Es gibt Bands, die sollte man einfach nicht covern. Led Zeppelin gehörten für mich bis dato immer dazu. Die Musik von Jimmy Page & Co hat Musikgeschichte geschrieben. Kaum eine andere Band hat den 70ern so sehr seinen Stempel aufgedrückt. Legendär für ihre Live-Auftritte, genial die Stimme von Robert Plant. Insofern hatte mich alleine dieser Umstand auf den Gig von „Led Zep“ im Bremer Meisenfrei neugierig gemacht. Wer sich da ran traut ist entweder grottenschlecht oder einfach richtig gut.
Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben!
So mein erster Gedanke, als ich um die Ecke bog. Die Schlange reichte bis auf die Straße. Was war denn hier los? Ok, Led Zep genießen in der Region einen sehr guten Ruf, aber auf einem Mittwoch hatte ich mit einem derartigen Ansturm nicht gerechnet. Das Ding war komplett ausverkauft. Dutzende standen vor der Kasse, begehrten Einlass. Doch nichts ging mehr.
Mist, 18 Leute im Schlepptau, und nun das. Gottlob war die dazu gehörige Kneipe noch nicht restlos voll. Alle Mann an den Tresen. Im Meisenfrei sieht man regelmäßig Leute aus der Szene. Mit Kutte ist kein Problem, vorausgesetzt man macht nicht den Larry. Darauf hatte ohnehin keiner Bock, zumal wir Gäste mitgebracht hatten. Im Nachhinein entwickelte sich so einer geiler Abend. Schöne relaxte Aktion.

Als einer der wenigen Läden ist der Blues Club Meisenfrei noch mit Kutte besuchbar. Da macht kein Rocker Stunk!
Zum Gig!
Irgendwann klinkte ich mich aus, ging rüber in die Live-Hall. Diese war so brechend voll, dass ich mir mal gleich den Gang an die Bühnekante ersparte. Nee, das tue ich mir nicht an. Da der Sound optimal abgemischt wurde, konnte ich auch von hinten alles erfassen, was für mich wichtig war. Led Zep kamen fett groovig rüber. Klar, die Stimme von Linus Benger ist nicht unmitelbar mit der von Robert Plant vergleichbar, aber der Mann beackert etliche Stimmlagen, intoniert souverain und auf den Punkt.
Die Band erzeugt ein coole Gig-Atmosphäre. Das Timing nahezu optimal. Der Drummer agierte mit einem fetten Punch, der Bass-Mann machte Druck und so arg viele Gitarristen sind mir nicht bekannt, die über ein derartiges Reportoire verfügen. Das Publikum dankte es mit immer lauter werdenden Beifall. Ok, 16 Euro Eintritt sind eine Ansage. Aber Led Zep haben sich an diesem Abend ihre Gage mehr als verdient.
Fazit!
Led Zep haben es geschafft, den Glam Rock ihrer Vorbilder aufleben zu lassen. Ich hätte überhaupt keine Bedenken, diese Kombo bei einem großen Anniversary oder einer Jahresparty meinen Gästen zu präsentieren. Die Männer bieten eine tolle Show und haben alle Klassiker im Gepäck. Das war dreckig, das war echter Rock ‚N‘ Roll. Hiermit empfohlen!


