HOGESA: Nur ein Strohfeuer?

Persönliche Meinung!

Die erste HOGESA-Demo in Köln am 26.Oktober wurde als historische Chance angepriesen. Wir waren live dabei, neutral und ohne jedes politsches Statement. Der Artikel über unsere Live-Erfahrungen wurde in vielen Kommentaren als objektiver Beitrag zur Darstellung der tatsächlichen Ereignisse gewürdigt. Hüben wie drüben lief einiges schief!

Im Nachhinein ist man aber bekanntlich immer schlauer. Ergo müssen auch wir eingestehen, dass es in der Tat wohl doch rassistische Äußerungen gegeben hat. Auch der ein oder andere Hilter-Gruß wurde in den Medien dokumentiert. Davon haben wir absolut nichts mitbekommen, obwohl wir auf beiden Augen recht gut sehen und unsere Lauscher top hören können!
Mehrheitsfähig waren derartige Aktionen keinesfalls!

Nur ein steifer Ellenbogen. Das darf sich nicht wiederholen!

Nur ein steifer Ellenbogen? Das darf sich nicht wiederholen!

Vollmundig hatten nun die Organsiatoren der HOGESA-Aktion angekündigt, als Bewegung kann ich den Aufmarsch der Hooligans nicht ansehen, es fehlt jegliche intellektuelle Auseinandersetzung mit dem Thema Salafismus, dass es zukünftig weitere Demos geben wird. Undzwar mit deutlich mehr Teilnehmern. Meine Quellen berichten, es wird auch mit einer Zunahme der Beteiligung durch Rocker zu rechnen sein. Ob Hannover stattfindet, ist fraglich. Doch was kam nach Köln?

Und nun?

In meinem ersten Artikel hatte ich bereits angeprangert, dass es im Vorfeld anscheinend kein wirkliches Konzept zur Durchführung der Demo gegeben hat. Der gemeinsame Feind hieß Salafismus, dies reichte aus, um die Massen zu bewegen. Ja, auch ich lehne den Salafismus und die damit einhergehenden Greultaten durch die ISIS, die vielen religiös motivierten Morde konsequent ab, doch eine Demonstration ist ein poltitisches Instrument, und das Demonstrationsrecht als Bestandteil der Meinungsäußerung ist ein so hohes Gut, dass ich von einem Veranstalter einfach erwarte, insbeondere wenn er aus der Hools-Szene kommt, mal etwas weiter über den Tellerand hinaus zu schauen. Diesbezüglich hat man leider wenig richtig, doch vieles falsch gemacht!

Aktuell muss konstatiert werden, dass im Nachlauf zu Köln nunmehr das Handeln von Polizei und Staat und die Krawalle so sehr in den Fokus geraten sind, dass kaum noch das Wort Salafismus in den Mund genommen wird. Doch was setzt HOGESA dagegen.?

In Köln gab es nur eine kleine Gegen-Demo. In Hannover sieht das völlig anders aus!

In Köln gab es nur eine kleine Gegen-Demo. In Hannover wird das bei einer Genehmigung völlig anders aussehen!

An sich nichts! Die Problematik hat sich völlig auf die Krawalle in Köln verlagert. Dazu gibt es Kommentare ohne Ende. Je nach Blickwinkel ist der Schuldige gefunden. Um es klar zu stellen: Nach wie vor halte ich die Strategie der Polizei für völlig unzureichend. Die haben dort unerfahrene Beamte zu einer Hooligan-Demo gesandt, die mit den Ereignissen vor Ort völlig überfordert waren. Wenn man als 19jähriger Polizist einer Horde kampferfahrener Hools gegenüber steht, dann ist es kaum verwunderlich, wenn die sich in die Hose machen und heftig überreagieren. Das hätte jedem Einsatzleiter klar sein müssen. Doch weiter!

Die Stellungnahme der HOGESA zu Köln weist aus, dass von den System-Medien keine objektive Berichterstattung zu erwarten sei. Mag sein, aber nach Köln bin ich erneut über die FB-Seite auf die HOGESA zugegangen, habe dem Veranstalter den Link zu unserem Live-Report übermittelt, und um eine Kontaktaufnahme gebeten. Erneut keinerlei Reaktion! Wie schon vor Köln!

Das stimmt mich nachdenklich, denn als System-Medium kann man uns wahrlich nicht bezeichnen. Ich stehe dem Umstand, dass Menschen aus vielen gesellschaftlichen Schichten gemeinsam gegen den Salafismus auf die Straße gehen sehr positiv gegenüber, obwohl ich um die Tatsache weiß, dass man durch eine aktive Beteiligung selber in den rechten Fokus geraten kann. Weiß ich, was meine Kunden davon halten? Wie bewerten sie uns fortan? Bin auch ich jetzt für sie ein Nazi?

Das ist die Verpackung. doch was ist wirklich drin?

Das ist die Verpackung. doch was ist wirklich drin?

Wo ist der Versuch, die weniger als 10% gewaltsuchenden Teilnehmer auszugrenzen, diese Zahl stammt von der HOGESA aus ihrer Stellungnahme, um für die Sicherheit der über 90% friedlichen Teilnehmern Sorge zu tragen? Wo finde ich auf der HOGESA-Homepage die Informationen zum Salafismus? Wo betreibt HOGESA diesbezüglich die thematische Aufklärung? Mir ist das alles viel zu dünn!

