Ist der B196 gescheitert?
2020 führte der Gesetzgeber unter der Regie von Andreas Scheuer den Führerseinzusatz B196 ein. Im Wesentlichen geht es darum, dass Autofahrer mit einem Mindestalter von 25 Jahren sowie einer mindestens fünfjährigen Fahrpraxis mit dem Auto ohne Führerscheinprüfung mit minimalem Aufwand in der Schulung Kräder mit bis zu 125 ccm sowie maximal 11 KW fahren dürfen. Ich habe mich seinerzeit kritisch dazu geäußert.
Die Fahrschulen haben sich natürlich gefreut, denn mit dem B196 wurde ihnen eine neue Zielgruppe auf dem Silbertablett offeriert. Die Anmeldezahlen waren infolgedessen recht gut. Nun aber schlägt die deutsche Verkehrswacht mit Hinweis auf die merklich gestiegenen Unfallzahlen mit genau diesen Leichtkrafträdern Alarm und will den B196 weghaben, denn seit Einführung sind die Zahlen um satte 59 % gestiegen.
Wie ich das sehe?
In puncto Verkehr ist es an sich latte, ob ich mit 125, 500 oder 1600 ccm unterwegs bin. Man kann auf allen Straßen fahren, teilweise schnell, heißt, man muss allen Anforderungen gewachsen sein. Wir sprechen über das Motorradfahren, und das ist in etlichen Bereichen dann doch etwas anderes, als mit Omi mal eben am Sonntag mit dem Auto einen Ausflug an die Ostsee abzuspulen.
Kurvenverhalten, Knickpunkte, Bremsverhalten, Performance, das alles nach nur 5 x Praxis im Griff zu haben, nö, da bin ich raus. Ich habe 1983 meinen Lappen für das Bike im Winter bei teilwise Schnee und Eis gemacht und obwohl ich sehr intensiv geschult wurde, stellte ich nach bestandener Prüfung fest, dass die Praxis doch noch andere Herausforderungen mit sich bringt. Noch heute haben ich in einigen Bereichen Defizite. Und das alles sollen die nach nur 5 oder 6 Fahrstunden Praxis draufhaben, so dass es in der Regel klappt? Ja ee, ist klar.
So gesehen springe ich der deutschen Verkehrswacht zur Seite. Ob es eine Prüfung braucht, nun, da bin ich mir nicht sicher, aber das Ausbildungsvolumen muss bei diesen Unfallzahlen in jedem Fall steigen. Ob es am Ende 10 oder 12 Praxiseinheiten zu je 90 Minuten sind, nun, da dürfen die Verkehrsexperten gerne drüber diskutieren.
Fazit?
Beim Kiffen kommt ihr auf die Idee, das in legalen Cafés zu erlauben. Wie wäre es denn, wenn die Ausbildung in den Fahrschulen stattfindet, am Ende aber eine neutrale Person in einer prügunsähnlichen Situation sich das Erlernte anschaut und eine entsprechende Empfehlung ausspricht. Die Fahrschuhlen können sich dann auf alle anderen Klassen konzentrieren, denkt an die Kritik in Sachen Durchfallquoten, und es generiert ggf. einen neuen Wirtschaftszweig, der anderen eine berufliche Perspektive bietet.