Ein Nachreport!
Die Rotenburg Race Days sind Bestandteil der European Drag Racing Series, dem wohl schnellsten Motorsport auf diesem Planeten. Meine zugegeben etwas naive Vorstellung bestand im Wesentlichen darin, das zwei Drag-Cars oder -Bikes sich auf der 1/4-Meile-Rennstrecke treffen, die Fahrer geradeaus schauen und bei Grün in das Pedal treten oder am Gashahn drehen. Wer zuerst im Ziel ankommt ist der Gewinner und erreicht die nächste Runde. Am Ende gibt es einen Gesamtsieger. Eigentlich ganz einfach. Eben puristisch und ohne Schnörkel. Das mag ich.
Nachdem ich dann jedoch eine Weile vor Ort dem Moderator zuhörte, merkte ich schnell, ganz so einfach ist es nun doch nicht. Da gibt es die Drag Bikes legal, wo es tatsächlich um die schnellste Zeit geht, andererseits aber auch die Modifikations-Klasse, wo der Fahrer im Vorfeld eine Zeit angeben muss, in der er sich bewegen wird. Daraus entsteht ein Index! Wer sich dann in der Qualifikation außerhalb dieses Indexes bewegt, hat die Pappnase auf und erreicht nicht das Finale. Und diese Nummer läuft in beide Richtungen, sprich, auch wer schneller als gemeldet ist, fliegt aus der Klasse raus.
Ach, so was gibt es auch? Plötzlich wurde mir klar, die Nummer ist ja wesentlich anspruchsvoller als angenommen. Denn unter derartigen Voraussetzungen muss der Fahrer nicht nur ein nach den Regeln der Serie technisch einwandfreies Fahrzeug vorweisen, er muss am Start und im Rennen ein optimales Timing erwischen.
Bei der Formel 1 kann man einen Fahrfehler sicherlich in der ein oder anderen Lieblingskurve ausbügeln, Drag Racing verzeiht kein Fehler! Und bei annähernd 28 Grad bereits um 11 Uhr Morgens wird die Nummer nicht leichter.
Wer die Bedingungen der Serie nicht erfüllt, wurde nicht automatisch von der aktiven Teilnahme ausgeschlossen. Für alle Fahrer, deren Bikes oder Cars den technischen Vorgaben der DHRA nicht entsprachen, gab es die Demo-Klasse, die jedoch im Rahmen der European Drag Racing Serie nicht gewertet werden. Hier gilt, dabei sein ist alles!
Das Wetter meinte es sehr gut mit den Veranstaltern. Über das gesamte Wochenende war es brütend heiß, beinahe zu heiß. Selbst der Asphalt wurde zeitweilig gesprengt. Das wäre übrigens auch eine gute Idee im Bereich der Food-Ärea. Die Race Days sind ein Magnet für die gesamte Familie; hier und da ein kleiner Pool für die Kids oder eine Gardena-Dusche für die Besucher würde bei so brutalen Temperaturen wenigstens zeitweilig Abkühlung verschaffen. Vielleicht eine Anregung für 2014?
Das Publikum war bunt gemischt. Die Biker waren zwar in der Minderheit, was sich auch bei den Teilnehmern der Serie wieder spiegelte, aber unter dem Strich ist es ein tolles Motorsport-Event.
Da ballern mit einem Affenzahn Hayabusas gegen eine Honda 600 mit Lachgas über die Landebahn und selbst der Nachwuchs ist bereits mit Anspruch und Leidenschaft voll dabei. Schon niedlich, wenn Papa dem Knirps den Regenschirm über die Birne hält, damit der keinen Sonnenstich bekommt. Vettel auf der Spur?
Im Vorfeld hörte ich hier und da, die Preise vor Ort seien extrem hoch. Also, 1,5 Euro für einen Kaffee oder 2 Euro für das Wasser sind zwar kein Schnäppchen, aber unter extremen Preisen verstehe ich etwas anderes.Die Parkgebühr von 2 Euro sollte jedoch nicht überschritten werden.

Für einen geilen Hot-Dog steigt selbst Elvis aus dem Grab. Co-Moderator Elvoice bei Fränky am Wagen.
Im Rahmenprogramm gab es u.a einen Show&Shine-Wettbewerb. Schon witzig, da standen die V8-Boliden neben hoch getunten Golfs. Hier trafen Generationen aufeinander und das nicht nur bei den Vehikels. Insgesamt war es eine dufte Gelegenheit mal eine Veranstaltung zu besuchen, auf der eben nicht die Böcke im Vordergrund standen. Mit den technischen Bedingungen kenne ich mich zwar immer noch nicht so ganz genau aus, aber in 2014 gibt es sicherlich eine Gelegenheit auch mein Drag-Race-Wissen weiter auf zu frischen.
- Krasses Teil!
- Beliebtes Modell für das Tuning.
- Das schwache Geschlecht erwies sich als Nervenstark!
Einschätzung: Für alle Drag-Race-Fans
Kontakt: www.row-racedays.com





