Der Rocker Talk 2: Meine Analyse!

Lange hat es gedauert, nun sind die Videos über den Rocker Talk 2 endlich am 1.Advent online gegangen. Da ich zu dem gesamten Paket inkl. der Vor- und Nachlaufphase sowohl Pro als auch Kontra zu vermelden habe, splitte ich der Übersichtlichkeit halber den Rocker Talk 2 auf.

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Meine Analyse!

Moderation durch Stiebel:

Er kam, sprach und siegte. Schon das Telefonat mit Stiebel im Vorfeld ließ erahnen, dass der Mann frischen Wind in die Sache bringt. Stiebel agierte völlig locker und schmerzfrei. Seine Leichtigkeit im Umgang mit den Gästen war belebend. Er wirkte distanziert, dezent kritisch, aber auch unvoreingenommen. Es würde mich nicht wundern, wenn er schon an anderer Stelle Moderationstätigkeiten ausgeübt hat. Das er selber kein Club-Member und Rocker ist, kam dem Format zugute. Er ist nicht selber betroffen, so das er, im Gegensatz zu mir in Talk 1, auf eigene Statements und Meinungen weitesgehend verzichtete. Das tat der Runde gut. Zudem suchte er nach Lösungen! Ich sehe in seiner Verpflichtung einen absoluten Gewinn. Der Mann sollte erneut gefragt werden. Einziges Manko? Er hätte Knäcke und Olli etwas mehr fordern können.

Der Rocker Talk 2: Knäcke, Micha 1%, Moderator Stiebel, Olli und Störte 1%.

Der Rocker Talk 2: Knäcke, Micha 1%, Moderator Stiebel, Olli und Störte 1%. ( Screenshot you tube )

Die Talkgäste:

Die Runde war trotz zweier Absagen durchaus repräsentativ besetzt. Erfreulich, dass erstmalig auch der Präsident eines MF zugesagt hatte. Das war kein Selbstläufer, denn Olli hatte schon arge Bedenken, da es den Scelerati Nomadum MF noch gar nicht so lange gibt, und er es überhaupt nicht einschätzen konnte, wie die etablierten Clubs auf seine Teilnahme reagieren würden. Das war für mich schon echte Überzeugungsarbeit. Doch ab dem Zeitpunkt der Zusage zog er voll mit. Das leichte Zögern infolge meiner Distanzierung konnte ich ihm schnell nehmen. Er blieb an Bord. Übrigens, er trägt nicht die 1%er-Raute, obwohl das Teil dieser zum Verwechseln ähnlich sieht, was die Post in einem Postfach dokumentierten. Er hat darauf reagiert.

Wie schon in Talk 1 kristalisierte sich relativ schnell heraus, dass sich die Redeanteile verschieben werden. Auf der dominanten Seite Micha 1%, Pressesprecher des BMC Germany, souverain und auskunfstfreudig, auf der anderen Seite Störte 1%, der alte Hase, der mit Input und von mir erwarteter Weitsicht, die verschiedenen Aspekte aus seiner Sicht gut vorbereitet darstellte. Er sorgte für die Balance zu Micha 1%, was die Substanz anbelangte.

Auch Olli und Knäcke ergriffen das Wort, keineswegs nur auf Ansage von Stiebel, doch natürlich konnten sie zu manchen Aspekten keine Kommentare abgeben, weil ihre Clubs eben nicht in der Form betroffen sind, wie zum Beispiel der BMC Germany. In jedem Fall ist es ihnen hoch anzurechnen, dass sie sich mit deratigen Schwergewichten in die Runde gesetzt haben. Das sollte andere motivieren.

Inhalte!

Micha 1% erläuterte u.a. die Wechselwirkung zwischen der Presse und dem dadurch entstehenden Meinungsbild in der Bevölkrung. Da traf er den Nagel auf den Kopf. Es geht um das Leitmotiv „Bad News are good New“. In dem Zusammenahng beklagte er die völlig ungeprüfte und undifferenzierte Berichterstattung. Dabei konzertierte er, dass eine Berichterstattung über Fakten völlig ok sei, aber nicht mit aufgebauschten und/oder falschen Meldungen. Das muss immer wieder zur Sprache kommen. Störte 1% hat hoffentlich recht, dass sich Rocker dadurch nicht in die Knie zwingen lassen, im Gegenteil, die Brotherhood sogar näher zusammen rückt.

