Alter Schwede, ich war seit Jahren nicht mehr so von Reizen überflutet, wie nach meinem Besuch auf der Custom-Bike-Show in Bad Salzuflen. Deshalb präsentiere ich euch die diesjährige Show auch in drei Teilen. In weiser Voraussicht bin ich gleich früh morgens los gedüst, denn aufgrund meiner eigenen Messe-Erfahrungen wusste ich, dass spätestens mit dem ersten großen Besucher-Run dir die Händler ohnehin nur noch mit einem Ohr zuhören. Logen, sie wollen sich präsentieren und ihr eigenes Business machen. Presse-Fuzzies sind da beizeiten schon einmal lästig. Kamera-technisch hatte ich einen rabenschwarzen Tag. Sorry, aber wer will schon in Perfektion sterben! Egal, Lets Go!
Das für 11 Uhr angesetzte Presse-Frühstück habe ich mir geklemmt. Nicht mein Ding. Dann doch lieber gleich auf die Piste und selber Kontakte machen. Meinen ersten Stop legte ich am Stand der Klaus & Figge GbR aus Bad Salzuflen ein. Die dort präsentierte „Gleitschleiftechnik“ weckte meine Neugierde.
Die freundliche Dame am Stand zeigte sich aufgeschlossen und gewährte mir einen kurzen Einblick in die Technik. Was habe ich verstanden? Nun, für Spiegelglanz ist wie beim herkömmlichen Metallschleifen- und polieren zunächst einmal das Vorschleifen elementar. Dieses geschieht beim Gleitschleifen in einer Vibrationsanlage durch ein 1- oder 2-stufiges Vorschleifen mittels kunstoffgebundener Schleifkörper, einem flüssigen Compound und Wasser. Durch den Einsatz von verschieden großen Schleifkörpern kann die Technik in kleinste Ecken und Kanten vordringen und diese schleifen. Bohrungen von 2-3 mm lassen sich so Innen bearbeiten, selbst feinste Konturen bleiben erhalten.
Die Felgen oder auch Teile von Autos, Motorrädern und Industrie-Werkstücken erhalten einen Chrom-ähnlichen Glanz, der mit herkömmlichem Polieren nicht zu erreichen ist.
- Vorher
- Nachher
Das sogenannte Hochglanzverdichten geschieht durch 3-4 mm kleine Keramikkugeln, die in eine ruhige Vibration versetzt werden. Der 6-stündige Prozess, dem ein spezielles Glanzcompound und Wasser zugesetzt werden, dem enormen Gewicht der Keramikkugeln, verdichtet und glättet so die Oberfläche und macht sie resistenter gegen Oxidation. Gleichzeitig bildet das Compound eine Schutzschicht und hellt den Glanz zusätzlich auf. Nach dem Verdichten werden die Felgen/Teile mit destilliertem Wasser gespült.
Am Ende war ich so fasziniert, dass ich glatt vergessen habe, mir vom Stand ein cooles Foto zu sichern. Wenigstens habe ich mich bei Cheffe persönlich vorgestellt und ihm einen Report in Aussicht gestellt. Wenn er sich bei mir meldet, bekommt er Fotos satt.
Gleich nebenan residierte die Firma Rindt-Felgen aus NRW. Da hatte ich mich dann wieder eingeholt und so kann ich euch hier auch ein paar geile Felgen präsentieren.
Mein Magger Shovel Jürgen hatte mir empfohlen, dass ich unbedingt bei SS Cycle den Steve besuchen solle. Das Unternehmen aus dem Nordosten Bayerns ist Aussteller der ersten Stunde. Steve hat Verwandschaft in Hude und ggf. sehen wir ihn ja bei Bikes, Music & More Vol. 5. In seinem Handwerksbetrieb schlägt das Herz für alte Harleys, wie Panheads und Shovel. Steve hat sich als Customizer insbesondere in der Pre-Evo-Szene einen fetten Ruf erworben. Der Talk mit ihm verlief locker. Jetzt hat er wenigstens zu meinem Namen auch ein Gesicht vor Augen und auch ihm habe ich einen Report in unserem Magazin in Aussicht gestellt. Für geile Böcke wie Chopper, Old Schools, Streebikes, Café Racer oder auch Dragster finden wir ja wohl immer ein Plätzchen. Also Steve, melde Dich einfach.
Meine nächste Station erinnerte mich dann irgendwie an Total Recall mit Onkel Arnie. Erst wollte ich weiter gehen, doch ein komplettes Full-Electric-Bike sieht man ja auch nicht alle Tage und persönliche Abneigungen kann ich mir als Herausgeber beileibe nicht leisten. Ok, dann mal das Schulenglisch ausgepackt und mit dem Vertreter der Firma TEM 01 aus Slowenien ein paar Worte gewechselt.
In der nächsten Halle gleich mal zwei bekannte Gesichter. Kultifer aus Bremen. Der Talk mit Detlef war natürlich vertraut, wobei mir die Info, dass der von mir favorisierte Termin für unser Event in 2014 ihm so gar nicht passen würde, meine Stimmung etwas drückte. Zumal er unbedingt wieder dabei sein wollte. Klar, wenn man einen guten Schnitt macht, kommt man auch gerne wieder. Die Anprobe einer neue Juppe war dann ein Schlag ins Kontor. Tja, mit 5 XL kommen wir nicht zurecht.
So, reicht für heute! Morgen ist auch noch ein Tag. Mir tun die Füße weh und meine Couch ruft. Sonntag und Montag gibt es Part 2 und Part 3 und jetzt noch eine volle Ladung Böcke!
- Zodiacs Softbob: Mit S&S V 80, Super E Vergaser und 30-Grad-Softail-Lenkkopf-Rahmen
- Die High-Ball von Schollys: Mit 4-Takter 50 V-Twin, einzelner Nockenwelle mit 4 Ventilen pro Zylinder und elektronischer Einspritzung,
- Die SBAY Flying: Weltmeister 2010 AMD in Sturgis!
- Boneville T 100: Mit luftgekühltem DOHC Reihenzweizylinder auf 68 PS
- Triumph Tiger Explorer: 137 PS bei 9300 Umdrehungen, 121 Nm bei 6400 U/min,
- Kawasaki W 800: Doppelschleif-Rohrrahmen, Stummellenker Alu, Dynapoint Gabelcover, Classic-Look
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