Geht da noch was?
Irgendwie scheint die Nordmann Unternehmsgruppe mit seinem Gastronomieobjekt an der B 213 kein Glück zu haben. Nach der Texas River Ranch, dem White Buffalo und zuletzt dem Hangout, steht das stylische Objekt erneut seit geraumer Zeit leer. Und wenn ich diesen Zustand betrachte, blutet mir das Herz. Denn noch immer glaube ich, dass es funktionieren könnte.
Bisher nur Misserfolge!
Ich hatte unter der Regide von Remo Waldt vom damaligen White Buffalo das Objekt für unsere 15th Anniversary Party vermittelt und die dortige Party war grandios. Über 800 Biker schlugen auf. Die Lokation kam tierisch gut an. Fragt sich somit, warum die Pächter dort nicht nachhaltig Fuß fassen können. Nun, die Lage ist für einen Restaurantbetreib nicht gerade optimal. Es gibt null Laufkundschaft. Wer dieses Objekt anfährt, tut es gezielt. Doch was soll man den potentiellen Gästen bieten?
Für eine Edel- oder Sternegastronomie ist das Objekt im aktuellen Zustand nicht geeignet. Für eine normale Speisekarte muss ich nicht so weit fahren. Selbst die nahe liegenden Western-Konzepte mit Burger und Steaks funktionierten dort nicht, obwohl das Essen in der Vergangenheit keinesfalls verrissen wurde und die Lokalität an den Wochenenden meistens gut besucht war. Ich kann mir nur vorstellen, dass es die allgemeinen Vertragskonstellationen sind bzw. eine zu hohe Pacht ist, die dem Pächter nach anfänglichen Erfolgen im Rahmen der Neueröffnung den Hals zuschnüren.
Warum der Eigentümer als professioneller Getränkelogistiker mit sehr guten Kontakten die Lokalität nicht selber betreibt, erschließt sich mir nicht. Das Objekt steht im Familienbesitz, ist vermutlich längst abgezahlt, doch Nordmann selber geht da nicht rein. Stattdessen bleibt die Gastronomie geschlossen, bis sich ggf. wieder ein potentieller Pächter findet, der dann unter dem mittlerweile schlechten Ruf leidet und gegen Windmühlen kämpft. Fakt ist, wer sich für eine Anmietung interessiert, muss eine gewaltige und selbst kaum beeinflussbare Hürde nehmen, da viele potentielle Gäste dem Lokal aufgrund der Vorgeschichte kaum eine Chance geben werden.
Warum nicht Biker?
Dabei bietet das Objekt so immens viel. Ein schönes Ambiente im Inneren, einen großen Saal, eine Einliegerwohnung, zwei große Außengelände, selbst ein Campground ist möglich. Genau darum favorisiere ich immer noch ein Bikerkonzept, zumal die B 213 eine ausgewiesene Motorradstrecke und die Anbindung an die A1 optimal ist.
Hätte ich die Kohle würde ich mir das vermutlich antun. Habe ich aber nicht! Mit Leidenschaft und dem Wissen um die Eigenarten der Bikerszene kann sowas klappen, vorausgesetzt die Pacht ist angemessen und berücksichtigt die bisherigen Misserfolge. Niemand hat etwas davon, wenn einem neuen Pächter trotz Zuspruch die regelmäßigen Kosten ins Wanken bringen und auch er nach kurzer Zeit aufgeben muss.
Die Kombination aus Biker-Gastro mit Live-Musik, hier geht man wirklich keinem Anlieger auf den Senkel, sollte an sich ein Potential haben. Auch ein integriertes Hostel für Biker oder Monteure könnte funktionieren. Nur, wer tut sich das an? Wir reden hier nicht über 100 m2 Gastrofläche, heißt, alleine die monatlichen Energiekosten sind sicherlich recht üppig und aufgrund der Größe braucht es auch einige Servicekräfte mehr. Unter dem Strich ist das Lokal mit hohen Kosten verbunden.
Fazit!
Wenn kein Wunder passiert, müssen wir uns wohl damit abfinden, dass die Bude immer mehr verkommt und als Mahnmal für gastronomisches Scheitern angesehen wird. Schade drum!