Hervorheben möchte ich weiterhin die Feststellung von Micha 1%, dass es in anderen Länder sehr wohl zu einer „geordneten“ Koexistenz gekommen sei. ( das Wort „friedlich“ vermeide ich bewusst ) Da hakte Stiebel konkret nach und zeigte sich verwundert darüber, warum dieses in der Republik aktuell nicht auch möglich sei. Für Deutschland sollte Hannover ein Zeichen setzen. Das ging daneben. Micha 1% verwies auf die vehemente Schlammschlacht der Medien, die sich nach dem Treffen der beiden Vertreter der beteiligten Clubs ergeben habe. Sorry, dass ist mir zu dünn. Denn die Einhaltung der Vereinbarung ist meines Erachtens nicht von den Medien abhängig, sondern von der jeweiligen Club-Diziplin.

Micha 1% erwähnte in dem Kontext, es wäre vermutlich gut, wenn es die Intention von Hannover heute immer noch geben würde. Dann macht es doch. Da sollte nämlich das Ergebnis wichtiger sein, als eine positive Presse! Aber die derzeitige Lage scheint es nicht zu ermöglichen. Oder doch? Er merkte aber auch an, dass es auf der Ebene der juristischen Beratung eine Kooperation unter den Clubs gibt und sich daran durchaus auch andere Clubs beteiligen könnten. Vielleicht erinnert sich der ein oder andere, dass ich vor Monaten rein hypothetisch mal eine Art „Fonds“ thematisiert habe, in den interessierte Clubs einzahlen, um damit Rechtsbereiche zu sondieren, egal ob Baurecht oder Strafrecht. Ich werfe diesen Stein erneut in den Teich!

Natürlich erzeugen die Medien ein Stimmungsbild, und die Rocker können sich diesem auch nicht gänzlich verschließen, aber letztlich ist es die eigene Motivation, die ein solches Unterfangen wie Hannover erst möglich machte. Insofern kann man der Presse nicht die alleinige Schuld zuweisen, dass der Vertrag nach nicht einmal einem Jahr geplatzt ist. Da haben beide Clubs zu wenig substantielle Arbeit in den eigenen Reihen geleistet. Hier fiel mir die Aussage von Django 1% in Talk 1 ein, der darauf hinwies, dass es eben bei einer großen Pyramide nichts bringt, wenn die Spitze die guten Absichten hat, aber die breite Masse darunter nicht mitzieht. Das Problem wird bleiben!

Ebenso interessant war die Antwort von Micha 1% auf die Frage von Alex aus dem Rockerportal, warum der BMC Germany „Streetgangs“ als Supporter in den eigenen Reihen führt. Die Antwort:“Weil sie nach den Regeln des MC agieren!„. Er sieht in ihnen einen potentiellen Nachwuchs, wenn sie die Werte und die Club-Ideologie vertreten. Hm, diese Antwort wird sicherlich nicht überall auf Zustimmung stoßen.

Störte 1% konnte auf die Frage, wo denn die Millionen aus dem Club-Business zu finden seien punkten, in dem er auf die offizielle Anfrage eines MdB an das niedersächsiche Innen-Ministeriums verwies, dessen Antwort sich kurz und knapp auf die Mitgliedsbeiträge bezog. Aha, in der offiziellen und schrfitlichen Antwort kein Wort über Waffen, BTM und dergleichen. Das ist doch schon bemerkenswert. Gegenüber der Presse agiert man da ja völlig anders. Aspekt Strategiepapier?

Das Herausheben der Anwesenheit beider großen Clubs unter einem Dach, sollte nun keineswegs als historische Errungenschaft verkauft werden. Es war aber ein positives Zeichen dafür, dass es dem Format gelungen ist, den Neutralitäts-Aspekt darzustellen. Hinzu kommen sicherlich die beiderseitigen Interessen der Clubs, die eben durch ihre Pressesprecher dokumentiert wurden. Die besondere Feststellung, dass nichts passiert sei, ist völlig unnötig. Etwas anderes war nicht zu erwarten, denn wäre es dazu gekommen, hätte dieses das Aus für das Format bedeutet. Zudem haben die Clubs ohenhin einen abgesteckten Rahmen, in dem sie miteinander reden. Die wissen, wie es geht.

