Schützenhof Ganderkesee: So velief die Rocknacht!

Das tat sicher weh!

Nach der offiziellen Release-Party des Wild Rock Projects featuring Rockenbolle als Anheizer, vom Schützenhof selbst als Rocknacht geführt, empfand ich den Monat Juni für eine Fortsetzung als zu früh. Auch mit dem Termin auf einem Freitag hatte ich so meine Bauchschmerzen. Ich favorisiere bei derartigen Themen klar den Samstag als klassischen Ausgehtag. Trotzdem hatte ich die Hoffnung, dass die Schützenhalle wenigstens einigermaßen gut gefüllt ist

Top-Anzeige

Was ging ab?

Nun, die Antwort darauf ist recht simpel; außerhalb der Bühne recht wenig. Während vor knapp drei Monaten noch gut 200 Besucher den Weg in den Schützenhof fanden, waren es nach Abzug der Fan-Base der drei Bands vermutlich gut zwei Dutzend Gäste, die von einem frischen und kernigen Rock ’n‘ Roll empfangen wurden. Bei Covermaze als Opener, konnte der Gesamtsound und das filigrane Spiel des Gitarristen absolut überzeugen, Railroad fixten mich mit ihrem schnörkellosen und straigten Kiss Ass Rock ‚N‘ Roll regelrecht an. Diese Kombo merke ich mir. Black Shade habe ich verpasst, also kein Statment.

Gute Gesamtsound und eine geile Klampfe: Cominokaze in AKtion!

Guter Gesamtsound und eine geile Klampfe: Covermaze in Aktion!

In so einer großen Halle vor wenigen Besuchern zu spielen, ist frustriend. Doch bevor man ausschließlich das Damoklesschwert über den Veranstalter richtet, sollte man sich fragen, ob man als Band selber genug dafür getan hat, um die eigene Base zu aktivieren. Darauf lege ich persönlich sehr viel wert. Die Bands mussen mitziehen, wenn nicht, gibt es einen Einlauf! Jeder Gast zählt. Klar kann ich jetzt alles auch auf das Regenwetter schieben, doch fand die Rocknacht nicht Open Air, sondern überdacht statt, und wenn die Leute Bock auf so eine Nummer haben, dann kommen sie auch. Dazu muss ich aber im Vorfeld markante Duftmarken sezten, was heutzutage echt schwer geworden ist.

Geradeaus und schörkellos. Railroad haben mich angefixt!

Es gibt zwei Möglichkeiten, ein Event zu promoten. Entweder mit einem hohen Marketing-Budget, welches strategisch sinnvoll auf verschiedene Medien verteilt wird, oder mit einem hohen persönlichen Einsatz. Kann ich beides nicht leisten, wird es nicht gelingen einen Erfolg zu erzielen. Dann hängt alles vom Glück ab, bekanntlich einem Faktor, den man überhaupt nicht beeinflussen kann.

Meine Analyse!

Den Namen Rocknacht finde ich nichtssagend. Wofür steht sie überhaupt? Ein regelmäßiger Turnus reicht nicht aus, um eine Marke zu setzen. Denn Musik ist sehr komplex, die Geschmäcker ultra verschieden. Schon die Genres selber geben einem Impulse, wie das Motto angegangen werden könnte. Darüber sollte man echt nachdenken, damit der Besucher im Vorfeld weiß, was ihn erwartet.  Wie sonst soll er sich in der Masse der Angebote ein Bild davon machen können, wohin er an dem Abend seine Brieftasche schleppt. Neugierde braucht eine Erwartungshaltung!

Was soll mir diesen Motiv sagen? Ich sehe eine undekorierte und kahle Halle.

Was soll mir diesen Motiv sagen? Ich sehe eine undekorierte und kahle Halle.

Hier spielt der Zeitfaktor eine große Rolle. Social Networks sind extrem sinnvoll, wenn sie richtig angewandt werden. Dazu ist es erforderlich die Menschen emotional zu erreichen. Das Zauberwort sind Interaktionen. Ein Flyer informiert, erklärt sich aber nicht. Also muss man pro aktiv an die Leute ran, sich eine eigene Base aufbauen. Dazu sind neue Kontakte notwendig. Das man die eigenen Stammgäste aktiviert, versteht sich von selbst. Wenn diese nicht wollen, ist es doppelt schwer.

Hat man nicht die Zeit, wird man bei einem engen Turnus stets den Kaffeefilter-Effekt erleben. Oben ist er breit, nach unten wird er eng, sprich, die erste Nummer lockt, da ja neu, nach hinten wird es immer enger. Wenn du mit demselben Filter den Kaffee immer wieder neu aufbrühst, schmeckt der ab dem zweiten Kochen halt nicht besser. Es sei denn, man bietet den Besuchern eine geile Lokation, die bereits voll im Markt etabliert ist. Und selbst dann sollte der Kaffee stets frisch sein.

Anzeige!

