Szene: Die Motorrad-Demos am Samstag!

Ansichten, Anregungen und Wechselwirkungen!

“Grandios”, “Zu geil”, “Gänsehaut-Feeling”; die Kommentare ob des Verlaufes der Demos am 04. Juli sind von Superlativen geprägt. Ja, das war schon ultra geil, was in einigen Städten abging, auch wenn die Zahlen in den verschiedenen Städten durchaus unterschiedlich dargestellt werden. Mal waren es in Papenburg 5.000 Teilnehmer, mal waren es 9.000 inklusvie 900 Bikern, die von der Polizei vorab geblockt wurden. Geschenkt, da das Gesamtbild unübersehbar war.  Es sollte ein Zeichen gesetzt werden, es wurde ein Zeichen gesetzt. Die Medien haben das Thema aufgegriffen und mit unterschiedlichem Tenor darüber berichtet. Selbst in die Tagesthemen hat man es geschafft.

Für die Veranstalter ob der hohen Beteiligung somit der verdiente Lohn für wochenlange Vorbereitungen. Aber, wir stehen erst am Anfang, also mal nicht am eigenen Erfolg berauschen. Wenn jetzt nichts nachkommt, wird der gemeinsame Spirit schnell verpuffen. Die Halbwertzeit der Bewegung insgesamt ist noch recht kurz, die Reihen noch nicht wirklich geschlossen. Es fehlt eine strukturierte Basis, weitere Demos müssen folgen:

In München waren ohne Ende Biker völlig legal auf dem Ring unterwegs.

Was braucht es jetzt?

Meines Erachtens sollten sich die Veranstalter der Demos nun an einen Tisch setzen und eine gemeinsame Basis ausarbeiten. Das gilt vor allem für BifF – Biker for Freedom, der bis dato größten Gruppe in den Socials. Ein gemeinsames Logo ist nicht ausreichend, um eine gemeinsame Intention zu bewirken. Es fehlt eine Agenda, zu der sich alle Veranstalter bekennen. Diese Positionierung erarbeitet man gemeinsam. Jede Demo in Deutschland findet unter diesem gemeinsamen Tenor statt. Steigt man in die jeweilige Demo-Gruppe ein, findet man oben fixiert einen Text, der diese gemeinsame Intention beschreibt. Das drückt nach Außen Einheitlichkeit aus. Ich habe BifF sowie auch anderen Veranstaltern ein Gespräch dazu angeboten, denn auch Demos, die nicht unter BifF laufen, aber vollends die Intention teilen, sollten in jedem Fall mit ins Boot geholt werden.

Zudem muss der eigene Standpunkt gegenüber dem BVDM sowie der Kampagne Silent Rider klar gemacht werden. Wenn man genau hinschaut, so erkennt man auch bei BifF etliche Positionen von Kommentatoren, die genau genommen die Position von Silent Rider sind. Silent Rider unterstützt Straßensperrungen bzw. mögliche Fahrverbote. Silent Rider wird in der Drucksache 125/20 sogar benannt. Der BVDM hat seit Dezember 2019 einen Sitz im Vorstand, nimmt also klar die Position von Silent Rider ein. Es braucht gerade hier eine klare Abgrenzung!

Dauerregen in Papenburg. Trotzdem waren Tausende am Start. Sehr geil!

Mit dem Rückenwind von Samstag ist die Bewegung für alle möglichen politischen Kräfte interessant geworden. Fakt ist, die Motorradszene ist aktuell ein hoher Multiplikator. Auch hier braucht es eine klare Position, dass es ausschließlich um die Drucksache 125/20 geht, um nichts anderes. Ich bin mit dem Kurs der Regierenden in vielen Bereichen nicht einverstanden, doch wenn wir abdriften und nun insgesamt eine allgemeine Diskussion.über andere Inhalte führen, wird uns der ohnehin vorhandene Spaltungsprozess in der Gesellschaft äußerst schnell massiv entzweien. Meine sonstigen politischen Ansichten äußere ich an anderer Stelle, nicht in diesem Kontext, völlig latte, ob mir die selbst ernannten Freiheitskämpfer unterstellen, ich würde mich nur rühren, wenn mein Arsch betroffen ist.

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Die Presse muss mit gemeinsamen Forderungen aktiv bedient werden. Selbst in recht neutralen Berichten finden wir eine Wortwahl, die stets darauf abzielt, dass Motorradfahrer laut sind. Habt ihr sicher schon bemerkt, oder? Nun, die Redakteure haben alle eine eigene Meinung, die mit einfließt und oftmals den Gesamttenor bestimmt. Das ist bei mir ja nicht anders. Die ganz große Kelle können sie derzeit jedoch nicht bringen, da BM Andreas Scheuer nun schon mehrfach ausgedrückt hat, dass er die Forderungen des Bundesrates ablehnt.

