Sam Childers: Kein ehemaliger Hells Angels?

Er kam, sprach und überzeugte?

Gestern präsentierten wir im Schützenhof in Ganderkesee im Rahmen seiner Europa-Tournee den US-Amerikaner und Onepercenter Sam Childers, besser bekannt durch den Hollywood-Film The Machine Gun Preacher. Um ihn ranken sich etliche Spekulationen. Er polarisiert und ist der vermutlich der umstrittenste freie Prediger weltweit.

Nachvollziehbar, denn wer das Wort Gottes predigt und gleichzeitig mit der Waffe in der Hand agiert, um den Kindern im Sudan Schutz zu bieten und sie zu verteidigen, steht bei etlichen anderen Glaubensvertretern nicht zwingend hoch im Kurs. Zudem gibt es auch kritische Stimmen, die Sam Childers eine ausgeklügelte PR-Strategie unterstellen.

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Das Event!

Das dieser Mann ein Profi ist, konnte man vom Start weg spüren. Wie ein Uhrwerk berichtete er von seiner Arbeit in Afirika und seinem vorherigen Leben, beantwortete die Fragen der Zuschauer spontan und präzise, was vermutlich daran liegt, dass ihm diese auch schon weltweit hundertfach gestellt wurden. Allerdings tat er dieses in dieser absolut unnachahmlichen Sam Childers Manier, wofür er weltbekannt ist, nämlich locker, charismatisch und frei von jeglichen Allüren. Genau das macht Sam Childers m. E. glaubwürdig.

Klar, sein Vortrag ist strategisch aufgebaut, letztlich ist er hier um für seinen Projekte Spenden zu generieren. Dominant war sein Agieren allerdings nur in seinem Vortrag selbst. In den Pausen und nach dem Event wirkte er zurückhaltend und höflich. Hat der Mann nun Ausstrahlung? Ja, und zwar reichlich.

Sam Childers bei seinem Vortrag. Ich hatte mit mehr Resonanz gerechnet!

Rockerinhalte!

Für meinen Bereich konnte ich in der Fragerunde durchaus Erhellendes in Erfahrung bringen. Sam Childers war nie ein Mitglied des Hells Angels MC USA. Ich zitiere:“This it’s not true!“. Ja, er hat auf dem Rücken das 1%-Zeichen tätowiert und gute Kontakte in die amerikanische Rockerszene hinein. Ob er nun tatsächlich in einem anderen 1%er-MC Mitglied war, nun, hier wich er geschickt aus, in dem er darauf verwies, dass 10 der von den Behörden in den USA als am gefährlichsten eingestuften Clubs seine Arbeit mit Spenden unterstützen.

Nach anfänglichen Problemen klappt es auch mit der Videotechnik!

Was seine frühzeitige Karriere als Drogendealer anbelangt, so berichtete Sam schonungslos davon, dass er ganze Wagenladungen an Drogen verdealte, oftmals in Schießereien verwickelt war und mehrfach mit dem Gesetz in Berührung kam. Finanziell hatte es ihm rein gar nichts gebracht, so seine Ausführungen. Am Ende wartete der Knast.

Zum Hollywood-Movie!

Sam stellte klar, dass etliche im Film mit Gerard Butler präsentierete Sequenzen so nie passiert sind und auch die zeitliche Reihenfolge seiner persönlichen Entwicklung zu Gott hin, so nicht stattgefunden hatte. Aber, und das räumte er unmissverständlich ein, hat ihn der Film wweltberühmt gemacht und ihm für seine Arbeit enormen Aufschub gegeben. Gegenüber einem weiblichen Besucher im Schützenhof sprach er von einem Jahresumsatz von 2 Mio US-Dollar, den er für sein Projekt Angels of East Afrika vereinnahmen kann.

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Kohle!

Sam verwies explizit darauf, dass sämtliche Spenden in der Europa-Tournee zu 100% an das Afrika-Projekt fließen und nicht an sein Office in den USA. Auch im Schützenhof konnte ich Sam einen üppgien Betrag an Direktspenden übergeben. Seinen eigenen Lebensunterhalt finanziert er u.a. durch einen Motorradhandel in den Staaten und verschiedenen andere geschätliche Aktivitäten.

Die Resonanz!

Wir hatten in allen relevanten lokalen Printmedien sowie in den Social Networks in den letzten Wochen zum Teil großformatige Berichte generiert. Hätte der Schützenhof dieses in Form von Werbung gebucht, so läge der Betrag vermutlich im fünfstelligen Bereich. Von daher hatte ich in Bezug auf deren Auflagen und Reichweiten eine höhere Erwartungshaltung. Zahlen jenseits der 100 konnte ich mir aber auch nicht vorstellen.

Sam im eindringlichen Gespräch mit einer Besucherin!

Real waren nur ca 45 Personen inkl. Presse vor Ort. Die Dolmetscherin Sams, sie begleitet ihn in Deutschland seit vier Jahren, erkläte mir allerdings, dass die Teilnehmerzahl im Schützenhof völlig normal sei. Das höchste Besucheraufkommen in der Republik lag bisher bei 400 Personen in einer großen Kirchengemeinde, das geringste bei drei Besuchern. Sam selber legt nach eigenen Ausagen ohnehin keinen Wert auf die Zahlen, Nun, dieses kann man ihm glauben, muss man aber nicht. Denkt an den Aspekt Spenden!

Sam hat definitiv neue Fans hinzugewonnen!

Fazit!

Der Mann hat was, ohne Zweifel. Ich hätte ihm gern mehr in Bezug auf sein Leben als sogenannter Outlaw-Biker entlockt, doch dafür war der Rahmen nicht wirklich geeignet. Eventuell lesen wir davon ja etwas mehr in der Bikers News, für die ein Vertreter vor Ort war. Die Dolmetscherin, auch für die Pressearbeit zuständig, hat übrigens Wikipedia bereits mehrfach dazu aufgefordert, den dortigen Hinweis auf Sams Mitgliedschaft im Hells Angels MC zu löschen. Es tut sich nichts.

Wenn Sam auch in eurer Nähe auftreten sollte, besucht das Event und bildet euch eine eigene Meinung von ihm. Doch sollte dort ein Eintritt verlangt werden, dann seid bitte skeptisch. Denn nach unseren Vorgaben wurde das von Sam selber ausgeschlossen. Hätten wir ohnhin nicht verlangt. Ich bedanke mich bei allen Besuchern für ihr Kommen!

Kontakt: http://www.machinegunpreacher.org/

Autor: Lars Petersen

Über 30 Jahre Erfahrung als Vertriebsmann. Davon 9 Jahre Anzeigenleiter bei der Borgmeier Media Gruppe GmbH in Delmenhorst. Ü50, Vater, Musiker ( Singer ) und MC-Mitlglied. Karre. 99er Harley Davidson Road King KM pro Jahr? Das reicht schon! Mein Credo? Geht nicht, gibt es nicht!! Machen, nicht labern! Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass er seine Tätigkeit mit der höchst möglichen Neutralität und Objektivität ausführt und die Inhalte im Online-Magazin nur von ihm entschieden wird. Besonderes: Veranstalter von Bikes, Music & More Vol.1 bis 5. - Das Biker-Festival in Delmenhorst sowie der Biker Meile im Rahmen des Delmenhorster Autofrühlings.