Motorradmessen: Zu wenig Angebot, zu teuer und überhaupt?

Präsenzmessen haben es heutzutage echt schwer. Der Kostenanstieg sowie die enorme Konkurrenz der Vermarktung durch das Internet in all seinen Facetten, machen es den Organisatoren nahezu unmöglich, die Motorradmessen in puncto Händlerangebot auf ein Niveau zu bringen, wie wir es noch aus den 90ern und teilweise den anfänglichen 2000ern her kennen. Das wird auch m. E. niemandem mehr gelingen.

Den Besucher interessiert dieses an sich kaum. Er zahlt Eintritt und erwartet eine entsprechende Gegenleistung. Und das ist sein gutes Recht. Seine Erwartungshaltung sollte aber wengistens den aktuellen Marktgegenheiten angepasst sein. Ein hohes Angebot zu einem kleinen Preis lässt sich nun einmal nicht mehr darstellen.

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Der Kostendruck führt dann unter Umständen dazu, dass Flächen abgebaut werden, um ggf. Miete einzusparen, was persé dann die erste Kritik nach sich zieht, Standgebühren oftmals nicht mehr in die Nähe des Listenprese kommen, daher Händler aus dem After Market reingeholt werden, die qualitativ nicht mehr das präsentieren, was der Besucher erwarten darf.

Wohl dem, der die Möglichkeit hat, all dieses mit einem Zusatzangebot zu kompensieren. Hier sind die Hamburger Motorradtage ein gutes Beispiel, da sie inzwichen mit den Hambuger Tattootagen gemeinsam stattfinden und beide Messen mit nur einem Ticket besuchbar sind. Den nicht tätowierten Biker interessiert das allerdings vermutlich auch nicht.

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Ein Dilemma!

Natürlich haben die Macher der Motorradmessen längst erkannt, dass sie das Netz nutzen müssen, um die eigene Motorradmesse zu promoten. Wer das nicht macht, oder nur sporadisch in den Socials agiert dem ist nicht mehr zu helfen. Tust du das aber kontinuierlich, agierst in Superlativen, so erweckst du natürlich nach Außen hin eine Erwartungshaltung, wohlwissend, dass man ohnehin mit heftiger Kritik rechnen muss, weil die Lieblingsmarke nun einmal nicht am Start ist oder das geringere Flächenangebot angeprangert wird, obwohl jeder Besucher das an sich mit einem Blick in die Ausstellerverzeichnisse selber im Vorfeld recht gut abeschätzen könnte. Doch wer schaut da genauer hin.

Bildmotiv Oldenburger Motorrad Show

Die Entwicklung?

Die Intermot Köln hat schwer zu kämpfen, will sich neu ausrichten. 2026 findet nichts statt, im Februar 2027 soll es dann wieder losgehen. Ich bin skeptisch, ob es zu einer wirklichen Neustrukturierung kommt, lasse mich aber gerne positiv überraschen. Generell reche ich aber in den nächsten 5 bis 10 Jahren damit, dass selbst angestammte Motorradmessen nicht mehr stattfinden werden.

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Fazit?

Ist die Bikerzsene dazu bereit, auf Präsenzmessen zu verzichten? Wenn nicht, besucht die Messen weiterhin, nutzt den günstigeren Vorverkauf, fahrt ggf. mit dem ÖPNV und spart damit teure Parktickets ein, und seht vor allem eine Motorradmesse nicht reinweg wie eine Shoppingtour mit der Lady, sondern als eine Plattform, wo ihr euch umfassend informieren könnt.

Fotos: © Lars Petersen

Kontakt Messen: https://www.messeninfo.de/Motorradmessen-Deutschland-FSL250-L55-S1.html

Autor: Lars Petersen

Mitglied im DPV Deutscher Presseverband - Verband für Journalisten e.V. Über 30 Jahre Erfahrung als Vertriebsmann, davon 9 Jahre Anzeigenleiter bei der Borgmeier Media Gruppe GmbH in Delmenhorst. Steckenpferd? Texten. Zur Person? Vater und MC-Mitglied (1%er). Karre? 99er Harley Davidson Road King. KM pro Jahr? Das reicht schon! Mein Credo? Geht nicht, gibt es nicht!! Machen, nicht labern! Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass er seine Tätigkeit mit der höchst möglichen Neutralität und Objektivität ausführt und die Inhalte im Online-Magazin nur von ihm entschieden werden, sofern es sich nicht um bezahlte Aufträge handelt. Besonderes: U. a. Veranstalter von Bikes, Music & More Vol.1 bis 5. - Das Biker-Festival in Delmenhorst, Organisator der Biker Meile im Rahmen des Delmenhorster Autofrühlings sowie Produzent vom Motorcycle Jamboree Journal. Ausrichter vom Rocker Talk 1 und 3.