Top-Story: Biker schützen den Wiener Bezirk Donaustadt?

Mit Überschriften wie zum Beispiel „Bürgerwehr in Wien-Donaustadt“ (Quelle: RTV), „Nach Gewaltorgie – Biker schützen ganzes Gräzl“ (Quelle: Krone.AT) oder „Biker patrouillieren im Gräzl – Polizei zieht Nutzen“ (Quelle: Express AT) reagierte aktuell die Presse in Östereich auf eine Situation in dem Wiener Bezirk Donaustadt. Dort kam es in den letzten Monaten zu heftigen Übergriffen einer Jugendbande, die in einer massiven Prügelattacke seinen bisherigen Höhepunkt fand, und durch die mehrere Anwohner erheblich verletzt wurden.

Duch einen Kontakt zu einem Biker in Süddeutschland, kam es nachfolgend zu einem ausführlichen Gespräch mit einem österreichischen Biker, der mir aus erster Hand berichten konnte, was sich dort alles zugetragen hat und welche Intention die Biker mit ihrer Präsenz in dem Bezirk verfolgen. Nach Sichtung der Presseberichte sowie einiger Videos in den Socials habe ich mich entschlossen, erstmals meine Quelle selbst nicht namentlich zu benennen. Die Situation in Wien ist komplex und sie wird jetzt bereits politisch genutzt, so mein Eindruck. Da ich mit dem Hinweisgeber allerdings ein Mailinterview geführt habe, könnte ihr euch darauf verlassen, dass die Infos authentisch sind. Steigen wir ein.

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Das Mailinterview!

1. Moinsen. Sag mal, was genau ist in dem Wiener Bezirk Donaustadt eigentlich los?
In einem Grätzel im 22. Wiener Gemeindebezirk (Donaustadt) ist eine aus jugendlichen Migranten bestehende Scooter Bande unterwegs und frönt ihrem kriminellen Unwesen. Vorfälle wie Bedrohungen, Körperverletzungen, Diebstähle, Raub, Lärmbelästigungen und sexuelle Übergriffe sind seit Jahren in ihrem Repertoire (Diese Aussagen stammen von Bewohnern und Anwohnern aus diesem Grätzel).
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2. Wann war der Punkt erreicht, wo ihr aktiv geworden seid? Was hat die Präsenz ausgelöst?
Ausschlaggebend waren die Übergriffe auf zwei meiner Clubbrüder und den daraus erheblichen Verletzungen (Jochbeinbruch, Augenhöhlenbruch, Handbruch, offene Kopfwunden und Schulterverletzung, usw.). Diese Bande fährt mit ihren Scootern regelmäßig des Nächstens im Grätzel herum und lärmt, hupt bzw. brüllt lautstark ohne ersichtlichen Grund. Auf die Frage, ob sie dies unterlassen könnten, weil Haustiere darauf reagieren und die Menschen nicht zu ihrer Ruhe kommen können, eskalierte die Situation völlig überraschend und überzogen. Zu Beginn waren es noch zwei, wobei sich innerhalb von wenigen Minuten bis zu ca. 9 Bandenmitglieder eingefunden haben und ihr Gewaltpotenzial völlig auslebten.
Scooter werden als Waffe verwendet, was ein paar Tage vorher einem anderen Bewohner in derselben Straße zugestoßen ist – beide Beine wurden ihm gebrochen (ebenfalls in den Medien veröffentlicht).
Aufmerksame Bewohner alarmierten die Polizei, welche erst nach 35 Minuten vor Ort war, obwohl der Polizeiposten nur ca. eine Minute entfernt ist (diese gravierende Zeitspanne ist ebenfalls Gegenstand dieses Falles).
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3. Seit wann zeigt ihr Präsenz und wie steht ihr zu Begriffen wie Bürgerwehr und Patrouille?
Unsere Clubbrüder wurden ins Spital gebracht und sie wurden notversorgt und wieder heim gebracht – die ausstehenden Operationen sind aufgrund von 2-maligen Terminverschiebungen noch immer nicht vollzogen (die nächste Chuzpe).
Weil unsere Clubbrüder erheblich verletzbar sind, haben wir als Club beschlossen sie zu besuchen/unterstützen und den öffentlichen Raum, vor Ort in Beschlag zu nehmen bzw. einfach nur anwesend zu sein. Seit diesem Tag treffen sich Bewohner und Clubleute zu einem Tratsch oder Austausch regelmäßig auf diesem öffentlichen Platz. Es werden Bänke und Campingsessel aufgestellt, manche Bewohner stellen Getränke zur Verfügung oder bringen Kuchen oder Brote.
Es geht darum, dass wir den Bewohnern die Möglichkeit bieten wieder des Abends ein gemütliches Stelldichein zu bestreiten und die gesellschaftlichen Kontakte zu pflegen – bis dato haben sich die Anwohner, darunter viele ältere Personen, nicht mehr auf die Straße getraut – Angst und Einschüchterungen waren zu stark. Wir leben das Recht auf Besuch und gemütliches Zusammentreffen auf diesem Platz aus und stellen keine Bürgerwehr dar, noch gehen wir auf Patrouille in den umliegenden Gassen.
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4. Wie wird eure Präsenz von den Anwohnern gesehen?
Unsere Präsenz wird von den Anwohner total positiv aufgenommen, laut Aussage fühlt man sich wieder frei in der Entscheidung ins Freie zu gehen, Leute zu treffen und Neuigkeiten auszutauschen – einfach ein „Tratscherl“ zu halten. Oder aber auch am Abend mit dem Hund Gassi zu gehen. Wir sind quasi schon in der dortigen Community aufgenommen.
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5. Was sagt die Polizei vor Ort? Gibt es da Kontakte?