Die offene Fragerunde hat mich im Verhältnis zu Talk 1 enttäuscht. Zwar ging es damals auch erst zögerlich los, doch dann wurde es ein Selbstläufer. Selbst Zivis meldeten sich zu Wort. Keine Ahnung, warum im Talk 2 so wenig nachgehakt wurde. Es zeigt aber elementar, dass die Clubs selber auch erst einmal aus ihrem Schneckenhaus hervor kommen müssen. Da gibt s noch etliche Vorbehalte. Die werden mit der Zeit dadurch abgebaut, dass keiner dafür an die Wand gestellt wird, weil er im Rocker Talk seine Meinung sagt.

Unter dem Strich hat es genau das gegeben, was bei realistischer Betrachtung zu erwarten war. Man hat miteinander geredet, keine ist dümmer nach Hause gegangen, aber auch nicht wirklich schlauer. Es war ein erneuter Schritt auf einem langen Weg. Es bleibt somit die Erkenntnis, dass der Rocker Talk nur ein Mosaikstein im großen Gebilde ist und lediglich Impulse setzen kann. Mehr darf man in der aktuellen Situation nicht erwarten. Es gilt also weiterhin das Motto: „Steter Tropfen höhlt den Stein!„. Aber wie kann man mehr Beteiligung erreichen?

Kommunikation und Marketing!

Das wird dem Rockerportal nun gar nicht gefallen. Denn was da im Vorfeld an Informationen rüber kam, war sowas von dünn, dass ich mich ernsthaft frage, ob der Rocker Talk 2 eine Privatveranstaltung des Rockerportals gewesen ist. Sozusagen ein eigenes kleines Happening mit Event-Charakter im Kiez vom Schweden zur Förderung des eigenen Images. Die große Chance des Formates ist seine Transparenz, weil es nämlich genau das ist, was die Clubs selber nicht ausüben und was aber jeglichen Gerüchten entgegen wirken kann. Damit bringt man die Clubs auf Augenhöhe. Infos für alle Interessierten zur selben Zeit, wenn auch zunächst alles mit kleiner Flamme gekocht! Man redet doch immer davon, dass man die Szene mit einbezieht. Ach, und wie will man das erreichen? In dem man nichts kommuniziert? Ein Hauptgrund dafür, warum ich raus bin.

Ich rede hier von echter substantieller Arbeit, davon, dass man die Szene zur Mitarbeit pro aktiv motiviert. Dafür muss ich schon mal in die Tasten hauen und auch etliche Gepräche führen, Meinungen einholen. Zum Beispiel bei den Talkgästen aus dem Rocker Talk 1. Hallo, das sind potentielle Teilnehmer und Untersützer. Es ist doch wohl mehr als naheliegend, dass man sich mit Klaus 1% des Sons of Silence MC Germany oder mit Homes, Präsident des Crazy Devils MC Bavaria, mal in Verbindung setzt. Diese Leute wurden jedoch in keinster Weise kontaktet. Da hat man bezüglich des Südens eine große Chance einfach liegen gelassen.

Stattdessen mussten wir uns den ganzen Humbuck zu der Party danach reinziehen, über die Kohle diskutieren, oder diesen Klamauk mit der Bildzeitung ertragen. Am Ende war der Typ nicht einmal da. Welche Krankheit das wohl gewesen ist? Warum die Biker News nicht anwesend war, kann ich auch nicht nachvollziehen. Das Rockerportal muss sich doch nur mal die eigenen Posts ansehen. Dann kommen sie vielleicht selber darauf, dass der Rocker Talk weitaus mehr ist, als ein Treffen von Szenegängern, die sich am Ende auf die Schulter klopfen und zuprosten, wie toll sie das alles gestemmt haben. Typisches Verhalten für etliche Freebiker! Ich habe ernsthaft das Gefühl, dass man die eigentliche Tiefe dieses Formates überhaupt nicht erkannt hat. Wenn doch, ist ein solches Agieren meines Erachtens völlig fahrlässig.

