Cold Water Challenge: Aktion Löwenherz

Das Social-Network Facebook ist ein hervorragendes Mittel, um Inhalte & Aktionen zu vermitteln. Durch Teilungs-Effekte und andere Interaktionen ist der User in der Lage, in kurzer Zeit einen hohen Content zu erreichen. Vermutlich hatte man sich deshalb für die Aktion “ Cold Water Challenge“ genau aus diesem Grund für diese Plattform entschieden. Die Challenge führte zu ähnlich gelagerten Folge-Aktionen. An dem Aktions-Modi änderte sich jedoch nichts.  Derzeit geht da in Bremen und Umland auf Facebook einiges ab. Profiteur ist das Kinderhospiz Löwenherz.. Doch genau diese Aktion geriet in die Kritik!

Das Kinderhospiz Löwenherz aus Syke war nicht so wirklich glücklich mit der Aktion.

Das Kinderhospiz Löwenherz aus Syke war nicht so wirklich glücklich mit der Aktion.

Was steckt dahinter? Ganz einfach: Eine Person nominiert drei andere Personen. Diese stehen nun vor der Entscheidung, ob sie in ein Gewässer hüpfen oder an das Kinderhospiz Löwenherz eine Spende abgeben.  Die ganze Nummer wird gefilmt und dann im Netz öffentlich eingestellt. Bedingt durch die Nominierungen ergibt sich quasi ein Schneeball-Effekt, so dass diese Aktion rein theoretisch unendlich laufen kann. Charity, egal in welcher Form, ist zunächst immer eine gute Sache. Doch in diesem Fall kam es zu nicht unerheblichen Irritationen. Denn ausgerechntet das Kinderhospiz Löwenherz hatte sich auf seiner Homepage von der Aktion distanziert. Auch etliche User im Netz wollten damit nichts zu tun haben. „Zu trivial für ein so ernstes Thema “ oder „Die Aktion wirkt plump“ lauteten sinngemäß einige Comments im Fratzenbuch. Nun, warum interessiert uns diese Aktion überhaupt? Tja, es haben bis dato etliche Biker daran teilgenommen, viele sind mir persönlich bekannt. Fakten! Ich habe mich mit der Pressereferentin Manuela Ellmers am Telefon über die Adaption zur „Cold Water Challenge“ unterhalten. Hier ihr Statement:

Frau Ellmers, sind sie grundsätzlich gegen diese Aktion?

Nein! Wir haben aber ein Problem damit, wenn bei derlei Aktionen eine moralischer Druck ausgeübt wird oder die Beteiligten wie in diesem konkreten Fall aus unserer Sicht ein Verletzungs-Risiko eingehen. Wir möchten keinesfalls, dass irgend jemand zu Schaden kommt!

Hat man denn mit Ihnen vor dem Aktions-Start Kontakt aufgenommen? Nein, wir sind durch Facebook-Nutzer darauf aufmerksam gemacht worden und haben dann über die Aktion diskutiert und uns für die Stellungnahme auf der Homepage entschieden.

Kommt es häufiger vor, dass Sie vorher nicht involviert sind? Ja, das kommt vor. Oftmals erfahren wir erst durch die Spende selber von einer Aktion. Wenn zum Beispiel Schulklassen einen Spndenlauf machen oder jemand seinen runden Gebrurtstag feiert udn an uns spendet. Wir sind natürlich dankbar für jede Spende.

Hat die Bremer Cold Water Challenge denn zu Spenden geführt?

Ja, es gab Geldeingänge mit dem konkreten Bezug dazu!

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Sind Sie darüber informiert, dass etliche Biker an der Aktion teilgenommen haben?

Nein, dass wußte ich bisher nicht.

Gibt es sonst Unterstützung aus der Biker-Szene?

Ja, jährlich kommen viele Biker zum Tag der offenen Tür zum Kinderhospiz nach Syke, diese Jahr wieder am 20.September. Das kommt sehr gut an! Am 20.September ist es erneut soweit. Wir freuen uns darüber, wenn wir von den Bikern Besuch bekommen.

Ich danke Ihnen für das Gespräch.

Pro & Contra!

Charity braucht zwingend ein positives Image, um den bestmöglichen Erfolg zu erzielen. Die Cold Water Challenge und deren Ableger haben eines deutlich gezeigt; der Umgang mit einem so sensiblen Thema muss hinlänglich bedacht werden, damit es in der Öffentlichkeit nicht zu einer Antistimmung kommt. Der Zweck heiligt eben nicht imer die Mittel. Durch das Gespräch mit Frau Ellmers erfuhr ich nun auch, dass es in Bremen am Cafe Sand zu einer Art Gegen-Veranstaltung gekommen sei. Der Initiator hatte sich persönlich im Hospiz gemeldet und die Aktion bekannt gegeben. Unschön, denn wenn andere die bereits laufende Aktion vehement unterstützen würden, erzielt der Initiator dieser Aktion deutlich höheren Umsatz und das Hospiz damit mehr Spendenaufkommen „Tue Gutes und sprich darüber“ , ist dafür eine alte Faustregel. Es heißt aber nicht „Tue Gutes und handel dagegen!“

