Member zu werden ist schwer!

Member zu bleiben jedoch noch viel mehr!

Da läuft man über Jahre hinweg mit dem Fullpatch durch die Szene, ist stolz auf seine Farben, und plötzlich ist der Rücken blank. Wieder Prospect. Wem das schon einmal passiert ist, dem muss ich ja nicht erklären, dass diese Phase der Fortbildung in eigener Sache emotional in keinster Weise mit dem ersten Durchlauf zu vergleichen ist. Denn im Gegensatz dazu nimmt man dir etwas weg. Das ist für niemanden leicht. Manche Member sind daran zerbrochen und haben hingeschmissen.

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Die Gründe dafür können vielfältig sein. Du hattest zur falschen Zeit ein Match, hast einen Bruder beleidigt, machst nur noch Stress, wie auch immer. Wenn es konkrete Einzel-Anlässe gab, kann man die Aktion recht gut emotional abhaken, weil man weiß, welchen Fehler man gemacht hat. Also gerade machen und durch. Schwierig wird es dann, wenn man plötzlich als Mensch in Frage gestellt wird. Denn solange man selber nicht die Erkenntnis gewinnt, dass man sich verändert hat, aus Sicht des Clubs eben in negativer Hinsicht, ist es ganz und gar nicht leicht, sich damit abzufinden.

Dieser Prozess bedeutet die ganz rigide Auseinandersetzung mit dem eigenen Ich. Und das kann extrem harte Kämpfe mit sich selbst bedeuten. Brutal wird es dann, wenn man sein eigenes Standing gegenüber dem Chapter/Charter als völlig akzeptabel empfindet, einfach nicht den Blick dafür frei bekommt, was die anderen tatsächlich stört. Da fallen dann oftmals die berühmten Sätze wie „Du kapierst es einfach nicht!“ oder „Du machst ja ohnehin, was Du willst!„. Und die wirken zunächst wie ein Hammer. Sie fordern einen gerade zu heraus.

Wer sich in solchen Momenten auf dem richtige Pfad wähnt, der hat schon mal die ein oder andere schlaflose Nacht. Irgendwann macht es dann vielleicht Klick. Vielleicht? Den Mann alleine zu lassen bringt nichts, ebenso wenig, ihm immer wieder seine vermeintlich negativen Seiten vorzuhalten. Rocker sind da extrem empfindlich, die schalten schon mal auf sturr oder reagieren bockig, was natürlich neue Konfklikte auslöst. Doch was sollen sie auch machen, sie glauben ja das richtige zu tun. Es ist halt hart.

Be myself!

Be myself!

Manche lassen sich im eigenen Kiez gar nicht mehr blicken oder fahren in den größeren Clubs nur die weiter entfernten Chapter/Charter an, wo einen kaum jemand kennt. Jeder sieht es ja auch sofort, dass sie einem das Fullpatch wegegenommen haben. Da kann es schon mal zu dummen Fragen kommen, man selber wird zu einem Thema im Kiez, dass man garantiert so nie sein wollte.  Also besser abducken?

Ich halte das für einen großen Fehler, denn es impliziert, dass man vor der Situation weg läuft.  Stattdessen sollte man gerade im eigenen lokalen Umfeld klare Kante zeigen, denn sonst entsteht zwangsläufig der Eindruck, dass man ohne Kutte gar nichts mehr ist. Zudem stellt man sein persönliches Standing nachhaltig in Frage, was auf die Member wohl kaum positiv wirken wird. Denn wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass die gesamte Truppe sich irrt? Eher gering!

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Ich bin davon überzeugt, dass derartige Gedanken und Emotionen bei etlichen Rockern schon dazu geführt haben, dass sie den Club verlassen oder gar gewechselt haben. Die verkaufen sich das dann als Verbesserung. Immer noch besser, als die Schande zu ertragen. Welche Schande? Jeder macht Fehler. Du kannst 20 Jahre einen astreinen Job machen, immer für den Club da sein, wenn der von Dir angestellte Mist halt ultra-mäßig stinkt, dann biste dran. So sind die Rules und so müssen diese auch angenommen werden.

Wer da sauber durch ist, wird vermutlich danach ein besserer Member sein. Er wird in jedem Fall nicht fahrlässig bei einem seiner Brüder über dieses Los entscheiden, sondern sich ganz genau überlegen, ob die Herabstufung in den Probationary-Status wirklich gerechtfertigt ist. So jedenfalls stelle ich mir das vor. Ist in jedem Fall ein guter Stoff gewesen, um vom Wild Rock Project zum Song gemacht zu werden. Und wie heißt dieser?

„Abgejuppt!“

Wird sicherlich nie mein Lieblings-Song werden, hat aber dafür eine klare Message!

Autor: Lars Petersen

Über 30 Jahre Erfahrung als Vertriebsmann. Davon 9 Jahre Anzeigenleiter bei der Borgmeier Media Gruppe GmbH in Delmenhorst. Ü50, Vater, Musiker ( Singer ) und MC-Mitlglied. Karre. 99er Harley Davidson Road King KM pro Jahr? Das reicht schon! Mein Credo? Geht nicht, gibt es nicht!! Machen, nicht labern! Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass er seine Tätigkeit mit der höchst möglichen Neutralität und Objektivität ausführt und die Inhalte im Online-Magazin nur von ihm entschieden wird. Besonderes: Veranstalter von Bikes, Music & More Vol.1 bis 5. - Das Biker-Festival in Delmenhorst sowie der Biker Meile im Rahmen des Delmenhorster Autofrühlings.