Glaub man denn alles Ernstes, dass die eigene Plattform eine so breite Wirkung erzielt, dass man damit langfristig die gesamte Szene erreicht. Wenn ja, total naiv und abgehoben. Wo waren die Trailer zum Anfüttern, wo die Vorberichte. Mit Ausnahme der registrierten User weiß doch kaum jemand Bescheid, und selbst diese stiegen teilweise da gar nicht mehr durch. Stellt euch mal vor, da sind etliche Onepercenter im Rockerportal unterwegs, die sich aber nicht registrieren lassen wollen. Völlig ok, nur können diese ohne Regisitrierung keine Kommentare abgeben. Deshalb braucht es zwingend die davon losgelöste Berichterstattung. Ich hatte schon mal eine eigene Homepage für den Talk vorgeschlagen, damit jeder auf die Inhalte zugreifen kann.

Der Trailer 2 zum Talk 1 ( das kürzere Teil mit den Impressionen des Talks 1 ) hätte ohne großen Aufwand umgestrickt werden können. Aber null Infos, daher null Ausführung. Man wollte dass selber machen. Kein Ding, muss dann aber auch klappen. Wenn was in die Hose geht, beruft man sich auf den Rocker-Status, wenn mal was klappt, sind alle plötzlich die geilsten. Ich könnte kotzen über soviel Ignoranz, denn die Vorschläge dazu waren ja da. Ja, ich bin unbequem, aber mit Friede, Freude und Eierkuchen, wird das nichts! Kontroversen sind wichtig! Trotzdem stehe ich nach wie vor zu der Intention des Formates, nur halt mit etwas Abstand.

Dieses Format muss genauso publiziert werden, wie alles andere. Hier ist klassisches Marketing angesagt, undzwar kontinuierlich. Denn stellt euch mal vor, die meisten MC-Member sind nicht im Rockerportal, oder hängen dort noch als Karteileiche drin oder sie lesen mein Magazin eben nicht. Realistisch gesehen erreicht man zusammen maximal 10% der relevaten Zielgruppe. Daher muss man ernsthaft über sinnvolle Kooperationen nachdenken, die strategisch angelegt sind. Macht natürlich nur Sinn, wenn man nicht auf der Suche nach dem goldenen Kind ist, um für sich alleine eine historische Tat reklamieren zu können.

Sorry, so wird das zukünftig nichts weiter sein, als eine Veranstaltung, wo man drei Wochen vor dem Termin gerade mal 12 Anmeldungen hat. Alleine dieser Status muss doch jeden hellwach werden lassen. Ich hatte gedacht, ich höre nicht richtig. Wer da von seinem eigenen Selbstverständis ausgeht, ist ganz schlecht beraten. Und im Nachhinein? Nadda, so ein paar Post mit Glückwünschen plus Extra-Erwähnung der beiden großen Ami-Clubs. Gut, dass sie da waren, aber wieso wurden die eigentlich besonders erwähnt. Ein allgemeines Danke reicht. Recht amüsiert war ich ob einer recht seltsamen Erklärung über einen Kameramann, der Wochen lang nicht erreichbar ist. Ich lach mich kaputt. Nach spätestens einer Woche hätte ich bei dem auf der Matte gestanden und mir die SD-Karte gezogen. Und bei soviel Schiss hätte ich auch gedacht, der will das Teil selber so schnell wie möglich los werden.

Was ist eigentlich mit der Story, wonach ein bestimmter Club oder dessen Vertreter den Rocker Talk 2 als Plattform für seinen Zwecke nutzen wollte. Da habe ich aus verschiedenen Ecken etwas gehört, auch von einigen Leuten, die vor Ort waren. Und wenn der gehandelte Name so stimmt, ist man sich hoffentlich der Tragweite bewusst, vor allem, wenn das ein Fake war. Einige Teilnehmer haben es ja auch live am Freitag bereits mitbekommen, die angekündigte Aktion war somit bereits öffentlich. Auch dazu keine Substanz.

Man muss den MC oder Informanten nicht erwähnen, aber daraus müssen doch ganz klare Konsequenzen gezogen werden. Ich würde das sofort öffentlich thematisieren, damit die Clubs Bescheid wissen und so etwas zu Talk 3 gar nicht mehr passieren kann. Einige nennen das gerne schmutzige Wäsche, ich nenne das Transparenz und Verantwortung, selbst wenn sich am Ende herausstellt, das es nur das Dummgelaber einer Einzelperson war. Ihr wisst, was sowas nach sich ziehen kann!

