28. Motorcycle Jamboree 2018: Der Samstag!

Und es brannte wieder die Hütte!

Nachdem ich euch vorgestern meine Eindrücke zum Verlauf der ersten beiden Tage beschrieben habe, kommen wir heute zum Samstag, dem Haupttag. Mit Accept erwartete uns ein echter Headliner live auf der Mainstage. Dazu später mehr, denn wie bereits im ersten Teil arbeite ich meine Erlebnisse in der zeitlichen Reihenfolge ab.

Zunächst aber oute ich mich. Der Dicke pennt nicht mehr auf dem Borns-Camp. Kassendienste, die ewigen Fotosafaris, hier und da ein Interview, sowie die Hitze machten mir letztlich doch zeitweilig dermaßen zu schaffen,  dass ich mittlerweile die Ruhe und Entspannung im Rasthaus zum Tiefen Brunnen vorziehe. Die Crew um Betreiber Lutz herum ist voll und ganz auf Biker eingestellt.

Unaufdringlich freundlich gehen sie auf unsere Bedürfnisse ein, machen keinen Hokuspokus, organisieren Spezials und bieten eine echt schmackhafte Küche zum definitiv kleinen Preis. Wenn ihr also in der Nähe um das Alte Lager herum eine gemütliche Lokation sucht, dann sei das Rasthaus hiermit eindeutig empfohlen. Das gilt natürlich nur für Biker, die Wert auf ehrliche Gastfreundschaft legen und keinen Schickimicki brauchen.

Rasthaus zum tiefen Brunnen!

Der Samstag!

Auch der Haupttag startete erneut mit den Biker-Games. Schon erstaunlich, wie viele sich die Games trotz der extremen Mittagshitze geben. Der Besucherandrang war gegenüber dem Freitag jedenfalls merklich größer. Davon profitierten auch die Highland-Games, die sich direkt anschlossen. Dennis aus Berlin und meine Wenigkeit präsentierten die Nummer nunmehr zum achten Mal und noch während der laufenden Biker Games war klar, das wir mit einem ordentlichen Teilnehmerfeld loslegen würden, darunter auch zwei Youngster, die noch für lange Gesichter sorgten.

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Denn beim Farmers-Walk verzichteten wir bei Ihnen vor dem Run mit den Kanistern auf die fünf Liegestütze und siehe da, sie haben die Kerle allesamt hinter sich gelassen. Genauso wie ich, waren darüber selbst die beiden Youngster Kenny und Alex überrascht. Das war durchaus in unserem Sinne, denn genauso wie die Biker Games geht es ausschließlich um Kurzweil und Fun. Und natürlich gab es wieder die La Ola Welle und Acrylpokale für die Best of Three in allen Disziplinen.

Während der Siegerehrung erklang ein Sound aus dem Partyzelt, welcher mich tierisch neugierig machte. Schon im Vorfeld war mir beim Erstellen der Bandvorstellungen für das Jamboree Journal die Band Biest aus Hamburg positiv aufgefallen, jetzt kam der Live-Effekt hinzu. Also ging es mit meiner Lady direkt in das Zelt. Der Alternative Rock der Combo kam so dermaßen energetisch und frisch daher, dass selbst die echt miese Stagetime zur Mittgaszeitt etliche Leute in das große Zelt lockte.

Trotz der Hitze zur Mittagszeit lieferten Biest aus Hamburg ein fulminantes Musikerlebnis ab.

Die gesamte Band agierte auf technisch hohem Niveau, die Arrangements der Songs haben meines Erachtens jetzt schon ein professionelles Niveau erreicht. Frontfrau Jen kommt natürlich und lasziv rüber, kokettiert gekonnt mit ihren Reizen, ohne dabei auch nur einmal künstlich zu wirken. Das war absolut beste Unterhaltung und ich kann Wild Events e.V. nur empfehlen, diese Truppe im Auge zu behalten und ggf. zu einer späteren Zeit auf die Mainstage zu stellen. Doch egal, ob wir Biest auf dem Jamboree wiedersehen, wenn ihr eine richtig geile Band für euer Anninversary braucht, dann nehmt Biest aus Hamburg, sofern euch das Genre zusagt. Für mich die absolut positivste Überraschung auf dem Jamboree 2018! Das fetzt!

Ob nun die nachfolgenden Acts das Konzert von Biest noch toppen würden, war natürlich fraglich. Nach meinem erneuten Kassendienst war ich jedenfalls sehr gespannt auf den Gig von der The Reverend Andrew James Gang Und was soll ich sagen, die Truppe um Ski King herum hat beste Unterhaltung abgeliefert. Nun bin ich allerdings kein großer Fan von Elvis und Cash, insofern mag man es mir verzeihen, das ich nicht völlig aus dem Häuschen war. Doch ich gebe zu, der Mann am Mikro ist ein echt guter Performer und das, was um ihn herum passiert, ist absolut stimmig und bestens dazu geeignet jede Biker Party ins Rollen zu bringen.  Ski King hat definitiv Charisma, auch ohne Jack-Flasche am Hals. Grins…..

