Eine ganz andere Sichtweise!
Als ich heute Morgen mal wieder viel zu früh aufwachte, saß ich mit meinem Früchtetee auf der Couch, wohl wissend, dass ich noch Stunden brauche, um körperlich und mental einigermaßen in der Spur zu laufen und das mein kommendes Weekend genauso ablaufen würde, wie aktuell an sich jeder Tag in der Woche auch. Das machte mich traurig, denn ab heute wird der Run auf das 50th Anniversary des BTBW MC 1% Berlin starten und ich werde nicht dabei sein.
Nichtsdestotrotz ist es bei mir üblich, dass ich kurz vor den BIg-Anniversarys einen Last Call setze, wenn man mich lässt. Doch was soll ich schreiben? Den ganz normalen Blues wie bei jedem anderen MC auch? Zu meiner Bande? Keinesfalls! Ich fing an über meine vielen Erlebnisse mit den Berlinern nachzudenken, und merkte, wie mir langsam meine Erlebnisse ein Grinsen ins Gesicht zaubern.
Erlebnisse aus alten Tagen!
Da war das 30th Anniversary, mein erster Ritt nach Berlin mit dem Chapter. Kurz zuvor wurde ich vom Hangeround zum Prospect ernannt. Das wurde von meinem damaligen Presi lapidar damit kommentiert, dass dieses an sich nur passiere, damit ich in der Hauptstadt nicht für jeden als das letzte Arschloch zu erkennen sei. Na toll. Egal, nun hatte ich den Buttom-Rocker und das MC-Patch, endlich was auf dem Rücken.
Logen dachte sich mein Presi etwas dabei, denn vor Ort erhielt ich den Auftrag, das riesige Pack hinten abzusichern, und das passte ja nun super zu meinem Arschloch-Gedanken. Letztlich war die Tour grandios, denn als dieser gigantische Konvoi in einen Tunnel einfuhr, kam es mir so vor, als wenn eine Panzerdivision Berlin einnimmt. Was für ein Getöse, was für ein Anblick. Gefühlt hatte ich einen Ständer in der Hose, und nun ratet mal, an welcher Stelle der Obelix noch heute im Pack unterwegs ist.
Ich dachte an mein erstes Motorcycle Jamboree, wo ich als Prospect erstmals die Highland-Games in Kombination mit den Internationalen Deutschen Meisterschaften im Ultrasteinstoßen präsentierte, dem Sport, der 1906 tatsächlich olympisch war und dem ich damals intensiv frönte, kurz zuvor Norddeutscher Meister wurde und mir durch einen Bericht in der Bikers News meinen Roadnamen Obelix einbrachte. Es war grandios, als die Drums & Pipes-Kapelle mit hunderten von Besuchern im Schlepptau zur Wettkampfstelle pilgerte und ich letztlich sogar den Titel gewann.
Und da war dann ja noch meine offizielle Vorstellung beim Chapter selbst. Ich fuhr den offenen Freitag solo an, nahm mir extra frei, um möglichst viel Zeit mit den Berlinern zu verbringen. Das ich mit Klenke 1%er auf dem vorherigen Cluburlaub übereinkam, dass wir uns am Samstag 3 x 2 Minuten Sparring im Dojo geben, war mir stets bewusst, denn er ist ein kerniger Fighter und mir war klar, ich bekomme ein fette Jagdreise.
Letztlich endete der Freitag nach dem offenen Abend im „Halford“, einem coolen Metallokal. Dort waren etlche Borns zu Gast, dazwischen der Obelix mit Cola. Man, hatte ich Bock zu feiern. Stattdessen betreute ich quasi Rylle 1%er, der sich aber mal so richtg die Kante gab. Um 07.00 Uhr kriegte ich ihn endlich auf die Couch und konnte pennen gehen. Zwei Stunden, denn die Berliner hatten Arbeitsdienst, und was wäre wohl passiert, wenn ausgerechnet der Bremer Prospect sich nicht beteiligt hätte? Also hoch und Angebot machen. Letztlich strich ich die damalige Bonkasse und bohrte mit Bombe 1%er ein großes Loch in den Schornstein.
Klenke 1%er kam erst später. Frisch und mit der Sporttasche in der Hand. Ich fragte ihn, ob wir das Training als Duo bestreiten könnten. Er sagte zu, und so quälte ich mich nach nur zwei Stunden Schlaf in das Dojo. Was er dann mit mir anstellte, erinnerte mich eher an das Kamasutra, denn diese Art von Gymnastik war mir als Pumper ja nun völlig fremd. Dann kamen die Boxsäcke, in 5er-Schritten auf 35 hoch und wieder runter. Mir tat alles weh.
Irgendwann saßen wir auf einer Bank. Rylle 1%er war nun auch wach und radelte auf dem Ergometer. Klenke 1%er fragte ihn, was er davon hielte, wenn er mit mir nun die 3 x 2 Minuten Sparring absolvieren würde. „Alter, der ist doch jetzt schon komplett durch!“ Ich nahm den Impuls auf und sagte, lass es uns beenden. Insgeheim hoffte ich nämlich, dass er mich direkt umhauen würde. Klenke sagte aber nur sinngemäß: „Glaubst du wirklich, dass ich einem zukünftigen Bruder die Fresse poliere!“. Fahr nach Hause. Meine Heimfahrt nach Bremen endete dann kurz hinter dem Berliner Bären auf dem Parkplatz. weil meine Muskulatur derart übersäuert war, dass ich nicht mehr fahren konnte.
Ich könnte noch viel mehr berichten, belasse es aber hierbei. Fakt ist, diese Gedanken haben nun dazu geführt, dass ich mich viel besser fühle und ich dem BTNW MC 1% Berlin sowie allen Gästen ein herausragendes Wochenende wünsche. Das 50th Anniversary findet in der Tec-Arena statt. Ich rechne mit über 1.000 Besuchern aus ganz Europa.
Fazit BTBW MC 1% Berlin?
In Borns we trust!
Musikalisch bekommt ihr den hier mit auf den Weg! Mein Libelingscoverversion!
In Borns we trust!
Kontakt: http://btbw.org/

