Kontroverses: Wenn Biker/Rocker demonstrieren!

Seit der Entschließung des Bundesrates am 15. Mai und den nachfolgenden Motorrademos wissen wir, dass die Motorradszene alles andere als homogen agiert und letztlich nur ein Spiegelbild der Gesellschaft ist, Kein Wunder, sie ist ja auch ein Bestandteil dieser. Die Zeiten, in denen Biker und Rocker ausnahmslos als rüpelhafte Vandalen mit einem exzessiven Drang zum Alkohol als eine unerwünschte Randerscheinung angesehen wurden, sind längst vorbei. Die Szenegänger haben sich geändert, die Szene hat sich geändert. Sie ist zivilisierter geworden und dennoch sehr gespalten!

Wie kommen wir nun zusammen?

Tja, wenn das mal so einfach wäre. Der eine möchte am liebsten bestimmte Leute aus der Szene entsorgen, macht diese für die Drucksache 125/20 verantwortlich, der andere gründet einen Verein oder ein Gruppe und versucht Gleichgesinnte hinter sich zu versammeln, der nächste scheisst auf alles, ein anderer sucht Allianzen und Synergien, etliche halten sich raus, usw.. Ein echtes Wir scheint jedoch kaum möglich. Alles völlig normal in einer Zeit, wo fast jeder die Deutungshoheit für sich reklamiert und Spaltungsmechanismen auch die Bikerszene vollends vereinnahmt haben. Es gibt nur noch schwarz und weiß!

Etlcihes trennt uns. Aber was verbindet uns? Ist es die Freiheit? Wäre schön, scheint aber nur ein geflügeltes Wort zu sein, denn irgendwo gibt es immer ein Aber. Und an dem arbeitet man sich ab, um seine eigene Position als Ultima Ratio halten zu können. Jeder nimmt für sich in Anspruch das richtige zu denken und zu tun oder eben auch zu unterlassen. Kompromisse werden immer schwieriger. Wie kommt man nun aus diesem Dilemma heraus?

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Nun, vielleicht damit, in dem man das in den Fokus stellt, was für uns alle gilt und an sich keinen Raum zur Interpretation lässt. Jeder von euch möchte frei leben können, er möchte sich nicht ständig maßregeln oder reglementieren lassen. Doch genau das passiert. Immer öfters und immer dynamischer. Ein Gesetz jagd das nächste. Über all diesen steht jedoch ein Gesetz, aus dem alles andere abgeleitet wird, nämlich unsere Verfassung. Sie ist das Regulativ, so der Ursprungsgedanke seiner Verfasser.

In meiner Rede in Berlin bin ich ganz bewusst darauf eingegangen und habe dafür bis jetzt viel Zuspruch erhalten. Möglich, dass die Rede juristsich diskutierbar ist, aber sie kam aus dem Herzen und hat m. E. viele abgeholt. Ein Grund dafür könnte darin bestehen, dass ich niemanden angegriffen oder andere Positionen als verwerflich und falsch bezeichnet habe. Ich habe mich voll und ganz auf das verbindende Element in Sachen Insgnienverbot und dem temporärem Fahrverbot konzentriert, nämlich die Kollektivhaftung. Und das so etwas ein No Go ist, nun, darin sind sich wohl alle einig.

Together we are strong? Ja, aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg!

Muß ich an diesem Punkt noch weiter gehen? Nein! Das Instrument ist abzulehnen. Punkt! Welche Motivation des Staates sollte ein solches Mittel denn rechtfertigen? Welches Rechtsgut ist so hoch angesiedelt, dass wir eine gesamte Community vereinnahmen, um eine Minderheit zu sanktionieren. Leute, macht euch einfach mal frei von den Schlagwörtern. Das Insignienverbot und die Drucksache stehen dem Grunde nach doch nur beispielführend für ein Instrument, welches das Grundgesetz gar nicht vorsieht. Zur Freiheit gehört es halt auch, staatliches Agieren rigoros abzulehnen.

Doch viele suchen stattdessen nach einer persönlichen Legimitation für das Instrument selbst, merken gar nicht, das genau dieses wie das Sägen auf dem eigenen Ast wirkt. Das entspricht zwar dem Zeitgeist, ändert aber nichts an der Unrechtmäßigkeit des Instrumentes. Wenn ihr in eurem tiefsten Inneren die Kollektivhaftung ablehnt, dann bleibt stabil. Wer das für sich genau so feststellt, der kann in 2021 mit vollem Bewusstsein an Freedom is our Religion 5 teilnehmen, denn er nimmt keinesfalls nur am Protest gegen die Abschaffung der Vereinsfreiheit, sondern gleichsam am Protest gegen die stetige Einschränkung der Freiheitsrechte insgesamt teil. Daran ändert die äußerst einseitige Presse reinweg gar nichts.

Informationen über Freedom is our Religion erhaltet auf YouTube und u.a. ihr hier: https://www.facebook.com/freedomisourreligion

Autor: Lars Petersen

Über 30 Jahre Erfahrung als Vertriebsmann. Davon 9 Jahre Anzeigenleiter bei der Borgmeier Media Gruppe GmbH in Delmenhorst. Ü50, Vater, Musiker ( Singer ) und MC-Mitglied. Karre? 99er Harley Davidson Road King KM pro Jahr? Das reicht schon! Mein Credo? Geht nicht, gibt es nicht!! Machen, nicht labern! Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass er seine Tätigkeit mit der höchst möglichen Neutralität und Objektivität ausführt und die Inhalte im Online-Magazin nur von ihm entschieden wird. Besonderes: Veranstalter von Bikes, Music & More Vol.1 bis 5. - Das Biker-Festival in Delmenhorst sowie der Biker Meile im Rahmen des Delmenhorster Autofrühlings.