Natürlich war die Polizeipräsenz am Anfang sehr groß, d.h. Busse voll Polizisten standen bereit, auch die Bereitschaftspolizei (WEGA) war da, um gegebenenfalls einzugreifen. Nach meiner Aussprache mit dem Grätzelpolizisten und die Darstellung, was wir denn tun und unterlassen, konnte eine „Abmachung“ getroffen werden, die der Polizei unser Ansinnen näherbrachte. Da unser Verhalten rechtstaatlich ist, und wir uns auch daran halten, kann dem nichts entgegengebracht werden. Falls unsere Präsenz zu einem Angriff oder Attacke durch diese Migrantenbande führt, werden wir dies dokumentieren, die bürgerlichen Rechte in Anspruch nehmen und Meldung erstatten. Die Polizei entsendet jetzt regelmäßig Streifen, welche nach dem Rechten schaut.

6. Habt ihr das Gefühl, dass es durch eure Präsenz im Bezirk bereits ruhiger geworden ist?

Auf jeden Fall ist es zunächst ruhiger, die Bewohner und die Leute, welche vorbeikommen berichten uns, dass es nicht vergleichbar zu damals ist. Die Lebensqualität ist für alle Anwohner merklich gestiegen durch unsere Präsenz und diese erfahren wir immer wieder durch Zuwendungen und Kommentare.

7. Was ist euer Ziel? Wann endet die Aktion?

Unser Ziel ist es primär, die Bewohner und die Behörden bzw. Politik aufmerksam zu machen, dass dieses Ungleichgewicht und diese Gewaltspirale einfach angegangen werden muß, sodass alle Menschen in diesem Grätzel ein lebenswertes und liebenswertes Umfeld genießen können. Die Anwohner müssen sich gemeinsam und selbst um ihren Lebensumstand kümmern – das geht nur GEMEINSAM – ich hoffe das wir da ein vorzeigbares Beispiel abgegeben haben. Wir sind nur jener Prellbock, bei dem sich diese Migrantenbanden die Zähne ausbeißen und vor dem sie offensichtlich Respekt haben, da wir auf „ihrem“ Platz diese Treffen/Zusammenkünfte abhalten.
Als Abschluss wird ein Kindergeburtstag angepeilt (August). Wir der FINAL DAWN MC wurden gefragt und eingeladen, ob wir nicht auf diesem Geburtstag eines jungen Mädchens, als Gäste anwesend sein könnten, damit die Kids diesen Geburtstag auf der Gasse und im Vorgarten frei von Angst und Befürchtungen abhalten können.
Gegen Kuchen und Kaffee können wir uns nicht wehren – lasst uns die Party abfeiern.
(Ende Mailinterview)
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Anmerkungen!

