Konroverses! Kutte – Rocker – Politik!

Politik in der Clublandschaft!

Neulich beim offenen Abend eines MC:

„Alter, hast du gestern Maischberger gesehen? / Nö! / Da saß doch wieder dieser Dulli von den Grünen in der Runde. / Welcher Dulli? / Na, der Palmer. / Der ist parteillos. / Erzähll nicht, das ist so ein versiffter Grüner. / Ist er nicht. Er ist längst ausgetreten. / Das kann nicht sein, er war doch Trauzeuge bei dem Özdemir / Du, lass mich mit dem Scheiß in Ruhe! Ich will in Ruhe mein Bier zischen. / Sag nicht, Du bist ein Grünen-Fan?“

Wenn ich das Beispiel weiterspinnen würde, käme ich irgendwann bei einer wüsten Schlägerei an und zwei Clubs hätten etwas zu klären. Undenkbar? Sicherlich nicht! Braucht man das? Also, ich nicht. Politik war schon immer ein Thema, welches schnell mal eben zu einer heftigen Kontroverse ausartet. Daher sollte man erst gar nicht damit anfangen.

Ausgehend von ihrer historischen Entwicklung war auch die deutsche Rockerlandschaft eine eher stets unpolitische Subkultur. War deshalb, weil sich dieser Status ganz sicher in den letzten zwei Dekaden merklich geändert hat. Zum einen sind dafür staatliche Restriktionen verantwortlich, zum anderen aber auch die Entwicklungen in der Rockerszene selbst. Gegen einen sich veränderten Zeitgeist bei den vor allem jüngeren Rockern und massive gesellschaftliche Umbrüche kann sich offensichtlich auch der Oldschool-Rocker nicht mehr erfolgreich zur Wehr setzen. Spätestens in der Pandemie wurde das deutlich.

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Besser nicht!

Was die Clubszene anbelangt, ist man sehr gut beraten, sich in den Meetings und Klubabenden keinesfalls auf allgemeine politische Inhalte einzulassen, egal wie sehr es einen in den Fingern juckt. Viel zu groß ist die Gefahr, dass die Club-Inhalte durch eine aufkeimende Kontroverse in den Hintergrund geraten und die Atmosphäre am Tisch derart vergiftet wird, dass selbst die eigenen Belange nicht mehr reflektiert beackert werden oder man sich am Tresen in die Wolle bekommt.

Ebenso sollte ein politisches Engagement außerhalb des eigenen Clubs stets gut bedacht werden. Wir wissen, dass nahezu alles, was man in der Öffentlichkeit in puncto Politik angeht, letztlich sehr schnell auf den eigenen Club abstrahlen kann. Das heißt nicht, dass man generell keine politischen Inhalte anpackt, auch der Protest gegen ein Insignienverbot oder die Demo gegen die Forderung nach temporären Fahrverboten ist ein politisches Anliegen, aber sie betrifft uns wenigstens direkt, nee, was ich meine ist letzlich eine fehlende Selbstreflexion über die potenziellen Konsequenzen, wenn man den politischen Mainstream anfasst.

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Das aktuellen Themen wie der Krieg im Iran oder in der Ukraine einen nicht kaltlassen, ist völlig klar, aber man sollte in den Clubs so etwas aber nicht über Gebühr thematisieren. Und daher plädiere ich dafür, in Sachen Politik sich merklich zurückzuhalten, was nichts damit zu tun hat, dass man keine Meinung hat. Nur bringt es nichts, wenn man die Atmosphäre in der Truppe stetig mit politischen Inhalten vergiftet. My 5 Cents. Eure Meinungen?

Autor: Lars Petersen

Mitglied im DPV Deutscher Presseverband - Verband für Journalisten e.V. Über 30 Jahre Erfahrung als Vertriebsmann, davon 9 Jahre Anzeigenleiter bei der Borgmeier Media Gruppe GmbH in Delmenhorst. Steckenpferd? Texten. Zur Person? Vater und MC-Mitglied (1%er). Karre? 99er Harley Davidson Road King. KM pro Jahr? Das reicht schon! Mein Credo? Geht nicht, gibt es nicht!! Machen, nicht labern! Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass er seine Tätigkeit mit der höchst möglichen Neutralität und Objektivität ausführt und die Inhalte im Online-Magazin nur von ihm entschieden werden, sofern es sich nicht um bezahlte Aufträge handelt. Besonderes: U. a. Veranstalter von Bikes, Music & More Vol.1 bis 5. - Das Biker-Festival in Delmenhorst, Organisator der Biker Meile im Rahmen des Delmenhorster Autofrühlings sowie Produzent vom Motorcycle Jamboree Journal. Ausrichter vom Rocker Talk 1 und 3.