Mittlerweile hat die Premiere des ersten Rocker-Talks etliche Kommentare ausgelöst. Im Rockerportal findet ein substanzieller Austausch statt, im Fratzenbuch hält man sich noch recht bedeckt. Das finde ich gut, da es hier sehr oft zu emotionalen Überreaktionen kommt, und einen Shitstrom braucht an dieser Stelle kein Mensch. Vermutlich haben die Poser und Möchtegerns erkannt, dass hier die reale Szene diskutiert. Wer keine Ahnung hat, sollte insofern besser schweigen. Wie immer korrigiere ich nur die Umbrüche, der Rest geht 1 zu 1 ins Netz!
Ich suche euch von Zeit zu Zeit einige Leser-Reaktionen heraus, die ich stellvertretend einstelle, um die Nummer am laufen zu halten. Hier die ersten beiden:
ersteinmal Gratualtion zur erfolgreichen Durchführung dieser Veranstaltung. Als „Szene-affine Zivilistin“ war ich sehr gespannt auf den eingestellten Mitschnitt (danke auch, dass auf deiner Seite der Talk lückenlos ist, im Gegensatz zum Rockerportal), den ich gern auf meiner privaten facebook-Seite geteilt habe. Meine berufliche Seite folgt in einigem Abtsand, um eine möglichst breite Basis zu erreichen.
Denn eines merke ich immer wieder in Diskussionen: Was in und mit der Biker-Szene passiert, interessiert k(aum)ein Schwein. Die Negativ-Schlagzeilen werden ungefiltert und unkommentiert wahrgenommen. Aber muss man sich Gedanken machen, ob das alles auch stimmt? Nee. Das sind Kriminelle. Oder, wie eine Freundin von mir mal in einem Gespräch formulierte: „Mit Männern, die Frauen prostituieren, will ich nichts zu tun haben.“ Damit war jede Möglichkeit einer weiteren Diskussion abgewürgt.
Das Urteil über die Biker-Szene steht fest, unverrückbar. Selbst bei jenen, die normalerweise differenziert über Vor- und Pauschalurteile nachdenken oder sich umfassend informieren.Ein bisschen erinnert mich das an Martin Niemöller: „Als sie die Kommunisten holten …“ Gegen diese Ignoranz hilft nur hartnäckig bleiben, immer weiter machen, auch wenn es nur winzige Schritte vorangeht.In diesem Sinne wünsche ich eine breite, positive Resonanz auf den Rockertalk, auch außerhalb der Szene. Und für die Organisation des nächsten viel Erfolg.Ich sehe dem „Second Rockertalk“ jedenfalls voller Spannung entgegen.
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Moin Obelix1%!
Zuerst gratuliere ich dir und dem Schweden zu dieser längst überfälligen Nummer. Yo Mann, my deepest respect! Weiter so, im selben Format, und richtig, auch in anderen Ecken unserer BRD.Nein, ich lasse das nicht sacken. Da brauche ich auch nicht drüber zu schlafen. Das kommentiere ich ganz spontan.
Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Nun ist man auf dem Weg. Da haben sich Rocker hingesetzt und öffentlich Gedanken gemacht. Alleine das ist nicht nur bemerkenswert sondern verdient Respekt und Anerkennung. Es ist viel mehr als Thekengequatsche oder die formale Auseinandersetzung mit Behörden oder Medien.- Aus der Scene über die Scene.- Wer, wenn nicht wir, kann annähernd trefflich Probleme und Zustände der Scene diskutieren, für jederman nachvollziehbar, und eventuell sogar Ansätze zu deren Lösung bedenken. Ich bin mir sicher, das daß ebenso von der „anderen“ Seite genauestens verfolgt wird. Es bleibt ein Wunsch, das hier nicht, wie bei vielen anderen Situationen dererseits genau so verfahren wird. Nämlich falsche, sinnverdrehende oder vorsätzlich manipulierte Wiedergabe oder unzureichende Zitate.
Deutlich ist rübergekommen, wohin die Reise gehen wird, aber ich kann mir gut vorstellen: Behörden, Politiker, Medien und all jene Vasallen sind jetzt ein wenig aufgeschreckt. Tatsächlich ist es bei uns möglich das sich Männer zusammensetzten und mindesten reden! Vor allem aber,“ das sind keine Bösegucker oder Poser, sondern ganz ausgeschlafene Jungs, die mitten im Leben stehen“.Das ist so noch ziemlich neu für die Öffentlichkeit. Wahrscheinlich fühlen sich jetzt Volksvertreter, Gutmenschen und deren Vollstrecker ja sogar ein kleines bischen irritiert, ja erwischt und ihr Treiben ist erkannt.
Jedenfalls ist eines absolut gut und richtig rübergekommen: WIR KÖNNEN, WENN WIR WOLLEN VERDAMMT VIEL BEWEGEN! und das über alle Colours hinweg, egal ob internationale MC`s oder lokale kleine oder große. Es geht uns alle an. Die Neutralität der Plattform, die ihr ausdrücklich unterstrichen habt, ist genau die richtige Möglichkeit, für alle, die sich trauen, oder berufen fühlen zum Thema ihren Beitrag zu leisten.
Der Talk kann der Schneeball sein, der den Berg runter rollt, auf das es eine Lavine wird.