In Hamburg ging ebenfalls die Post ab. In der Elbestadt wurde der Impuls für BifF gesetzt. Leider kam es jetzt ausgerechnet dort zu einer Abgrenzung, die meines Erachtens absolut vermeidbar gewesen ist.

Die völlige Anti-Biker-Position ist daher eher selten, aber zwischen den Zeilen erkennt man, dass dieses schnell kippen kann und man dann dem normalen Anti-Biker-Motiv folgen wird. Der Scheuer-Effekt stellt zudem nur seine persönliche Meinung dar. Wenn die Drucksache in den Fachausschuss geht, kann das ganz anders laufen. Schaut euch mal an, wer da den Vorsitz hat. Zudem gibt es ja noch den Fraktionszwang. Man wäre also schlecht beraten, wenn man sich auf den Bundesminister verlässt und nunmehr alle Aktivitäten einstellt. Der Mann dürfte bald Geschichte sein. (Aspekt Maut)

Egos!

Leute, wenn ihr wüsstet, was ich im Hintergrund mitbekomme. Ab und an fühlt es sich an, als wenn man sich auf dem Marktplatz der Egomanen befindet. Natürlch nimmt der Anmelder/Impulsgeber einer Demo für sich in Anspruch eine besondere Rolle einzunehmen, doch wer letztlich reinweg aus dem eigenen Selbstverständis heraus agiert, der bekommt unweigerlich Probleme mit denen, die an sich dasselbe Ziel verfolgen, deswegen aber noch lange nicht Dienst nach Vorschrift machen. Auch hier gilt es eine gemeinsame Struktur zu schaffen und Kompetenzen klar zu regeln. So erspart man sich einen Hühnerstall, in dem jeder der Hahn sein will, der am Ende aber von den Hennen aus dem Stall gejagd wird. Ab und an ein reinigendes Gewitter ist ja ok, aber wenn die gemeinsame Sache zur nervlichen Belastung wird, dann schadet es auch der Bewegung.

Der BMC Germany und der FRMC trafen zufällig auf der Demo zusammen.

Struktur/Vernetzung!

Was haltet ihr von einer Bürgerinitiative? Ich fand diesen Gedanken von Peter, Presi Backbone MC Germany, recht interessant. Immerhin sind die Initiaitiven gegen Motorradfahrer auch aus einer derartigen Bewegung heraus entstanden. Politiker mögen sowas überhaupt nicht, doch genau deshalb finde ich den Gedanken charment, zumal eine Bürgerintivative räumlich breit aufgestellt sein kann. Wenn alleine alle Demos sich auch dahinter versammeln, hat man ein zusätzliche Sprachrohr, ohne Partei zu sein. Auch die Presse dürfte dann vorsichtiger werden. Hierüber könnte man zudem ein Angebot an die Bewohner machen, welches eben nicht mit Verboten zu tun hat, sondern von Dialog und Prävention geprägt wird. Denkt mal darüber nach.

Bandidos und Hells Angels stellen sich ebenfalls gegen die Forderungnen!

Presse und die andere Seite!

Wenn ihr erwartet, dass die Presse mehrheitlich unsere Position annehmen wird, so könnt ihr das vergessen. “Lautstarker Protest”, “Knatternde Motorräder!”, “Lärmgewaltiges Spektakel”, diese Rhetorik war vorhersehbar. Sie entspricht voll und ganz dem, was in den Verlagen als Modus Operandi angesagt ist. Ihr seht das immer losgelöst von anderen Aspekten. Deshalb sind Biker ja auch ein so wunderbarer Spielball der schreibenden Zunft. Denkt mal an die Verkehswende und das angesagte Aus für den Verbrenner. Warum sollte die Presse nun das Engagement der Biker positiv darstellen? Nö, wird so nicht passieren! Aktive Pressearbeit kann darauf aber einwirken. Damit meine ich allerdings nicht eine Mail an einen Verlag, sondern professionelle PR-Arbeit!

Das die andere Seite die Demos als einen Beleg für den Lärm durch Motorradfahrer darstellt, kann auch nicht überraschen. Deswegen schiebe ich meine Karre aber nicht oder renne mit Flüstertüten herum. Eine Demo hat den Sinn nach Außen Aufmerksamkeit zu erzeugen. Den Protest muss man sehen und hören können. Das wurde erreicht. Die andere Seite wird ohnehin alles ausschlachten, was ihr dient, selbiges tun wir schleßlich auch. Leider sind die Leute vom BVDM nicht ansprechbar. Denn mein Versuch mit denen in Kontakt zu kommen, lief ins Leere. Anscheinend mag man es nicht, wenn jemand mal kritsch hinterfragt, warum man als selbst ernannte Interessenvertretung der deutschen Motorradfahrer den Punkt Sperrungen/Fahrverbote einfach so durchgewunken und mit dem Sitz im Vorstand von Silent Rider seine Neutralität begraben hat. Aber ich bin ja hartnäckig.