Club-Politik hat im Rocker Talk nichts zu suchen! Ein völliges No Go. Da ich durch meine Distanzierung für die Redaktionsblöcke vor dem Rocker Talk 2 gesperrt wurde, absolut ok und auch offiziell vor dem Talk angekündigt, habe ich da leider nichts von mitbekommen, denn ich gehe mal davon aus, dieses wurde thematisiert. Vermutlich hat man entschieden, es dabei bewenden zu lassen. Ich habe mich ganz bewusst nicht öffentlich dazu geäußert, und nur mit meinen absoluten Vertraunensleuten darüber gesprochen. Es wäre aber schon interessant, ob man dem nachgegangen ist.

So muss ich mich auf die Gespräche beziehen, die man mit mir im Nachrang geführt hat. Die hören sich recht konkret an. Jedoch kein Wort dazu in der Nachbetrachtung, außer Kommentare, die auf eine gewisse Brisanz hinweisen. Welche Brisanz? Klar, ein Statement könnte Teile der Szene abschrecken, aber es wäre ein fairer und sinnvoller Umgang mit Dingen, die sich jederzeit wiederholen können. Und wenn sich das dann als Fake heraus stellen sollte, muss das sofort Konsequenzen haben. Aufklärung!

Alles, was irgendwie negativ wirken könnte, wird runter gespielt oder erst gar nicht erwähnt, so mein subjektiver Eindruck. Ich behaupte, dass die Szene nicht erwartet, dass der Rocker Talk ultra porfessionell und völlig reibungsfrei läuft, ich behaupte, dass die Szene erwartet, dass man ihr das Format richtig und umfassend erklärt, mit ihr kommuniziert, damit die Clubs die Tragweite bei einer Beteiligung erkennen können. Sonst hat man wieder so ein Dilemma wie mit dem runden Tisch im Vorfeld. Man kann alternativ natürlich über alles den Mantel des Schweigens werfen. Nur dumm, dass die Szene ja miteinander redet. Und das ist gut so!

Ich setze hier besser einen Cut, dass führt sonst zu weit. Für diesen Part bekommt der Veranstalter jedenfalls ein klares „Ungenügend“! 

Die Beteiligung!

Ganz schwach. Wenn man drei Wochen vor dem Talk ganze 12 Anmeldungen vorweisen kann und nur durch einen Brandbrief etwas Bewegung in die Sache bringen konnte, spricht das für sich. Das liegt am fehlenden Marketing und in seiner Wechselwirkung daran, dass der Rocker Talk 2 für die meisten Clubbiker nicht transparent genug war. Zu Talk 1 konnte ich das noch nachvollziehen, weil das Format gänzlich unbekannt war. Zu Talk 2 wusste aber nun jeder, wie das Format gestrickt ist.

Für den Club-Member ist es in erster Linie wichtig, dass es in der eigenen Truppe läuft. Wenn dieses gegeben ist, hat er nicht zwingend eine Veranlassung sich über die allgemeinen Probleme der Szene Gedanken zu machen. Ganz ehrlich, wäre ich nicht involviert, hätte ich den Rocker Talk 1 oder 2 vermutlich auch nicht besucht, weil ich mit meinem Clubleben total zufrieden bin. Der Dosenöffner ist eindeutig die inhaltliche Auseinandersetzug mit dem Format. Über die Themen kriegt man die Leute. Nur wer die rosa-rote Brille trägt, glaubt, dass dieses Format ein Selbstläufer ist. Dieses ist jedenfalls der Tenor etlicher Gespräche, die ich geführt habe.

Sonstiges!

Eine Tageskasse würde ich nicht mehr machen, da man dadurch keinen Überlick mehr darüber hat, wer kommt. Stehen da plötzlich 20 Mann von einer Fraktion auf der Matte, haste eine Diskussion, die man 1. bewältigen muss und 2. nur Stress mit sich bringt. Zudem melden sich alle anderen Zuhörer ja auch an und bedienen das Formular. Warum also Ausnahmen?

Der tatsächliche Veranstaltungsort muss früher benannt werden. Die Stadt selber reicht als Info nicht aus!

