Meinung: Sind Biker zu oft reine Konsumenten?

In diesem Beitrag geht es nicht darum, der Bikerszene die Konsumentenrechte abzusprechen. Wenn etwas nicht passt, dann gibt es halt Mecker. Es geht mir darum, dass ich das Gefühl habe, dass immer weniger Biker offensichtlich bereit sind, einen eigenen Szenebeitrag zu leisten, bzw. die Szenebeiträge anderer zu oft unreflektiert kritisiert werden. Die Clubszene mit ihren stetigen offenen Abenden, den Jahres- sowie den Anniversary-Partys nehme ich explizit aus meiner Rechnung heraus. Die finden nach wie vor regelmäßig statt, können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der allgemeine Trend m. E. eher ins Negative verläuft.

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Wie ich das sehe?

Vor rund 15 Jahren habe ich für mich festgestellt, dass es mir zu bequem ist, immer nur das zu konsumieren, was andere auf die Beine stellen. Ich wollte nicht mehr nur ein Teil der Szene sein, ich wollte auch einen eigenen Beitrag leisten, etwas auf die Beine stellen. So entstanden verschiedene Formate, und seitdem weiß ich genau, dass es stets ein Risiko gibt und man bestmöglich abwägen muss, wie man sich aufstellt. Doch egal, wie gewissenhaft man an die Sache herangeht, man kann jederzeit abschmieren oder es gibt einen Shitstorm, der sich einfach verselbständigt und all die positiven Aspekte in den Schatten stellt.

Ausfahrten sind beliebt, vor allem im geschlossenen Pack. Nur organisieren möchte diese auch kaum einer.

Klar, nicht jedem Biker ist das Organsisationstalent gegeben oder die Möglichkeit, sich in der Freizeit so zu engagieren, wie es das Anliegen erfordert, aber nur meckern ist mir auch zu billig, womit allerdings keine konstruktive Kritik gemeint ist. Die ist wichtig und kann das eigene Anliegen optimieren. Ich bin davon überzeugt, dass gerade die sozialen Kanäle maßgeblich dazu beitragen, vielen eine Grundmotivation, etwas Eigenes anzuschieben, verleiden. Wer hat schon Bock darauf, sich 40 Stunden netto in etwas hineinzuhängen, um dann dafür an den Pranger gestellt zu werden, weil die Bratwurst mit drei Euro berechnet oder ein Pfand für den Becher Cola erhoben wurde. Beim Thema Eintritt ist es dann ganz schlimm, wenn die „Ich-will-ja-nur-mal-gucken-kommen-Fraktion“ regelrecht über einen herfällt. Alles schon erlebt.

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Aber gerade weil dem so ist, sollte man sich ggf. Mitstreiter suchen. So kann man die Arbeitsbereiche verteilen. Bei dem Bikertreffen Bikes, Music & More Vol. 3 in 2012 waren wir zu viert. Okay, letztlich hat das monetäre Ergebnis nicht gepasst, der minimale Gewinn den immensen Arbeitsaufwand nicht aufgefangen, aber wir hatten auch keinen Verlust. Das wäre ja das Worst Case gewesen.

Wie immer teaser ich ein Thema nur an, um mal eure Meinungen zu erfassen. Seht ihr das ähnlich wie ich oder seid ihr komplett anderer Meinung? Wie können Biker in Zukunft stärker motiviert werden, Face-to-Face-Events anzubieten, statt ausschließlich zu konsumieren? Na denn, Feuer frei!

Autor: Lars Petersen

Mitglied im DPV Deutscher Presseverband - Verband für Journalisten e.V. Über 30 Jahre Erfahrung als Vertriebsmann, davon 9 Jahre Anzeigenleiter bei der Borgmeier Media Gruppe GmbH in Delmenhorst. Steckenpferd? Texten. Zur Person? Vater und MC-Mitglied (1%er). Karre? 99er Harley Davidson Road King. KM pro Jahr? Das reicht schon! Mein Credo? Geht nicht, gibt es nicht!! Machen, nicht labern! Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass er seine Tätigkeit mit der höchst möglichen Neutralität und Objektivität ausführt und die Inhalte im Online-Magazin nur von ihm entschieden werden, sofern es sich nicht um bezahlte Aufträge handelt. Besonderes: U. a. Veranstalter von Bikes, Music & More Vol.1 bis 5. - Das Biker-Festival in Delmenhorst, Organisator der Biker Meile im Rahmen des Delmenhorster Autofrühlings sowie Produzent vom Motorcycle Jamboree Journal. Ausrichter vom Rocker Talk 1 und 3.