R.I.P

Die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Motorradfahrer sinkt. 2012 starben in Deutschland noch 587 Biker bei Unfällen, 121 weniger als ein Jahr zuvor. Ein Grund für die positive Entwicklung ist nach Ansicht des Automobilclubs ACE das steigende Durchschnittsalter der Fahrer. Das ist ein erfreulicher Trend.

Weitaus weniger erfreulich ist der Umstand, das nach wie vor rund ein Drittel der Biker bei Unfällen wenigstens eine Teilschuld trifft. Die Mär vom ach so rücksichtslosen Autofahrer, der mutwillig und beinahe vorsätzlich mit dem Leben der Biker spielt, kann mit solchen Zahlen jedenfalls nicht aufrecht erhalten werden. Insbesondere, wenn man bedenkt, dass bei 25 % der Unfälle gar kein anderer Verkehrsteilnehmer außer dem Biker beteiligt ist.

Besonders häufige Biker-Gräber sind Kurven, aus denen die leichtsinnigen Easy Rider wegen zu hoher Geschwindigkeit glatt hinausfliegen. Doch Motorradfahrer verursachen auch oft schwere Unfälle an Kreuzungen. Auch mangelnder Sicherheitsabstand und eigene Fehler beim Überholen haben für die Zweiradfahrer oft fatale Folgen. Insbesondere die hochgerüsteten Sportmaschinen werden hier zu regelrechten Waffen. Viele aktuelle Modelle erreichen bereits die 200-PS-Marke – in Kombination mit einem sehr geringen Gewicht ergibt das eine Dynamik, die für einen Menschen kaum mehr beherrschbar ist. Nicht wenige Experten empfehlen auf die 100-PS-Grenze zurück zu kehren. Zugleich fordert der UdV, dass Versicherungsprämien für Motorräder sich zukünftig am Leistungsgewicht, also am Verhältnis von Leistung zu Gewicht, orientieren. Damit würden besonders agile Maschinen entsprechend ihres großen Gefährdungspotenzials höher in den Tarifen eingestuft.

Das braucht kein Mensch.

R.I.P  braucht kein Mensch.

Das Risiko als Biker bei einem Unfall getötet zu werden, ist 14 mal höher. Eine erschreckende Zahl. Wir wissen zwar um die erhöhte Gefahr, aber  hohe PS, gepaart mit eigener Selbstüberschätzung und ein gewaltiger Schuss Adrenalin, erzeugen immer wieder insbesondere bei ungeübten Fahrer extreme Fahrsituationen, die sie einfach nicht meistern können. Und das zumeist in der Freizeit. Kann man in diesem Zusammenhang noch von einem wirklichen Fahrvergnügen sprechen? Ich denke nein, denn für viele Fahrer gehört das Erreichen der persönlichen Leistungsgrenze zum Erlebnis Motorrad-Fahren unmittelbar dazu. 

Die ständigen positiven Verbesserungen in der Bekleidungsindustrie für Biker führen zwar zu einer Verbesserung der technischen Sicherheit, aber von passiver Sicherheit haben die meisten Fahrer noch nichts gehört. Ok, als Club-Biker sollte ich mich nun nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, da wir bei unseren Touren bekanntlich außer Helm und Handschuhe keinerlei Schutzkleidung tragen. Aber dafür kommen wir mit gemächlichen 120 im Konvoi auch eher selten in die Extremsituationen, in denen wir unser Bike nicht mehr beherrschen können. Ich will auch keineswegs den Zeigefinger erheben, sondern lediglich ein wenig dazu beitragen, dass jeder für seinen Fahrstil selbst verantwortlich ist. R.I.P ist keine Alternative!

Die Autofahrer werden uns auch weiterhin auf der Autobahn in Angst und Schrecken versetzen, wenn sie mit 200 Klamotten an einem größere Konvoi vorbei nageln oder sich kurz vor der Baustellen-Verengung noch mal eben in die Spur drücken wollen. Aber um das zu verhindern, machen wir den Konvoi ja auch von hinten aus dicht. Ihr seht, auch wir haben was gelernt!

Gute Fahrt und Hals- und Beinbruch!

Autor: Lars Petersen

Mitglied im DPV Deutscher Presseverband - Verband für Journalisten e.V. Über 30 Jahre Erfahrung als Vertriebsmann, davon 9 Jahre Anzeigenleiter bei der Borgmeier Media Gruppe GmbH in Delmenhorst. Steckenpferd? Texten. Zur Person? Vater und MC-Mitglied (1%er). Karre? 99er Harley Davidson Road King. KM pro Jahr? Das reicht schon! Mein Credo? Geht nicht, gibt es nicht!! Machen, nicht labern! Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass er seine Tätigkeit mit der höchst möglichen Neutralität und Objektivität ausführt und die Inhalte im Online-Magazin nur von ihm entschieden werden, sofern es sich nicht um bezahlte Aufträge handelt. Besonderes: U. a. Veranstalter von Bikes, Music & More Vol.1 bis 5. - Das Biker-Festival in Delmenhorst, Organisator der Biker Meile im Rahmen des Delmenhorster Autofrühlings sowie Produzent vom Motorcycle Jamboree Journal. Ausrichter vom Rocker Talk 1 und 3.