Nur kurze Shots, quasi als Anregung!
Ich stehe auf dem Standpunkt, dass die Clubs immer dann zusammen agieren sollten, wenn es in dem jeweiligen Anliegen eine klare Schnittmenge gibt oder sich das Anliegen reinweg organisch in der Clubszene entwickelt. Klar braucht es immer jemanden, der ein Thema anschiebt, aber der Prozess darf nicht dazu führen, dass ein bestimmter Club das jeweilige Anliegen für sich reklamiert und den Prozess dominieren will. Das so etwas trotzdem in der Clbuszene passiert, ist wohl allen klar.
Beispiele!
Ich habe mehrfach auf Motoradddemos eine Rede gehalten. Doch bevor ich meine Zusage erteilte, habe ich Face-to-Face mit den Organisatoren gesprochen. Hätte ich nach meiner Zusage nur ansatzweise das Gefühl gehabt, dass man mich instrumentalisieren will, hätte ich mich ausgeklingt. Hier spielt die Außenwahrnehmung für mich keine Rolle, sondern nur mein eigenes Gefühl. Wer also meint, dass eine Rede bei FioR zum Aspekt Kuttenverbot persé bereits eine Instrumentalisierung darstellt, der ist auf dem Holzweg und hat zudem meine Einlassungen in der Rede und im Onlinemagazin nicht verstanden.
Nach dem Rocker Talk 1 hatte mich Django 81 gefragt, ob es für mich ok ist, wenn er die YouTube-Videos auf dem Kanal von Hells Angels Media installiert. Ja, ist es. Ich hatte aber defiitv das Gefühl, er hätte auch ein Nein akzeptiert, in dem Fall aber sicherlich eine solide Begründung erwartet.Die hätte er auch bekommen. Bei der Fortsetzung lief es dann anders. Vor dem Rocker Talk 2 habe ich mich 6 Tage vorher aus meinem eigenen Format ausgeklingt, weil mir die Intention des damaligen Rocker Portals als Organisator absolut nicht gefiel.
Plötzlich ging es vordergründig um ein großes Event, um potenziell bis zu 2.000 Teilnehmer. Geht’s noch. Von den 80 gemeldeten Teilnehmen im ersten Talk waren 15 gar nicht erschienen und haben auch nicht abgesagt und die reden von einer Halle mit einem Fassungsvermögen von bis zu 2.000 Szenegängern! Mir wurde klar, die Intention des Rocker Talks gerät immer stärker in den Hintergrund und die Kommunikation war zudem einfach scheiße. Ich fühlte mich nicht wie ein gleichberechtigter Partner, sondern eher wie jemand, der keinen Einfluss mehr hat. Ergo habe ich mich ausgeklinkt und den Shitstorm in Kauf genommen.
Bei FioR tauchen irgendwann auch erstmals die Bandidos auf und mischten sich unter das Volk. Mich hat das nicht wirklich überrascht, denn es gibt ja ein gemeinsames Ziel. Sie wollen die Insignien zurückhaben. Ich war aber auch davon überzeugt, dass es im BMC Germany auf sicher vorab eine heftige Kontroverse gab, denn die Rivalität zum HAMC Germany ist nun mal gewachsen und in den Köpfen musste man erst einmal diese Hürde überwinden. Etliche Szengänger hatten aber nunmehr die Hoffnung, das es jetzt zu eine weiteren Annäherung kommt. Leute, das sind Weltclubs und wenn so etwas passiert, bestimmen nur diese beiden Clubs wie es laufen soll und kann und ob überhaupt. Wir können da gar nichts bewirken.
Allgemeines!
Man kann in der Clubszene echte Freundschaften nicht herbeireden. Die müssen sich organisch entwickeln und das dauet in der Regel Jahre. Wenn also Clubs bereits nach kurzer Zeit in den Socials von Feundschaften zu allen möglichen Clubs sprechen, obwohl es an sich keine besonderen und gewachsenen Beziehungen zu den jeweiligen Clubs gibt, dann werde ich eher skeptisch, weil ich mich frage, was denn diese Freundschaft so besonders macht, insbesondere, wenn die Postings der Clubs immer gleichlautend sind. Da bin ich als Clubmember raus. Ich kann auch so zu jedem offenen Abend fahren und muss mich aber keinesfalls dieser Rhetorik anpassen.
Als Herausgeber versuche ich meine persönliche Meinung möglichst aus dem Spiel zu lassen. In der Regel gelingt es, aber halt nicht immer. Deshalb sind zum Beispiel die Influencer, also die Ex-Member von 1%er-Clubs, für mich jobmäßig kein Thema. Erst gestern schaute ich mir dennoch einen Podcast von Kassra aka Der Perser an. Ich liege dann auf der Couch und ziehe mir eine Tüte Flips rein. Und während er so dahin schwadroniert, rhetorisch durchaus versiert, frage ich mich erneut, wie er in der recht kurzen Zeit seiner Membership so viele Kontakte in dem Inner Circle des Clubs aufbauen konnte.
Okay, es gibt dort sicherlich eine andere Dynamik, aber ein relevanter Teil dessen, was dort ausgesagt wird, ist m. E. angelesen, zugetragen und/oder wurde nachrecherchiert. Nun wäre es echt interessant zu erfahren, wieviele Clubmember sich auf dem Kanal rumtummeln und sich das Gesagte unreflektiert 1 zu 1 in die Köpfe schieben, anstatt sich mal zu fragen, warum der Geleuterte heute in genau dem Thema runwühlt, von dem er sich distanziert hat. Hat er wirklich einen missionarischen Auftrag oder hat er nur geschickt das eine Geschäftsfeld gegen das andere getauscht?
In der Clubszene haben wir die Möglichkeit jeden Freitag und Samstag andere Clubs zu den offenen Abenden zu besuchen. Hinzu kommen die Jahrespartys und Anniversarys. Das war schon immer so und ist elemtar für eine lebhafte Szene. Aber ich muss mich nicht mit jedem andere Club gemein machen, nur weil ich zu einem bestimten Thema mitziehe. Zu manchen bekomme ich auch einfach keinen Draht.
Als ich nach meiner letzten Rede bei FioR meinem Ansprechpartner sagte, dass ich wegen der schwachen Resonanz bei der Kundgebung, das war erbärmlich, zukünftig dort nicht mehr sprechen werde, fand er das vermutlich nicht gut, aber ich muss mit mir im Reinen sein. Dieses Jahr stellte ich erfreut fest, dass es bei FioR sehr viel besser lief und dann formuliere ich das auch so, genauso wie ich etwas anprangere. Und wer weiß, vielleicht fahre ich ja 2026 zum Steel & Speed und präsentiere das Onlinemagazin.
Fazit!
Jeder Club entscheidet für sich selbst, was für ihn gut und richtig ist. Springt er direkt auf den Zug auf oder schaut er sich erstmal an, ob man zueinander passt? Clubs, für die alles passt und jeder gleich ein guter Freund ist, sehe ich eher skeptisch und frage mich dann, warum die bei so vielen Freuden in der Clubszene größtenteils am Tisch für sich alleine ist und schon mal gar nicht in der Geisterstunde statfindet, weil er fast immer davor abgehauen sind. Ist das nur Fassade oder der Wunsch, die Clubszene stets optimal darzustellen.
By the Way, Gottlob gibt es nach wie vor in der Clubszene viele absolut gewachsene Connections und solide Feundschaften zu Clubs im In- und Ausland. Und die bestehen auch noch nach Jahren, selbst wenn man mal anderer Meinung ist, denn eine organisch gewachsene Freundschaft hat Substanz. My 5 cents!
