Motorradkomfort vom Feinsten
So beschreibt Honda selber sein monströses Flagschiff auf zwei Rädern. Ok, wer auf Drei-Zimmer-Küche-Bad mit Wintergartenvorbau sowie Dachterrasse steht, mag ja mit dem Teil im neuen Bagger-Style glücklich werden, ich kann mich jedoch keineswegs mit dem Tourer anfreuden. Schon wenn ich mir die Hersteller-Beschreibung durchlese, kriege ich Pusteln. Da wird von luxuriösen Rahmenbedingungen gelabert. Muss der Fahrer den Ofen eigentlich noch selber fahren oder kauft der Halter im Komfort-Paket vielleicht noch so einen kleinen ET, der ihm das kuppeln und schalten abnimmt. Wundern würde mich das nicht. Ich meine, für über 31.000 Euro UVP darf ich den persönlichen Butler doch wohl erwarten dürfen.
Erlaub ist was gefällt, so sagt man doch. Und mit Sicherheit ist man mit der Goldwing weitaus bequemer unterwegs, als auf einem Alteisen aus der Harley Gilde, wo der Fahrer nach 400 Km nach einer Massage oder einem Orthopäden schreit. Doch wie bitte soll man auf so einem Big-Schiff mit dem ganzen HIgh-Tech denn noch irgendwelche Emotionen spüren. Ich gebe ja echt zu, dass ich derzeit selber ernsthaft überlege, mir eine etwas geschmeidigere Karre in die Garage zu stellen, aber ein leichtes Brennen im Hintern und die gern genommene Übersäuerung in den Waden nehme ich weiterhin in Kauf, damit ich beim Absteigen überhaupt das Gefühl behalte, einen Ofen gefahren zu haben. Und brüllen muss der Löwe natürlich auch in Zukunft noch.
Nun, im Zeitalter von E-Bikes und den ökonomischen Bedürfnissen des Marktes, werden wir in Zukunft garantiert noch die ein oder andere sytlische Krise bekommen. Bis dahin bleibt die Honda Goldwing lt. Hersteller die absolute Ausnahmeerscheinung unter den Motorrädern dieser Welt. Wie immer man das jetzt für sich selber definieren mag!
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