Stattdessen melden sich Ultras, denen ohnehin von der unpolitischen Kategorie C vorgehalten wird, sie würden die Politik in die Stadien bringen, und distanzieren sich von der HOGESA. Einigkeit in der Sache sieht anders aus. Die HOGESA selbst wird komplett auf das „Rechts“ herunter gebrochen, ihr Bemühen das eigentliche Ziel wieder in den Vordergrund zu bringen, ist sage wir mal inkonsequent. Die eigenen Reihen scheinen doch nicht so geschlossen zu sein, wie man es gern hätte. Man kommt einfach nicht auf einen gemeinsamen Nenner. Tja, diesbezüglich ist es ja wie in der deutschen Rocker-Szene. Partys machen wir alle, aber reden können wir oft nicht miteinander. Die Kluft scheint unüberwindlich.

Eines ist doch wohl klar; wenn man so viele Kräfte bündelt, die sich ansonsten spinnenfeind sind, dann reicht es eben für eine gemeinsame politische Bewegung nicht aus, nur eine gemeinsame Parole skandieren zu können. Damit diese auch als Bewegung wahrgenommen wird, ist der interkulturelle und politische Austausch zwingend notwendig. Das Thema muss klar in den Fokus gesetzt werden. Die Parole Salafismus alleine bildet aber kein Thema. Es ist nur ein aktuelles Wort. Es kommt also auch hier entscheidend auf den Inhalt an. Ein attraktives Geschenkpapier alleine, erzeugt ja auch keine nachhaltige Freude.

Ihr habt gefordert, dass sich die bürgerliche Mitte an HOGESA beteiligen soll, ok, dann müsst ihr aber auch mit den Wölfen heulen und die Bürger dort abholen, wo sie am besten zu packen sind, nämlich in der thematischen Glaubwürdigkeit einer Sache.

Und diese Chance bestand in der Tat. Viele Menschen außerhab der Kategorie C standen dem Ansinnen positiv gegeüber. Das Motto: „Laßt die mal machen, die Aktion ist gut!“. Eine solche Grundeinstellung bedeutet aber keineswegs Zustimmung und schon gar nicht führt es zu einem pro aktiven Handeln. Die Skepsis bleibt. Ich kann ja auch nicht einfach alle Onepercenter-Clubs zu einer gemeinsamen Party einladen, als Parole „A.C.A.B“ ausrufen und dann davon ausgehen, dass wir uns plötzlich alle ganz doll lieb haben und die Party ohne Probleme über die Bühne geht. Nix da, ein solches Unterfangen setzt voraus, dass ich bereit bin, in einen mühsamen Prozess einzusteigen, um erst einmal mit den Rockern die Gemeinsamkeiten zu erarbeiten. Wenn das gelingt, kann man zusammen darauf einen zischen!

So wie es derzeit aussieht, wird der Staat alles versuchen, um die geplante Demo in Hannover zu verbieten. Wenn das passiert, kann die HOGESA die Nummer nur noch gerichtlich durchsetzen. Und wenn das klappt, habt ihr nur eine einzige Chance: Keine Krawalle. Leider ist die Wahrscheinlichkeit dafür sehr gering, da bereits jetzt 11 Gegendemonstrationen entlang der geplanten Aufmarsch-Strecke angemeldet sind. Und wenn aus dieser Richtung die HOGESA ausschließlich wieder dem rechten Spektrum angegliedert wird, kann ich jeden Nicht-Nazi verstehen, der sich die Hasskappe aufsetzt. Ich werde es mir jedenfalls nicht bieten lassen, als Nazi tituliert zu werden, der ich garantiert nicht bin. Ich bin Patriot!

In der Rocker-Szene wird der Salafismus ebenfalls heftig diskutiert. Ich habe mit etlichen Szene-Gängern gesprochen und mehrheitlich ist man der Meinung, man sollte dort an und für sich Gesicht zeigen, doch wird befürchtet, das sich der Blick der Presse damit verstärkt der Rocker-Szene zuwendet. Dieses Argument ist absolut schlüssig, den Hoolgans wird wenigstens nicht permanent unterstellt, sie würden der Organisierten Kriminalität angehören, Rocker stehen dagegen im Generalverdacht!

Irgendwie ein großes Dilemma!

Autor: Lars Petersen

Mitglied im DPV Deutscher Presseverband - Verband für Journalisten e.V. Über 30 Jahre Erfahrung als Vertriebsmann, davon 9 Jahre Anzeigenleiter bei der Borgmeier Media Gruppe GmbH in Delmenhorst. Steckenpferd? Texten. Zur Person? Vater und MC-Mitglied (1%er). Karre? 99er Harley Davidson Road King. KM pro Jahr? Das reicht schon! Mein Credo? Geht nicht, gibt es nicht!! Machen, nicht labern! Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass er seine Tätigkeit mit der höchst möglichen Neutralität und Objektivität ausführt und die Inhalte im Online-Magazin nur von ihm entschieden werden, sofern es sich nicht um bezahlte Aufträge handelt. Besonderes: U. a. Veranstalter von Bikes, Music & More Vol.1 bis 5. - Das Biker-Festival in Delmenhorst, Organisator der Biker Meile im Rahmen des Delmenhorster Autofrühlings sowie Produzent vom Motorcycle Jamboree Journal. Ausrichter vom Rocker Talk 1 und 3.