Kuttenverbote ausgeweitet!

Niedersachsen hat das bereits bestehende Kutten- und Insignienverbot auf weitere MC’s ausgeweitet. Beroffen sind zwar derzeit nur die bekennenden OMC’s ( Outlaw Motorcycle Clubs ) sowie deren Support-Clubs, allmählich stellt sich aber die Frage, ob dies das Ende oder nur der Anfang ist.

In meinem Umfeld wird diese Frage intensiv diskutiert. Das eine Lager geht davon aus, dass sich die staatlichen Maßnahmen lediglich auf die vier großen Clubs beschränken werden, die andere Seite fürchtet einen weitreichenden Eingriff in die Szene. Ich teile diese Meinung.

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Warum?

Nun, dass eigene Selbstverständis mag einem ja signalisieren, dass man Member in einem Club ist, der sich nichts hat zuschulden kommen lassen, in dem kein unerlaubtes Business stattfindet und der reinweg nur den Lifestyle Rocker zelebriert. Motorradfahren, Partys besuchen, ab und an eine Ohrfeige, ansonsten macht man sein Ding. Ok, unter diesem Aspekt kann ich eine gewisse Gelassenheit verstehen.

Doch versetzen wir uns jetzt einmal in die Position der Behörden. Warum diese so vorgehen, ist ja wohl allen Szene-Gängern hinlänglich klar. Nehmen wir daher einmal an, sie erzielen die erhoffte Wirkung. Das würde bedeuten, dass ein Vakuum entsteht. Es werden Räume frei und diese könnten neu besetzt werden. Machen wir uns doch nichts vor und tun so, als ob nur in den Reihen der betroffen Clubs genau die Leute Member sind, die viele aktuell für das Dilemma verantwortlich. Keineswegs, wenn dem so wäre, gebe es dort ja keinen Nachwuchs oder?

Dazu gesellen sich die Bestrebungen von Streetgangs ebenfalls in die MC-Szene vorzudringen und territoriale Machtansprüche zu definieren. Die Aussage des Präsidenten der Untied Tribuns ist diesbezüglich klar und eindeutig gewesen. Der Unterscheid zu den etablierten Clubs besteht aber darin, dass diese Streetgangs auf den fahrenden Zug aufspringen, keinerlei historische Bedeutung für die Club-Szene selber haben, und insofern deren Herzen beileibe nicht so stark an den Insignien selber hängt, wie das eines Members in einem führenden Welt-Club, der den klassischen Weg des Anwärters durchlaufen hat.

Geht der Staat auf alle Onepercenter los?

Geht der Staat auf alle Onepercenter los?

Diese Streetgangs suchen ausschließlich den Weg des 1%ers. Entweder schließen sich sich einem anderen bereits bestehenden stabilen 1%er-Club an oder sie gründen einen eigenen. Da die Selbstreinungskräfte in der Szene nicht mehr funktionieren, ist letzteres problemllos möglich, sofern man den notwendigen Background hat.

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Das weiß auch der Staat. Warum sollte er sich denn überhaupt die Mühe machen und die einzelnen 1%-Clubs analysieren, um konkrete Detail-Kenntnisse über eine eventuelle Bedrohungs-Lage zu erhalten. Das Tragen der 1%-Raute und das damit verbundene Bekenntnis reicht doch völlig aus. Punkt!

Daher halte ich diese Gelassenheit für sehr gefährlich. Ob wir es wollen oder nicht, wir müssen verstärkt strategisch und poltisch denken, um die Motivlage des Staates zu verstehen.

Wenn alle 1%er-Clubs in der Republik verboten werden würden, wen außer uns würde das interessieren. Die Mitte der Gesellschaft braucht uns nicht, insofern haben wir für das soziale Gefüge keinerlei Nutzen. Also Leute, immer schön die Birne einschalten und auch mal quer denken. Dümmer macht das nicht!

 

 

Autor: Lars Petersen

Mitglied im DPV Deutscher Presseverband - Verband für Journalisten e.V. Über 30 Jahre Erfahrung als Vertriebsmann, davon 9 Jahre Anzeigenleiter bei der Borgmeier Media Gruppe GmbH in Delmenhorst. Steckenpferd? Texten. Zur Person? Vater und MC-Mitglied (1%er). Karre? 99er Harley Davidson Road King. KM pro Jahr? Das reicht schon! Mein Credo? Geht nicht, gibt es nicht!! Machen, nicht labern! Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass er seine Tätigkeit mit der höchst möglichen Neutralität und Objektivität ausführt und die Inhalte im Online-Magazin nur von ihm entschieden werden, sofern es sich nicht um bezahlte Aufträge handelt. Besonderes: U. a. Veranstalter von Bikes, Music & More Vol.1 bis 5. - Das Biker-Festival in Delmenhorst, Organisator der Biker Meile im Rahmen des Delmenhorster Autofrühlings sowie Produzent vom Motorcycle Jamboree Journal. Ausrichter vom Rocker Talk 1 und 3.