Am Nachmittag lag ich noch irgendwie platt auf der Couch und dachte kurzzeitig darüber nach, die Party der TNT Sisterhood vielleicht doch nicht zu besuchen. Kurzzeitig! Denn dann packte mich ein anderer Gedanke: „Nee Dicker, das kannst Du nicht bringen. Die Ladys sind in der regionalen Clubszene fett unterwegs und haben es einfach verdient, dass man ihnen Respekt zollt“. Zudem hatte ich das Gefühl, dass diese Party sehr gut besucht werden und ich durchaus ein farbiges Spektakel verpassen würde.
Vorher / Nachher!
Was ging ab?
Ich setzte mich am frühen Nachmittag auf den Bock und cruiste erst einmal durch die Region, quasi die Birne freiblasen und munter werden. Um den Partyverlauf repräsentativ einordnen zu können, schlug ich bereits gegen 17.00 Uhr auf dem Gelände des MC Profil in Schwanewede auf. Der Club hatte der TNT Sisterhood sein Gelände zur Verfügung gestellt, nachdem der Lycaner MC aus baurechtlichen Gründen seine Zusage zurückziehen musste.
Martina, sie ist quasi das Gesicht der Sisterhood und ihr Sprachrohr, war noch voll in Aktion und wirkte auf mich etwas nervös. Es gab zwar im Vorfeld sehr viele positive Rückmeldungen, das Wetter war zudem top, doch abgerechnet wird bekanntlich zum Schluss. Was dann aber letztlich auf dem Gelände eintraf, nun, damit hatte die TNT Sisterhood ganz sicher nicht gerechnet. Es entwickelte sich jedenfalls ein großer Kessel Buntes.
Denn die in der Region ansässigen Clubs entsandten zum Teil große Abordnungen. Und die erzeugten eine echt coole Atmosphäre. Gefühlt war echt alles vor Ort. Für mich und meinen Clubbruder Manni wurde es im weiteren Verlauf dann noch eine Zeitreise in die Vergangenheit, denn auch der HAMC West Side war am Start. Mit ihm Stefan 81, den Manni und ich seit über 30 Jahren kennen. Der Jenniver MC, der Bones MC, das Dröhn, die Tür, alte Werte, neue Szeneaspekte, das war ein echter Rundumschlag durch die alten Zeiten. Manni und Stefan 81 kennen sich übrigens aus gemeinsamen Zeiten beim damaligen Jennifer MC Bremen sowie dem Bones MC Bremen.
Irgendwann merkte ich, dass diese Party tatsächlich mein erster Aufschlag in meinem Kiez nach meiner Krebserkrankung war, jedenfalls einer Party mit so vielen Farben. Ich gebe zu, ich habe das genossen. Und ich kann definitiv sagen, dass meine öffentliche Darstellung meiner Chemo in 2025 bei vielen wie ein Türöffner gewirkt hat. Etliche Clubmember und Freebiker sprechen mich immer wieder darauf an, und berichten von den Fällen in der eigenen Familie sowie im Club und davon, dass sie durch meine Transparenz einen positiven Impact erhalten haben.
Und sonst?
Immer wenn ich zum Nordländer sowie dem Imbisswagen herüberschaute, war da der Bär los. Okay, mit 4,50 Euro war die Schinkenkrakauer nicht die günstigste, aber sie hat mega geil geschmeckt. Fakt ist: Wenn die an dem Abend keinen guten Umsatz gemacht haben, passte die Kalkulation nicht.
Das Rock Duo Karo hatte es dieses Mal nicht leicht, die Leute zum Mitmachen zu animieren. Das Anheizen ist an sich die große Stärke von Sängerin Kaddy, aber bringe mal hunderte Biker in Wallung, wenn die einfach nur Szene quatschen wollen. Dennoch: Das Cover von „Rockin in a Free World“, wurde unter demm Zelt zum Beispiel ordentlich mitgesungen.
Fazit!
Es war an sich eine ganz normale Bikerparty mit den üblichen Zutaten. Besonders war jedoch der sehr hohe Zuspruch aus der Clubszene, denn es war eine Sisterhood, die gestern auf das fünfjährige Bestehen zurückblickte. Und bei dem üblichen Machogehabe der Kerle dürfen die Ladys sich schon etwas darauf einbilden, dass sie ganz offensichtlich eine eigene Duftmarke gesetzt haben. Deshalb ordne ich sie auch neben der Lady-Bikers-World in der Rubrik Clubszene ein.
Ladys, das mit dem 10-jährigen Jubiläum zu toppen, wird nicht so ganz leicht werden! Top abgeliefert! Weitermachen!