Schützenhof Ganderkesee Juli

Schützenhof Ganderkesee: Das Juli-Evwent mit feinstem Rockabilly-Sounds!

Anregungen!

Statt alle drei Monate würde ich im Sinne einer Rocknacht mit klaren Mottopartys maximal zweimal im Jahr agieren, jedoch nicht einfach nur kopieren, was andere top umgesetzt haben. Das Budget wird dadurch gebündelt und mit einem Medienplan auf den Punkt investiert. Das schafft zum Beispiel ein finanzielles Potential für Dekoration, wir reden hier nun einmal über eine nackte Schützenhalle, mehr und intensivere Werbung in verschiedenen Medien über längere Zeit, und auch mehr Raum, um in den Social Networks die Party ausreichend  vorzustellen. Statt nur die Bandnamen zu erwähnen, stelle ich diese konkreter vor, baue gute Musik-Videos ein, suche mir strategische Partner, die das Event zusätzlich unterstützen können und Multiplikatoren erzeugen.

Leider waren zu wenige Gäste vor Ort. Nicht leicht, die Motive zu fidnen!

Leider waren zu wenige Gäste vor Ort. Krone richten und witer machen.

Das alles ist dann immer noch keine Garantie für den absoluten Erfolg. Bei Bikes, Music & More Vol. 5 habe ich erstmalig 600 separate Einladungen an Clubs ausgesprochen, am Ende waren noch nie so wenige Colours auf dem Event, wie in 2014. Ok, das Wetter war für ein Open Air echt mies, und troztdem muss ich einen Fehler gemacht haben. Vielleicht war es mangelnde Leidenschaft, weil es ja bisher so gut lief. Selbstkritik ist da oftmals der Schlüssel. Seitdem hat es das Event nicht mehr gegeben und ich mache es auch nur noch dann, wenn ich absolut überzeugt bin, der Aufgabe gewachsen zu sein.

Übrgiens, mit einer Bonkasse zu arbeiten macht defintiv dort Sinn, wo die anvisiete Zielgruppe sowas kennt und akzeptiert. Bei Bikern ist das überhaupt kein Problem. Doch auch dann muss ich Optionen anbieten. Mindestens 10 Euro sind de facto too much, denn sonst wird ein freier Eintritt als Lockmittel mal ganz schnell zum Eigentor, weil sich der Gast genötigt fühlt. Ich arbeite immer mit Bons ab 5 Euro Gegenwert, optional 10 Euro. Der Gast entscheidet, was ihm die aktuell laufende Party wert ist. Und wenn die brummt, bleibt er ohnehin und löst nach.

Im Juli im Schützenhof. Mit so einem Motiv kann ich etwas anfangen!

Im Juli im Schützenhof. Mit so einem Motiv kann ich etwas anfangen!

Voankündigung!

Am 29. Jully findet im Schützenhof das Event Rock ‚N‘ Roll vs Cancer zugunsten von Flugkraft statt. Schon das Motto sagt aus, worum es geht, denn Cancer ist eine Form der Krebserkrankung, dem Thema der Benefiz-Organisation Flugkraft. Es erwarten Euch echt gute Rockabilly-Bands wie zum Beispiel Red Hot 54 oder die Wild Black Jets. Beide Kombos habe ich bereits live erlebt. Sie sind 100% party-tauglich und werden euch mit Sicherheit anfixen. Diese Veranstaltung ist etwas für Tanzfreudige. Also zieht euch schick an, schnappt euch die Mutti und macht euch einen geilen Abend. Auf eine neues würde ich sagen!

Ach ja, da wäre am 09. Juli ja noch die zweite Biker-Tour mit anschließendem BBQ, die dieses Mal von Markus selber durchgeführt wird. Und da keine Harley Days sind, werden sicher deutlich mehr Biker im Kiez sein. Ich hoffe, dabei sein zu können. So, nun noch als Apetizer zwei Videos mit feistem Rockbilly, dem most favorite Sound des Free Eagles MC Delmenhorst. Würde mich nicht wundern, wenn die am 29. July am Start sind.

Kontakt: www.facebook.com/SchuetzenhofGanderkesee/

Autor: Lars Petersen

Über 30 Jahre Erfahrung als Vertriebsmann. Davon 9 Jahre Anzeigenleiter bei der Borgmeier Media Gruppe GmbH in Delmenhorst. Ü50, Vater, Musiker ( Singer ) und MC-Mitlglied. Karre. 99er Harley Davidson Road King KM pro Jahr? Das reicht schon! Mein Credo? Geht nicht, gibt es nicht!! Machen, nicht labern! Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass er seine Tätigkeit mit der höchst möglichen Neutralität und Objektivität ausführt und die Inhalte im Online-Magazin nur von ihm entschieden wird. Besonderes: Veranstalter von Bikes, Music & More Vol.1 bis 5. - Das Biker-Festival in Delmenhorst sowie der Biker Meile im Rahmen des Delmenhorster Autofrühlings.