Gerade eingetroffen: Lesermeinungen

Erneut hat sich Störte 1% zu Wort gemeldet. Diesmal zum Beitrag „Wenn MC-Rules gegen Gesetzte verstoßen“.

Heute ein Leserbrief von Störte 1%!

Heute ein Leserbrief von Störte 1%!

Hier seine Meinung:

Hallo Lars1%!
Sehr aufmerksam las ich deinen Beitrag zu den MC rules. Deinen Vorschlag, diese Rules im Zusammenhang mit der Moralvorstellung und der rechtsstaatlichen Ordnung zu sehen, bin ich mal nachgekommen.. Aber das Video aus NY, hilft mir da nicht weiter. Das sehe ich als Ausnahmesituation.
Allem vorweg: die Vögel die Schwierigkeiten mit ihren eigenen Exbros haben, und dann rechtsstaatliche Hilfe in Anspruch nehmen stehen für mich auf der gleichen Stufe wie die Kandidaten, die bei dicker Hose was auf die Schnautze bekommen, und dann, nach reichlich Wunden lecken, Anzeige erstatten. Es sind „snitches“ Beides ist Verrat!Und solche Elemente haben in der MCscene nichts zu suchen.
So, nun im einzelnen.
Jeder weiß vorher, auf was er sich einläßt, wenn er sich dazu entschließt irgendwann Farben zu tragen. Und es soll mir keiner kommen und behaupten, die Konsequenzen waren ihm nicht bewußt. Das sollte er gelernt haben, in der Hänger- und Prospektzeit. Er sollte wissen, wie wir ticken, und das wir auch unmittelbar agieren.
Der Gesetzesverstoß tritt ein, wenn ich zu Mamma auf den Arm will. Das wird dann gerne direkt alles medial ausgeschlachtet, und im Gesetz gibt es dafür entsprechende Bezeichnungen. Du hattest es erwähnt.
An dieser Stelle lasse ich das Beispiel mit dem Sportverein weg, und nenne mal ein anderes Beispiel. Immer noch gibt es schlagende Studentenverbindungen. Da geht es mit Sicherheit rustikal zu Werke. Auch hier weiß jeder, auf was er sich da einläßt. Mit welchem Makel in diesen Kreisen, fristet jener sein zukünftiges Dasein, der den Kontrahenden anzeigt, der ihm ne Macke(Schmiss) verpasst hat. Auch da gibt es solche, die hinterher mit der Nummer nicht mehr einverstanden sind.
Bestimmt sind die Aktionen nicht mit unserer Rechtsstaatlichkeit zu vereinbaren. Aber wo kein Kläger, da ist auch kein Richter. Von der Seite ist das für mich eindeutig.
Was den Gesetzeshütern am allerwenigsten passt, ist, daß wir unsere Sache selbst in die Hand nehmen. Und da liegt der Hund begraben. Aus unzähligen Beispielen weiß jeder, das es viele Möglichkeiten gibt, sich mittels der Rechtsstaatlichkeit und seinen Instrumenten aus der Verantwortung zu stehlen. Auf so eine Scheiße verzichten wir. Das ist bekannt. Ende der Durchsage. Wie sehr da manche gesprochenen Urteile zum Himmel schreien, zeigt folgende Story: Ein ehemaliger Kollege(Heinz) fuhr durch Köln und wurde von einem Wagen geschnitten. Natürlich schimpfte er. Der Gegner fasste das wohl als Aufforderung zum Tanz auf, und die Fahrt endete auf einem Parkplatz. Dem gegnerischen Fahrzeug entstiegen vier wild entschlossene Personen mit Migrationshintergrund. Telo und Base schwingend erwies es sich aber sehr schnell, daß die Kasper kein eingespieltes Team waren. Für meinen Heinz war das nicht viel mehr als eine Trainingseinheit. Vor Gericht sah man sich wieder. Mit Gibs und Halskrause und Gehstöcken traten die Anzeigeführer dort auf. Kurz um: mein Heinz wurde als Kampfsportler zu mehreren Jahren auf Bewährung und einer saftigen Geldstrafe verurteilt.Wie das wohl ausgegangen wäre, wenn Heinz platt gewesen wäre.Das Wichtigste als Satz vom Richter: Sie hätten ja nicht auf den Parkplatz fahren müssen!.Hier wird es interessant. Jetzt kommt die Moral, oder besser Ethik ins Spiel, nur, unsere Gesetze bieten keinen Spielraum zwischen krumm und gerade, und jeder entscheide für sich, wer richtig gehandelt hat, und was hier falsch gelaufen ist . Aber moralisch.? Uns Rocker hängt man in die Tür, will sagen, was wir machen ist Selbstjustiz, ist kriminell, ja wir sind das Böse. Mit Verlaub, unsere Werte sind sehr hoch angelegt, für manche, die es dann trifft, offensichtlich zu hoch, aber fast alle sind absolut deckungsgleich mit den Werten unserer Gesellschaft, oder gehen in ihrer Tiefe und Ernsthaftigkeit noch weit darüber hinaus. Ziehen wir unser Ding durch, dann ist das Geschrei groß, und ein weiteres Mal wird medial auf uns eingedroschen, ohne auch nur im Ansatz ein moralisches Verständnis einzuräumen.