Das überwiegend linke Klientel am Cafe Sand läßt zumindestens vermuten, dass es ggf. sogar politische Motive gegeben haben könnte. Abwegig ist der Gedanke jedenfalls nicht, da diese Community gegenüber Rockern recht negativ eingestellt ist. Was mich persönlich stört ist die Tatsache, dass die Tätigkeit von Löwenherz an sich bei dieser Nummer keine wirkliche Rolle spielt. Nirgendwo gibt es eine Seite, wo ich mich informieren kann. Die eigentliche Cold Water Challenge bietet dies. Infos hier:www.facebook.com/pages/Cold-Water-Challenge/141210832715867?fref=ts Und obwohl die Seite sehr professionell aufbereitet wurde, klare Ergebnisse kommuniziert werden, gab es auch bei der Mutter-Aktion reichlich Ärger, wenn zum Beispiel Feuerwehren sich in das Boot setzen und deshalb wegen Unfall-Risiken von oben einen auf das Dach bekamen.

Nun, dass verbindet schon einmal die Aktion hier in Bremen und Umland mit dem Vorläufer. Damit handelt es sich bei der Reaktion von Löwenherz nicht um eine Ausnahme.

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Nun, Biker sind da wesentlich einfacher gestrickt. Sie brauchen keinen Pomp. Sie machen das Ding und fertig. Diese Aktion ist auch ganz bewusst mit einem Jux-Faktor versehen. Nur sollte das keinesfalls dazu führen, dass die Ernsthaftigkeit des Inhaltes verloren geht, was hier allerdings klar zu erkennen ist. Leute, hier sind Kinder untergebracht, die dem Tode geweiht sind. Da hätte ich echt etwas mehr erwartet!

Ein guter Slogen mit einer klaren Message wäre eine Option. Darüber sollte man einfach mal nachdenken. Natürlich muss es niemanden interessieren, was andere darüber denken, doch letzlich soll die Aktion Ergebnisse bringen. Das Engagement als solches ist jedenfalls zu begrüßen, hier und da kann man aber noch an den Stellscharuben drehen. Die Tatsache, dass die Aktion zu Spenden geführt hat, ist wichtig. Denn damit hat sie zumindestens das angestrebte Ziel in einigen Fällen tatsächlich erreicht. Frau Elmers ist nun auch darüber im Bilde, dass hier etliche Biker am Start waren. Absolut positiv bewerte ich den Umstand, dass niemand den Bikern vorwerfen kann, sie hätten sich aus PR-Aspekten heraus für diese Aktion entschieden.

Fazit! Dieser wichtige Umstand und die Tatsache, dass es zu Spenden geführt hat, bewerte ich als absolut positiv. Noch geiler würde ich es finden, wenn jeder, der sich für die Wasser-Variante entscheidet, von sich aus trotzdem 10 Euro in den Topf wirft. Die kann jeder aufbringen! Bei den anderen bleibt es halt bei der Vorgabe. So nehmen wir den moralischen Druck, es kommt richtig was rüber, der Jux-Faktor bleibt erhalten und die Aktion hat weitaus mehr Potential. Als Slogan schlage ich vor: „Ich stehe auf das Löwenherz in Syke!“.

Hier nun ein Video-Link von Löwenherz und darunter der Link zur Stellungnahme: Video: www.kinderhospiz-loewenherz.de/der-film.html Stellungnahme: www.kinderhospiz-loewenherz.de/uploads/media/pm_loewenherz_warnt_vor_leichtsinnigen_hilfsaktionen_1762014_02.pdf

Autor: Lars Petersen

Mitglied im DPV Deutscher Presseverband - Verband für Journalisten e.V. Über 30 Jahre Erfahrung als Vertriebsmann, davon 9 Jahre Anzeigenleiter bei der Borgmeier Media Gruppe GmbH in Delmenhorst. Steckenpferd? Texten. Zur Person? Vater und MC-Mitglied (1%er). Karre? 99er Harley Davidson Road King. KM pro Jahr? Das reicht schon! Mein Credo? Geht nicht, gibt es nicht!! Machen, nicht labern! Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass er seine Tätigkeit mit der höchst möglichen Neutralität und Objektivität ausführt und die Inhalte im Online-Magazin nur von ihm entschieden werden, sofern es sich nicht um bezahlte Aufträge handelt. Besonderes: U. a. Veranstalter von Bikes, Music & More Vol.1 bis 5. - Das Biker-Festival in Delmenhorst, Organisator der Biker Meile im Rahmen des Delmenhorster Autofrühlings sowie Produzent vom Motorcycle Jamboree Journal. Ausrichter vom Rocker Talk 1 und 3.