Für mich sind 20 Euro Gebühr trotz anteiliger Verzehrbons too much. 10 Euro und im vollen Gegenwert Bons reichen für eine Low-Budget-Aktion völlig. Ansosten kann man zusätzlich Sponsoren generieren oder in den Videos auch dezente Werbung verkaufen. Warum nicht, denn das Risiko trägt ja der Veranstalter und es ist sein Recht, dieses zu kompensieren! Den Leuten, die sich darüber aufgeregt haben, dass 20 Euro ja Peanuts sind, sei mal gesagt, dass ich alleine für meine München-Tour zum Sons of Silence MC Munich mal eben ganz locker 200 Ocken berappt habe. Und das war nur ein Weekend. Da rede ich noch nicht einmal von den drei anderen Weekends, an denen die engagierten Club-Biker auch Kohle lassen. Wer so unterwegs ist, für den sind 20 Euro plötzlich richtig Geld. Und das sind die Rocker, die ihr erreichen müsst. Die Tastatur-Freaks mit gelegentlichen Ausflügen sind es jedenfalls nicht.

Warum da plötzlich von einem Club eine höhere Anzahl an Membern aufgeschlagen ist, würde mich ja auch brennend interessieren, da es eine Vorgabe vom maximal 4 pro Club gab. ( plus einer bei den Talkgästen und auch Django 1% als Vertreter von HA Media ) Ich bin da diesbezüglich echt penibel, weil das für mich etwas mit dem Aspekt Augehöhe und Gleichbehandlung zu tun hat. Andere sehen das Video und könnten auf die Idee kommen, dass man es damit ja nicht so genau nimmt. Kontraproduktiv!

Auf alle anderen Aspekte gehe ich nicht ein, weil ich sie selber live nicht erlebt habe und weil es für mich inhaltlich auch echt nicht wichtig ist, ob die Party danach nun der Burner war oder nicht. Schön, wenn es so war! Ich hörte viel Positives. Die Leute haben sich wohl gefühlt.

Ton & Kamera!

Die Kameraführung war gut, weniger Cuts als im Rocker Talk 1, aber da habe ich nichts zu bemängeln. Der Ton ist unterirdisch. Das darf sich nicht wiederholen. Ich vermute, es gab keinen Probelauf. Das Stiebel nach der Flucht des Kameramannes, was für eine Story,  die Nummer maßgeblich mitgestaltet hat, dafür gebührt ihm ein Extra-Lob. In Zukunft muss das optimiert werden, denn man ist ja in der Ausstrahlung ganz maßgeblich auf die technische Qualtität angewiesen. Das gilt auch für den Trailer. Ein Trailer für alle Formate muss her. Neutral in der Erstellung, aber einfach in der Neubarbeitung für alle weiteren Aktionen. Mein Tipp: erst die Bilder, hinten die Textblöcke. So vermeidet man zu viele Cuts, das Teil kann jederzeit wieder verwendet werden.

Das Rockerportal!

Bedankt hatte ich mich bereits per Videobotschaft vor dem Rocker Talk 2. Die Leute im Rockerportal sind sicherlich mit viel Herzblut bei der Sache, aber irgendwas stimmt da im Hintergrund nicht. Da sind richtig kluge Köpfe dabei, denen ich weitaus mehr zutraue. Werden die klein gehalten oder dürfen die nicht? Für mich ist Fakt, wenn der Part Kommunikation in Zukunft nicht besser dargestellt wird, spreche ich dem Rockerportal jegliche Kompetenz ab, verantwortlich mit dem Format und dessen Unterstützern umzugehen. Ich gehe sogar so weit, dass man ihm dann das Format aus der Hand nehmen sollte, bevor da mal was verrutscht.

Denn das ist der Punkt, den das Rockerportal in eigener Hand hat. Auf die Talkgäste und die Atmosphäre hat man keinen oder nur bedingten Einfluss, aber die inhaltliche Darstellung ist ein konsequenter Prozess, den man selber steuern kann. Da müssen auch andere Fachtitel angegangen werden. Ob man die nun mag oder nicht. Es erzeugt in jedem Fall eine Streuwirkung. Bis heute habe ich nichts an Futter erhalten. Warum eigentlich nicht? Bin ich ad absurdum gestellt, weil ich die Fresse aufmache?

Fazit!

