Impuls aus den heutigen Nachrichten heraus!
Heute haben die TV-Nachrichten und u. a. auch das Morgenmagazin genau dieses Thema am Wickel. Ein Thema, dass bereits jetzt Kontroversen auslöst. Vorab: Ich habe 1982 meinen Führerschein für den PKW gemacht. Damals bist du den einen Tag zur Theorie in der Fahrschule gesessen und hast am nächsten oder ggf. sogar am selben Tag hinter dem Steuer Praxisstunden absolviert. Ich fand dieses duale System gut und der Lappen hat mich am Ende keine 2.000 DM, sprich unter € 1.000 gekostet. Ich war aber auch echt fleißig!
Seitdem hat sich enorm viel verändert. Die Anzahl der Fragen in der Theorie nur für den PKW liegt bei 1.169, fast alle Fahrschulen arbeiten mit einer App und lassen dich ohne entsprechende Ergebnnisse in der App gar nich erst hinters Steuer. Die Fahrschüler müssen also richtig viel büffeln, um in der App positive Ergebnisse nachzuweisen. Im Bundesdurchschnitt kostet der Führerschein für den PKW aktuell jedenfalls € 3.500. Das ist mal eine Hausmarke!
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder will da jetzt ran und 2026 das aktuelle System reformieren, um den Führerscheinerwerb für den PKW (Klasse B) günstiger zu machen. So soll zum Beispiel der verpflichtende Präsenzunterricht wegfallen, um Kosten der Fahrschulen einzusparen. Ein Drittel der 1.169 Fragen soll wegfallen, Sonderfahrten reduziert werden und die Prüfung letztlich nicht mehr länger als 25 Minuten dauern.
Was ich davon halte?
Grundsätzlich sehr viel, denn eine Reform ist längst überfällig. Ob jetzt der Wegfall des Präsenzunterrichtes ein für die Fahrschulen monitär großer Wurf sein wird, bezweifel ich allerdings. Deswegen wird kaum eine Fahrschule umziehen, um Pacht einzusparen. Die Ersparnis liegt da wohl eher im Bereich Manpower, sprich, ich brauche keine Angesellten bezahlen, die den Untericht leiten. Aber ok, es ist ein Mosaikstein.
In Sachen App bin ich enorm gespannt, was da kommt und stelle mir da eine Techik vor, die für alle Fahrschulen bundesweit einheitlich strukturiert ist und die Fahrschulen selbst nicht in das jeweilige App-System der verschiedenen Anbieter eingeifen können, um die Hürden hin zu positiven Ergenissen in der App zu verändern. Zudem muss die App so übersichtlich gestaltet sein, dass man kein IT-Studium benötigt, um darin klar zu kommen. Das kann man mit den Verbänden der Fahrschulen zusammen klären. Am Ende schauen sich das Ergebnis neutrale IT-Experten an und bewerten die Praxistauglichkeit dahingehend, ob das System die Ausbildung auch tatsächlich günstiger macht und wer alles eingreifen kann.
Was die Anzahl der Fragen anbelangt, habe ich aktuell keine konkrete Vorstellung, welche Bereiche da wegfallen könnten. Das überlasse ich gerne den Experten. Eine deutliche Reduzierung aber ist echt mal angezeigt. 1.169 Fragen ist defintiv zu viel, zumal es auf bestmmte Fragen mehrere Antwortmöglicheiten gibt!
Die Sonderfahrten sind wichtig. Es ist ein Unterschied, ob ich auf der Autobahn, Überland oder im Stadtverkehr unterwegs bin, auch Nachts. Aktuell müssen 12 Sonderfahrten absolviert werden. Da kann man m. E. nur bedingt abspecken. Aber auch das ist ein Mosaikstein
Fazit!
Es gibt viele Player in dem jetzigen System. Alle wollen Kohle machen. Etliche Marktteilnehmer sind gegen die Reformpläne, verweisen darauf, dass die Verhehrssicherheit sinkt. Insofern muss man sich das gesamte System anschauen, um zu erkennen, wo die praxisrelevanten Hürden sind, die man angehen muss, um die Fahrschulausbildung ohne Reduzierung der Verkehrssicherheit nachhaltig günstiger zu gestallen. Kann ja nicht so schwer sein.
Und wenn ihr schon mal dabei seid, dann macht auch die Kradausbildung günstiger. Aber Finger weg von dem B196er, wo es nicht mal eine Fahrprüfung gibt und der Erwerb für Krads bis zu 125 ccm sowie bis zu 11 KW m. E. eher unterdimensioniert ist.
Meinung zum Thema vom Bundesverband der Fahrschulverbände: https://fahrlehrerverbaende.de/aktuelles/meldungen/pressemitteilung-die-zukunft-der-fahrausbildung-3183381.html