Da mein Hinweisgeber im Mailinterview nun selbst einen Clubnamen preisgab, kann ich daran anknüpfen. Okay, ein MC reagiert auf die zum Teil heftigen Vorfälle in dem Bezirk. Wer jetzt dennoch die Verlautbarungen in der Presse in puncto Bürgerwehr oder Patrouille übernimmt, liegt meines Erachtens völlig falsch. Die Männer besuchen lediglich ihre Clubbrüder, die in dem Bezirk leben und denselben Gefahren ausgesetzt sind, wie alle anderen Anwohner auch. Sie zeigen Präsenz und der Aufenthalt an öffentlichen Plätzen ist ja nun beileibe keine Patrouille. Öffentliche Plätze sind ein Ort der Begegnung. Das der Grund dafür ein mehr als unschöner ist, kann den Bikern ja nun wahrlich nicht angelastet werden.

Der Wiener Bezirk Donaustadt ist ein Kriminalitätsschwerpunkt, steht im Ranking stets recht weit oben. Immer wieder kommt es zu heftigen Übergriffen. Offensichtlich scheint die Polizei nicht in der Lage zu sein, ausreichend auf die Gefahren zu reagieren. Seitdem die Biker allerdings Präsenz zeigen, hat sich die Streifentätigkeit deutlich erhöht. Dabei geht es aber ganz sicher nicht darum, die Biker zu kontrollieren, nein, es ist meines Erachtens die Reaktion auf das mediale Bild der Polizei in der Öffentichkeit, die endlich ihrem Präventionsauftrag versucht gerecht zu werden.

Fakt ist: Seitdem die Biker Präsenz zeigen, ist es in dem Bezirk merklich ruhiger geworden. Das Sicherheitsgefühl der Anwohner wurde gestärkt. Offensichtlich muss die Bande nun erst einmal damit klar kommen, dass es Biker gibt, die nicht wegschauen, sondern den Menschen im Bezirk zur Seite stehen. Und das hat absolut nichts mit Selbstjustiz zu tun.

Ich bleibe mit meinem Infogeber in Kontakt und werde erneut über die Situation berichten, sofern es zu Veränderungen im Bezirk kommt. In jedem Fall bin ich an einer Berichterstattung über den Kindergeburtstag interessiert. Bis dahin sage ich nur: „Respekt Männer und passt auf euch auf!“

Hier findet ihr etliche Presseberichte zur Situation in dem Bezirk:

https://exxpress.at/news/nach-brutaler-pruegelattacke-biker-schuetzen-jetzt-ganzes-wiener-graetzel/

Autor: Lars Petersen

Mitglied im DPV Deutscher Presseverband - Verband für Journalisten e.V. Über 30 Jahre Erfahrung als Vertriebsmann, davon 9 Jahre Anzeigenleiter bei der Borgmeier Media Gruppe GmbH in Delmenhorst. Steckenpferd? Texten. Zur Person? Vater und MC-Mitglied (1%er). Karre? 99er Harley Davidson Road King. KM pro Jahr? Das reicht schon! Mein Credo? Geht nicht, gibt es nicht!! Machen, nicht labern! Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass er seine Tätigkeit mit der höchst möglichen Neutralität und Objektivität ausführt und die Inhalte im Online-Magazin nur von ihm entschieden werden, sofern es sich nicht um bezahlte Aufträge handelt. Besonderes: U. a. Veranstalter von Bikes, Music & More Vol.1 bis 5. - Das Biker-Festival in Delmenhorst, Organisator der Biker Meile im Rahmen des Delmenhorster Autofrühlings sowie Produzent vom Motorcycle Jamboree Journal. Ausrichter vom Rocker Talk 1 und 3.