Super Erlebnis bei der Biker-Demo in „Minga“ i bin begeistert werd ich niemehr vergessen!!

Publiée par Karl Maier sur Dimanche 5 juillet 2020

Die Szene!

Am Rande der Demo von Düsseldorf kam es zu einer Begegnung zwischen den Hells Angels, den Bandidos sowie den Freeway Riders. Das gefiel mir gut, da ich ohnehin die Ansicht vertrete, dass man sich immer dort  positioniert, wo es eine echte Schnittmege gibt. Beim Thema Fahrverbot votieren auch diese drei Clubs eindeutig gegen die Forderungnen des Bundesrates.

Eines aber dürfte nun wirklich jedem Motorradfahrer klar geworden sein. Der Satz “Heute wir, morgen ihr!” ist nicht mehr weg zu diskutieren. Und es sind nicht die MC’s, die man als dominanter Lärmverurscher verantwortlich machen kann, weil die eben kaum in den betroffenen Erholungsgebieten unterwegs sind, sondern primär in den Clubhäusern, die ja nun verstärkt in Gewerbe- und Ballungsgebieten liegen. Nee, das sind dann schon andere, die sich das auf die Fahne schreiben müssen.

Und genau die haben sich bisher oftmals von den Clubs distanziert. Haben die Clubs nun rumgejammert und aus einem Anti-Mainstream-Biker-Impuls die Sache ignoriert? Mitnichten. Sie haben miteinander gesprochen, sind gemeinsam angerückt und haben sich vollends in den Dienst der Sache gestellt. Vielleicht merken ja nun einige, dass wir zwar anders ticken, aber weitaus eher bereit sind die Andersartigkeit von Motorradfahrern zu akzeptieren, solange man uns auch akzeptiert.

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Fazit!

 

Mein Onlinemgazin wird weiterhin jegliche Bemühungen unterstützen, sofern ich das Gefühl habe, dass Veranstalter die Sache im Griff haben und sich nicht an der Sache selbst berauschen wollen. Am 04. Juli wurde ein erstes gemeinsames Zeichen gesetzt, weitere müssen folgen, bis auch der letzte Politiker merkt, dass es uns verdammt ernst ist und wir mit 4,5 Mio Zulassugnen durchaus in der Lage sind auch an der Wahlurne ein entschiedendes Votum abzugeben.

Persönliches Wort!

In Hamburg kam es nun zur Abspaltung der Ideengeber für eine erste Demoanmeldung gegen die Drucksache 125/20. Aus diesem Gedanken heraus entstand dann BifF. Ich bin da recht gut involviert. Die Emos der Protagonisten sind verletzt. Ich halte es dennoch für möglich, dieses zu kitten und biete mich als Vermittler an. Dabei geht es mir nicht darum, dass man zu BifF zurückkehrt, sondern um die Bereitschaft sich gegenseitig zu respektieren, um auch fortan derselben Intention zu folgen.

Abschließend mein Hinweis auf die Demonstration am 26. Juli in Vechta. Dort werde ich neben u. a. Klaus Börjes von Harley Davidson Bremen, Mediziner und Biker Jürgen Wahlmann, sowie anderen Rednern zur Demostrationsgemeinde sprechen. Es würde mich freuen, wenn wir auch dort viele Biker begrüßen können. Wir sind nicht in einer Großstadt, haben aber mit der Stoppelwiese in Vechta einen Stanrdort, der zum Beipsiel auch aus NRW gut zu erreichen ist. Ich bitte um Unterstützung!

Kontakt: https://www.facebook.com/events/292547245198967/

Autor: Lars Petersen

Über 30 Jahre Erfahrung als Vertriebsmann. Davon 9 Jahre Anzeigenleiter bei der Borgmeier Media Gruppe GmbH in Delmenhorst. Ü50, Vater, Musiker ( Singer ) und MC-Mitglied. Karre? 99er Harley Davidson Road King KM pro Jahr? Das reicht schon! Mein Credo? Geht nicht, gibt es nicht!! Machen, nicht labern! Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass er seine Tätigkeit mit der höchst möglichen Neutralität und Objektivität ausführt und die Inhalte im Online-Magazin nur von ihm entschieden wird. Besonderes: Veranstalter von Bikes, Music & More Vol.1 bis 5. - Das Biker-Festival in Delmenhorst sowie der Biker Meile im Rahmen des Delmenhorster Autofrühlings.