Alles was vor dem Mikro und der Kamera passierte, ist für mich eine absolut positive Fortsetzung des Rocker Talk 1 mit kleinen Schönheitsfehlern, alleine schon deshalb, weil es eine Fortsetzung gab. Ob nun 1 oder 2 attraktiver war, müssen andere entscheiden, ist aber irrelevant, weil sie derselben Sache dienten. Das Format bleibt hoch interessant, aber das Drumherum muss viel professioneller werden. Viel zu wenige erhalten echte substantielle Informationen zum Geschehen. Klein, aber fein sollte der Anspruch sein. Über den Inhalt in die Breite! Über die Qualität in die Wahrnehmung! Über das Gespräch in den Kontakt! Für den RT 3 müssen also direkte Kontakte zu den Clubs her.

Das Team des Rockerportals hat sicher mehrheitlich alles getan, um die Nummer anständig zu wuppen. Dafür gebührt Ihm Respekt. Dieses allein wird aber auf Dauer nicht reichen, um echte Fortschritte zu erzielen. Es wäre ja cool, wenn ich mich täusche, aber aktuell sehe ich nur ein Schaulaufen von Baum zu Baum. Die Anzahl der echten Kommentare mit Inhalt derzeit im Rockerportal sind ein Indiz dafür. Und ohne die Patchholder geht es schon mal gar nicht. Clubs seit 20 Jahren oder mehr zu kennen, ist etwas völlig anderes, als selber in einem Club zu agieren. Da gibt es Wechselwirkungen, von denen die meisten Freebiker keine Ahnung haben. Nur so kann der Baum wachsen, an dem sich dann weitere Äste bilden. Nur die Plattform zu bieten, wird keinesfalls reichen!

Ich habe für mich meine Schlüsse aus dem Format gezogen und greife in 2016 wieder an. Auch mit Kamera und Mikro, aber solo und mit einem direkten Weg in die Clubs. Und das geilste, danach ist immer Party, die ich nicht organisieren muss. Ich will damit keine Konkurrenz aufbauen und ob die Nummer klappt, steht noch in den Sternen. Es soll eine zusätzliche Ebene zum Gespräch sein. Wer Interesse an Informationen darüber hat, den lade ich gerne an meinen Stand auf den HMT ein, den u.a. ich mit Störte 1% präsentieren werde. Da auch das Rockerportal dort gemeldet ist, ich erhielt gerade den Hallenplan, gibt es somit gleich zwei Ebenen, mit denen man über den Rocker Talk sprechen kann.

Der nächste Rocker Talk soll in oder um Ulm stattfinden. Hört sich schon recht konkret an. Na, dann macht mal Butter bei den Fischen! Aber vorher die komplette Auswertung vom Rocker Talk 2 bitte. Vor allem in der Form, dass man sich nicht registrieren muss, um mitreden zu können. Bei Stiebel bedanke ich mich, dass er sich als Nicht-Rocker auf so eine Nummer eingelassen hat, obwohl ich irgendwie das Gefühl habe, der Mann hat schon weitaus kompliziertere Nummern gestemmt.

Hier das Video! Es darf gerne auf Facebook kommentiert werden! Ich lade dieses aber nicht in meinen you tube-Kanal, damit etwaiige Komentare alle beim Rockerportal landen. Zwei getrennte Ebenen wären kontraproduktiv. It’s time to klick!

Übrigens, ich bin verantwortlich für das was ich sage, nicht für das was andere verstehen!

Autor: Lars Petersen

Mitglied im DPV Deutscher Presseverband - Verband für Journalisten e.V. Über 30 Jahre Erfahrung als Vertriebsmann, davon 9 Jahre Anzeigenleiter bei der Borgmeier Media Gruppe GmbH in Delmenhorst. Steckenpferd? Texten. Zur Person? Vater und MC-Mitglied (1%er). Karre? 99er Harley Davidson Road King. KM pro Jahr? Das reicht schon! Mein Credo? Geht nicht, gibt es nicht!! Machen, nicht labern! Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass er seine Tätigkeit mit der höchst möglichen Neutralität und Objektivität ausführt und die Inhalte im Online-Magazin nur von ihm entschieden werden, sofern es sich nicht um bezahlte Aufträge handelt. Besonderes: U. a. Veranstalter von Bikes, Music & More Vol.1 bis 5. - Das Biker-Festival in Delmenhorst, Organisator der Biker Meile im Rahmen des Delmenhorster Autofrühlings sowie Produzent vom Motorcycle Jamboree Journal. Ausrichter vom Rocker Talk 1 und 3.