Erinnert ihr euch an Frau Bachmeier? Die legte den Mörder ihrer Tochter im Gerichtssaal um. Die Frau hat sich gerade gemacht, moralisch geht das in Ordnung, aber sie wurde dafür verurteilt. Der Russe, der den Fluglotsen erlegte, der den Crash überm Bodensee zu verantworten hatte, ebenfalls. Und was war mit Birne (sorry Helmut Kohl), der gab sein Ehrenwort, und hielt dicht in der Spendenaffäre. Respekt dafür, aber hier mal im Umkehrschluß. War das moralisch korrekt? Ja, als Mann, der sei Ehrenwort gab.Rechtsstaatlich nein, weil das unsere Gesetze nicht zulassen. Mitglieder der RAF hat man in Beugehaft genommen, um Informationen zu erzwingen, der Herr Bundeskanzler regierte weiter. Moralisch? in die Tonne damit, der Mann war der Boß von dat Ganze! Einen letzten will ich hier nochmal in Erinnerung rufen. Wie lange konnte Herr M.Friedmann mit dem moralisch erhobenen Zeigefinger in der Medienwelt agitieren? Erst Koks und Nutten brachten ihn zum Schweigen. Moralisch?
Ich könnte kotzen…..aber nennen wir es einfach Doppelmoral, besser wäre Biedermann und Brandstifter.
Unter dem Strich, kommt bei dieser kurzen Abwägung eines Zutage. Moral als was Gutes, ist nur für den gut, dem sie nutzt. Wir haben als Member in einem MC, einen Kodex akzeptiert, interpretieren ihn und füllen ihn durch unser Denken und Handeln mit Leben. LOL sind drei der wichtigsten Säulen in unserer MC Kultur. LOVE, RESPECT and LOYALITY,das findet man bei genauerem Hinsehen ebenso in fast jeder Gesetzgebung, egal in welchem Staat der Erde. Unter diesen Aspekten mag jede Regierung unser Handeln als gesetzeswidrig bezeichnen. Moralisch handeln wir nachvollziehbar, ich kann morgens in den Spiegel schauen, und…der nächste Arsch, der meint, er könne ne krumme Tour abziehen, soll sich das besser zweimal überlegen. Ich komme ohne Rennleitung aus.Manchmal denke ich, die, die über uns herziehen, würden gerne wie wir…., können aber nicht, dafür fehlt ihnen der Arsch oder die Eier. Dafür fassen sie lieber der neuen Voluntärin an die Bluse oder untern Rock, schreiben dann aus Frust mit moralischem Zeigefinger über Dinge von denen sie keine Ahnung haben, verkleiden das dann mit gutbürgerlicher Sorge, und bereiten weiter den Boden für Lügen und gefährlichen Halbwahrheiten. So wird sich nichts ändern. Es gibt keinen Grund dazu. Nichts an den Rules und nichts an der Betrachtung unserer Scene. Nichts an der Moral und auch nichts an Recht oder Unrecht.
mit anderen Worten:
Mensch Tebarts! hättse gebaut,wenne gewußt hättest, dat et teuer wird? Ach nee dat mit die Gebote war wat anderes.Und jetz hat dein Föttchen Kirmes!
so keep on rocking, keep on rolling
Störte1%

Stellungnahme des Autors:

Sicherlich spiegelt das Video eine Ausnahmesituation wieder. Mit der Einstellung wollte ich auf die Dualität von Richtig und Falsch hinweisen. Je nachdem aus welchem Blickwinkel heraus man die Szene bewertet, entstehen unterschiedliche Meinungen. Pro Biker oder Pro Autofahrer. Doch oftmals liegt die Wahrheit wohl genau in der Mitte und ist damit ein Beleg dafür, dass es gar nicht so einfach ist, stets klar Stellung zu beziehen. Doch genau darum geht es doch: Position beziehen auf der Basis der individuellen Perspektive. Die MC-Rules sind eindeutig. Jeder, der ihnen folgt, hat damit klar Stellung bezogen. Das Problem: Wer als MC-Member die Rules nicht kennt, weil er sich im Vorfeld nie wirklich damit beschäftigt hat, diese aber für sich in Anspruch nimmt, erntet oftmals genau das, was die Rules an sich verhindern sollen.

Ich danke für den Kommentar zum Beitrag!

Autor: Lars Petersen

Mitglied im DPV Deutscher Presseverband - Verband für Journalisten e.V. Über 30 Jahre Erfahrung als Vertriebsmann, davon 9 Jahre Anzeigenleiter bei der Borgmeier Media Gruppe GmbH in Delmenhorst. Steckenpferd? Texten. Zur Person? Vater und MC-Mitglied (1%er). Karre? 99er Harley Davidson Road King. KM pro Jahr? Das reicht schon! Mein Credo? Geht nicht, gibt es nicht!! Machen, nicht labern! Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass er seine Tätigkeit mit der höchst möglichen Neutralität und Objektivität ausführt und die Inhalte im Online-Magazin nur von ihm entschieden werden, sofern es sich nicht um bezahlte Aufträge handelt. Besonderes: U. a. Veranstalter von Bikes, Music & More Vol.1 bis 5. - Das Biker-Festival in Delmenhorst, Organisator der Biker Meile im Rahmen des Delmenhorster Autofrühlings sowie Produzent vom Motorcycle Jamboree Journal. Ausrichter vom Rocker Talk 1 und 3.