Lärmdisplays: Silent Rider unter Beschuss!

Der Moto e.V. hatte den Verdacht, dass ein Lärmdisplay an der B266 bei Simmerath von Silent Rider betrieben wird und so kalibriert ist, dass es insbesondere Motorräder als zu laut anzeigt. Das Video des Vereins ging viral und sorgte für heftige Empörung. Nun, mittlerweile hat sich Silent Rider dazu öffentlich geäußert und u. a. entgegent, dass man nicht der Betreiber sei.

Schaut man sich die ganze Sache genauer an, entdeckt man allerdings relevante Querverbindungen zu der Kampagne, denn die Gemeinde Simmerath ist Mitglied bei Silent Rider und es ist schwer zu glauben, dass Silent Rider den Einsatz vermeintlich falsch kalibrierter Lärmdisplays seiner Mitglieder nicht wengistens geduldet hat. Dazu unten mehr.

Top-Anzeige

Was folgt daraus?

Nun, die Werte der Lärmdisplays werden ja nur allzu gerne genutzt, um die Medien damit zu füttern und seine eigene Argumentation zu stützen. Wir kennen doch alle die Belegfotos der Presse mit der Anzeige “Zu laut!” oder die Hinweise darauf, wieviele Motorradfahrer via Lärmdisplays als zu laut erfasst wurden. Mit dem heutigen Kenntnisstand halten wir jedoch fest, dass man in Zukunft derartige Mitteilungen äußerst kritisch sehen muss.

An sich ist eine Kontrolle aller von Mitgliedern von Silent Rider aufgestellten Lärmdisplays notwendig, alleine um zu erfahren, ob Simmerath nur ein negativer Einzelfall ist oder hier kontinuierlich so gearbeitet wird. Silent Rider spricht ja auch selbst von Kommunen, also in Mehrzahl.

Lärmdisplays sind eine gute Sache, wenn sie so kalibiriert werden, dass alle Verkehrsteilnehmer gleich erfasst werden. Sie erzielen einen durchaus positiven Effekt, der bereits in etlichen Gemeinden nachgewiesen wurde. Daher empfehle ich ja ständig den Einsatz von Lärmdisplays. Wenn die Kalibrierung allerdings einseitige Ergebnisse zu Lasten bestimmter Verkehrsformen vornimmt, so muss man dem Betreiber unterstellen, das er nicht das Ziel einer positiven Wirkung auf den Verkehrslärm beabsichtigt, sondern insbesondere Motorradfahrer als grundsätzliches Übel darzustellen versucht.

Wenn Silent Rider davon vom Start weg Kenntnis hatte und es nicht geschafft hat auf sein eigenes Mitglied einzuwirken, diesen Blödsinn zu lassen, dann sollte sich der Bundesrat ernsthaft fragen, ob es eine so gute Idee war, Silent Rider in der Drucksache zu empfehlen. Fakt ist, dass Silent Rider jetzt nach eigener Aussage auf die Kommunen eingewirkt hat und die Lärmdisplays so lange ins Off gehen, bis eine korrekte Anzeige erfolgt. Somit hat die Aktion des Moto e.V. durchaus etwas bewirkt und die Glaubwürdigkeit von Silent Rider bzw. einiger seiner Mitgieder massiv beeinträchtigt.

Als ich all das las, musste ich grinsen. Denn am selben Tag hatte ich im Vorfeld der Stellungnahme und der nachfolgenden Kommentare einen Bericht zu dem Demos verfasst, wo ich genau das gefordert habe und das Video als Beipsiel dafür benannte, warum man sich verstärkt mit den Argumenten und Instrumenten der Gegenseite beschäftigen sollte, um deren Schwachstellen bloß zu stellen. Dann kam die Stellungnahme. Das alles riecht jedenfalls gewaltig.

Top-Anzeige

Halten wir fest!

Der Bürgermeister einer Mitgliedergemeinde von Silent Rider spricht aktuell davon, dass man den Einsatz der Lärmdisplays nie befürwortet hat. Merkt ihr etwas? Da sprach der Poliker. Denn Silent Rider hat den Einsatz auch nicht explizit abglehnt, somit m. E. wenigstens billigend in Kauf genommen, dass ein negatives Bild der Motorradfahrer an der B266 gezeichnet wird. Das heißt jetzt nicht, dass dort grundsätzlich legal gefahren wird, aber darum geht es ja hier substantiell auch gar nicht mehr.

Selbst wenn die Messungen des Moto e.v. technisch betrachtet nicht 1 zu 1 mit dem Lärmdisplay zu vergleichen sein sollten, so ist das gesamte Unterfangen wenigstens entlarvt worden. Da kann Silent Rider jetzt argumentieren, wie man will. Leute, genau davon spreche ich doch ständig, also nehmt den Vorfall als mahndendes Beispiel und springt fortan nicht mehr sofort über jedes Stöckchen, was euch hingehalten wird. Klarer Punkt für uns!

Ich gehe mal davon aus, der Moto e.v. bleibt da dran und wird die ganze Aktion nunmehr in Ruhe so aufarbeiten, dass man ggf. noch weitere Ungereimtheiten und Synergien entdeckt. Macht das Ding jetzt nicht mit voreiligen Schnellschüssen zunichte. Cu am 19.06. in Vechta! Gerne können wir dort über diese Nummer sprechen! Standhaft bleiben!

Kontakt Silent Rider: https://www.facebook.com/initiative.silent.rider/?ref=page_internal

Autor: Lars Petersen

Über 30 Jahre Erfahrung als Vertriebsmann. Davon 9 Jahre Anzeigenleiter bei der Borgmeier Media Gruppe GmbH in Delmenhorst. Ü50, Vater, Musiker ( Singer ) und MC-Mitglied. Karre? 99er Harley Davidson Road King KM pro Jahr? Das reicht schon! Mein Credo? Geht nicht, gibt es nicht!! Machen, nicht labern! Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass er seine Tätigkeit mit der höchst möglichen Neutralität und Objektivität ausführt und die Inhalte im Online-Magazin nur von ihm entschieden wird. Besonderes: Veranstalter von Bikes, Music & More Vol.1 bis 5. - Das Biker-Festival in Delmenhorst sowie der Biker Meile im Rahmen des Delmenhorster Autofrühlings.