The Reverend Andrew James Gang kam mehrheitlich sehr gut an an.

Nachfolgend sollten Accept dem Samstag musikalisch das Sahnehäubchen aufsetzen. Sagen wir mal so, es war ein ordentlicher Klecks Sahne, keine ganze Schüssel. Logen sind das Profis und haben sich über lange Zeit echten Weltrum erspielt. Und egal wo Accept auftreten, mit Songs wie Prinzess of the Dawn oder Ball to the Wall holt man jeden Biker ab, so auch hier, aber die anfänglich doch heftig übersteuerte Bass-drum störte schon gewaltig, da sie den Gesang förmlich erdrückte.

Accept in Aktion. (Foto by Dave Gardener)

Im Verlauf des Gigs wurde das merklich besser und unter dem Strich ist jeder Accept-Fan sicherlich auf seine Kosten gekommen. Die Band hat über 90 Minuten Metal vom Feinsten abgeliefert. Im direkten Vergleich zu Doro und Band gefiel mir aber deren Performance und der Sound doch etwas besser. In jedem Fall muss es den Zuhörern gefallen haben, denn es gab keine merklichen Abwanderungen wie bei Suzi Quattro im letzten Jahr, und das Volk vor der Bühne rockte gut ab. Somit machen wir auch hier mal einen Haken dahinter.

Jo, auf der Bühne würde ich auch gerne einmal spielen!

Mein Gesamtfazit!

Das Line Up hatte ein musikalisch ausgewogeneres und attraktives Gesamtpaket versprochen und meiner Einschätzung nach die Erwartungen definitiv erfüllt. Doro und Accept als Headliner lieferten eine agile und ambitionierte Show. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass sie nur gekommen waren, um einen Haufen Kohle einzustreichen. Im Gegenteil! Jimmy Cornett lieferte mit seiner Band grandios ab und ich bin mir sicher, dass wir ihn noch einmal wiedersehen werden.

Mein persönlicher Gewinner ist aber die Band Biest aus Hamburg, denn sie haben absolut positiv überrascht und eine Gesamtperformance hingelegt, die jeden Alternative Rock-Fan ins Schwärmen bringen musste. Rick von den Frankfurter Borns sah das wohl ähnlich und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die Combo bei der Wild Motors & Beach Party in 2019 die Bühne zum Beben bringen wird. Es wäre jedenfalls ein Rahmen, in dem die Truppe ihre Qualitäten voll ausspielen kann, weshalb ich Rick empfohlen habe, die Band mal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Die Händler-Area war top besetzt, einige neue Food-Stände konnten bei den Besuchern mit einem innovativen Angebot gut punkten. Wetter, Atmosphäre, logistischer Ablauf, was der Veranstalter selber in der Hand hatte, lief sauber und ordentlich ab. Jedenfalls habe ich in den drei Tagen nicht einen Verriss gehört. Somit zählt das 28. Motorcycle Jamboree für mich zu den besten überhaupt, die ich bisher live miterlebt habe. Respekt an den Veranstalter und alle, die daran in welcher Form auch immer mitgewirkt haben! Und ich meine wirklich Alle!

Biest live on Stage!

Das grandiose Feuerwerk!

Impressionen!

Bildlink: Fotograf Dave Gardener: https://www.facebook.com/pg/MotorcycleJamboree/photos/?tab=album&album_id=1011037325726607

Presselink: http://www.maz-online.de/Lokales/Teltow-Flaeming/Altes-Lager-Kein-Platz-fuer-Rivalitaeten-beim-Motorcycle-Jamboree

 

Autor: Lars Petersen

Über 30 Jahre Erfahrung als Vertriebsmann. Davon 9 Jahre Anzeigenleiter bei der Borgmeier Media Gruppe GmbH in Delmenhorst. Ü50, Vater, Musiker ( Singer ) und MC-Mitlglied. Karre. 99er Harley Davidson Road King KM pro Jahr? Das reicht schon! Mein Credo? Geht nicht, gibt es nicht!! Machen, nicht labern! Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass er seine Tätigkeit mit der höchst möglichen Neutralität und Objektivität ausführt und die Inhalte im Online-Magazin nur von ihm entschieden wird. Besonderes: Veranstalter von Bikes, Music & More Vol.1 bis 5. - Das Biker-Festival in Delmenhorst sowie der Biker Meile im Rahmen des Delmenhorster Autofrühlings.