu, dass der gesamte MC in Misskredit gebracht wird, nicht nur die betroffenen Akteure. Denn so viel Substanz kann man gar nicht leisten, damit die tatsächlichen Fakten so dargestellt werden, dass sich die Öffentlichkeit ein echtes Bild über die tatsächlichen Geschehnisse machen kann.

Jeder der Beteiligten nimmt mindestens die moralische Legitimation für sich in Anspruch. Schlussendlich ist es aber nichts weiter als der untaugliche Versuch für sich selber die eigene Reputation zu retten. Unter dem Strich hat diese auf beiden Seiten erheblichen Schaden genommen. Die Bikers News weiß sehr wohl um diesen Umstand. Sie weiß, dass hier ein No Go verletzt wurde. Solche Angelegenheiten regelt man im MC intern, so etwas wird nicht öffentlich ausgetragen, egal wie sehr man sich nach den guten alten Zeiten sehnt.

Wer sich als Checkpoint der Rocker bezeichnet, übernimmt die Verantwortung dafür, welche Wirkung mit deratigen Storys entsteht. Man muss klar abwägen zwischen dem eigenem medialen Interesse und den Geboten der Szene. Wie soll das in Zukunft laufen? Wird in ähnlich gelagerten Fällen auch wieder darüber berichtet? Werden zukünftig auch andere Clubs ihre internen Steitigkeiten öffentlich über die Bikers News austragen? Schon in 2016 war die gesamte Aktion für mich nicht nachvollziehbar. Doch mit der aktuellen Darstellung hat die Szene alleine dadurch einen Schaden genommen, weil sich hier Rocker gegenseitig öffentlich beschuldigen. Die Plattform dazu ausgerechnet ein Szene-Organ.

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Leider ist aufgrund der Ankündigung von Joe mit einem weiteren Kapitel zu rechenn, denn er will gemäß Interview der BN seine Rechte an dem Colour massiv geltend machen, da es die Member des Lobo MC nicht wert seien, dieses zu tragen. Wow, Joe ist anscheinend die einzige moralische Instanz, dieses so zu entscheiden. Mir ist es latte, ob er wirklich die Urheberrechte besitzt oder nicht. Der MC hat vor geraumer Zeit seinen Gründer aus dem Club ausgeschlossen, zudem ein Bad Standing ausgesprochen. Damit ist der Fall erledigt.

Keiner von uns weiß, was wirklich dazu geführt hatte. Insofern steht auch niemandem von uns zu, über wen auch immer das Damoklesschwert zu richten. Es ist einzig und allein die Sache des Lobo MC Germany. Ich hoffe doch sehr, dass wir nicht in einigen Monaten Teil 3 dieser Posse zu lesen bekommen, weil es zu einem Zivilverfahren in Sachen Lobo-Colour kommt. Das Jucken in den Fingern der BN-Redaktion kann ich nachvollziehen, aber ab und an sollte man sich eben nicht kratzen. Das Jucken hört dann auch schneller auf.

Fazit!

Macht die Akte Lobo dicht und überlasst es einzig und alleine der Kommunikation innerhalb der MC-Szene selber, wie man den Status Quo zu bewerten hat. Die Clubs brauchen meines Erachtens keine derartige Berichterstattung, um sich eine eigene Meinung zu bilden. Und am wenigstens braucht sie Ex-Member, die aus welchen Gründen auch immer einen ganzen MC in Verruf bringen und sich aus meiner Sicht damit eigentlich nur selber diskreditieren!

Autor: Lars Petersen

Über 30 Jahre Erfahrung als Vertriebsmann. Davon 9 Jahre Anzeigenleiter bei der Borgmeier Media Gruppe GmbH in Delmenhorst. Ü50, Vater, Musiker ( Singer ) und MC-Mitlglied. Karre. 99er Harley Davidson Road King KM pro Jahr? Das reicht schon! Mein Credo? Geht nicht, gibt es nicht!! Machen, nicht labern! Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass er seine Tätigkeit mit der höchst möglichen Neutralität und Objektivität ausführt und die Inhalte im Online-Magazin nur von ihm entschieden wird. Besonderes: Veranstalter von Bikes, Music & More Vol.1 bis 5. - Das Biker-Festival in Delmenhorst sowie der Biker Meile im Rahmen des Delmenhorster Autofrühlings.