Wie war das noch in den letzten Monaten und Jahren: Es tut sich was in der Scene! Nur was, das konnte mir keiner so richtig sagen. Konkret wissen wir jetzt: Ja es tut sich was, die Rocker setzen sich zusammen und reden. Sie reden und machen sich Gedanken. Sie setzten sich mit ihrer Situation mit all ihren Facetten öffentlich auseinander, über Clubfarben und den daraus resultierenden Selbstverständnissen hinaus, und das ist gut und richtig und vor allem ohne Alternative! ( Übrigens konnte ich das in den USA auf einer Traditionsparty im MittlerenWesten genau so beobachten. Und die Cops haben das Nachsehen, mit dem Ergebnis: sie können überzogene Investigations nicht mehr nur mit rivalisierenden MC`s begründen.)
Wäre ich einer dieser medialen Hetzer, einer dieser Polemisierer oder Strategiepapierunterstützer, müsste ich mir jetzt anfangen meine Gedanken zu machen. So ungefair: Oh!oh! hoffentlich geht das für uns nicht in die Hose. Oder mit den Worten von Admiral Jamamoto: Wir haben einen schlafenden Riesen geweckt.( Nach dem Angriff der Japse auf Pearl Harbour)
Na ganz so wird es nicht sein( noch nicht), aber allzu sicher können sie sich ihrer Sache nicht mehr sein. erst recht nicht mehr nach diesem Talk. Und es braucht eine Kontinuität dieses Formates.
Es kamen viele Themen auf, jedes einzelne abendfüllend, würdig für eine Doktorarbeit( die keiner braucht), aber wie ein roter Faden zog sich die benannte Gefahr für unsere Bikerkultur durch diese Diskussion. Ich habe hier kein Problem das Kind beim Namen zu nennen. Diese unsere Kultur will man zerstören. Mit allen Mitteln. Zersetzung, Diffamierung, Infiltration, Sippenhaft und,und und. Das muß in Zukunft genauestens beobachtet werden.
Da haben Männer einen Anfang gemacht. Da werden Machenschaften aufgedeckt und Dinge auf den Punkt gebracht, die uns alle betreffen, als Rocker, 1%er, Biker, Bundesbürger, -als Menschen, mit ihren per Verfassung garantierten Rechte und Pflichten. Ich sage hier auch Pflichten: liebe Leute, wir haben verdammt noch mal auch die Pflicht uns dagegen zu wehren; wenn die letzte Kutte konfisziert ist soll mir bitte keiner kommen mit dem Satz: Das haben wir nicht gewusst!
Das gilt vor allem für die Schwätzer in der Scene, die sich lieber am Tresen festhalten, Gerüchte verbreiten, Unterstellungen vornehmen,ihre persönlichen Eitelkeiten pflegen oder vor Arroganz die Bodenhaftung verloren haben. Das gilt für die, die einen auf dicke Hose machen, mit einer Tankfüllung durch die ganze Saison kommen, oder wie eben zu diesem Talk VERABREDET UND ANGEMELDET NICHT ERSCHIENEN SIND. Das ist respektlos und zeugt von wenig Arsch in der Hose, oder aber es war ein bewußtes Fernbleiben um der Nummer die Substanz zu nehmen. Wie auch immer, die Scene kennt diese Ignoranten, und es werden Fragen gestellt werden müssen.Das mal dazu.
Ok, lieber Obelix1%! Die alten Recken hatten das Wort, das werden sie hoffentlich auch weiterhin ergreifen wollen. Wünschenswert ist, den „Jungen Wilden“ ebenso Gelegenheit zu verschaffen, ein Statement abzugeben. Das rundet die Sache und das Thema in der Zukunft ab. Bitte verstehe das als Empfehlung. Es liegt mir fern ein Programm zu fordern. Kritisch sehe ich das Aufgreifen zu vieler Diskussionspunkte in einem Talk. Es reicht ein Thema, und wir ahnen nur wie vielfältig da die Standpunkte sind.
Aber auch in dieser ersten öffentlichen Diskussionsrunde wurde eins wieder sehr deutlich: Wir alle, ich meine damit alle Kuttenträger, von der 1%er Fraktion bis hin zum Freebiker sind gehalten, wo immer wir es können, nach innen und nach außen jedem klar zu machen, MC`s, MF`s, IG`s etc, sind keine Streetgangs. Wir fahren Motorrad. Wir fahren Motorrad aus Überzeugung und als Lebensinhalt. Wir distanzieren uns deutlich von den Gestalten im fetten Benz oder 3er/5er BMW die sich anmaßen eine Kutte zu tragen, die als Schmarotzer unserer Bikerkultur sich unseres Erscheinungsbildes bedienen, um in den Städten ihr Unwesen treiben.Wir distanzieren uns ebenso deutlich von den selbsternannten Gangsterrappern, die in ihrem Ghettojargon in Kutte krude spätpubertäre Plattitüden zum besten geben. ( they wast my time!) Das hat nichts, aber auch gar nichts mit Bikern oder Rockern zu tun.
Nur wenn wir uns einig sind, und der Talk war ein vielversprechender Anfang, wird uns diese Abgrenzung gelingen. Damit hätten wir die dümmste Kuh vom Eis, und öffentliche Berichterstattung sähe etwas anders aus.
Ich habe da kein Fazit parat,wo jetzt mein Schlußsatz folgt. Ich wünsche mir, daß alle die, die das Ding ins Leben gerufen haben, alle die daran mitgewirkt haben, angefangen bei deinen Talkgästen, den Zuhörern und und und weitermachen werden. Und ich wünsche mir, das viele folgen werden und dich und den Schweden unterstützen, um unsere Sache wegen-
ihr habt meine Hochachtung und meinen Respektin diesem Sinne: keep on rocking, keep on rolling
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Vielen Dank für eure Gedanken zum Rocker-Talk! Ich freue mich auf weitere Zusendungen!