Lohnt sich ein Jahresrückblick?

Nicht so wirklich! Denn auch dieses Jahr wurde ich von der Pandemie völlig vereinnahmt. So sehr ich mir auch vorgenommen hatte, lässiger und distanzierter mit der öffentlichen Diskussion sowie den politischen Maßnahmen umzugehen, gelungen ist es mir letztlich nicht. Vielleicht war aber auch der bloße Gedanke daran bereits vermessen, denn wie soll man relaxter mit einer Situation umgehen, die einen tagtäglich betrifft. Ob man es nun will oder nicht. Sie ist allgegenwärtig. Geschäftlich und privat.

Abstand, MNS, 3G, 2G oder 2G+ waren da noch nicht einmal die entscheidenden Aspekte, nee, damit komme ich klar, was mir wirklich zu schaffen macht, ist dieser Zustand der permanenten Panikmache, der letztlich dazu führt, dass Freundschaften und Familienbanden zerbrechen, nicht, weil man sich plötzlich nicht mehr leiden kann oder weil ein Kumpel oder Verwandter der Beziehung untereinander durch eigenes Verschulden nachhaltig geschadet hat, sondern deshalb, weil der eine gepiekst ist und der andere nicht.

Menschen, die sich über Jahre hinweg als soziale Wesen hervorgetan haben und stets für andere da waren, werden mittlerweile als asoziale und unsolidarische Wesen verbal und faktisch ausgegrenzt. Andere, die aus Angst vor einer Infektion der staatlichen Empfehlung folgen, sind staatshörige Idioten, die noch ihr blaues Wunder erleben werden. Wo soll das alles noch hinführen? Ich denke, wir kennen die Antwort.

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Die Spaltung innerhalb der Gesellschaft, diese beobachte ich seit der Flüchtlingsdiskussion versärkt, nimmt immer weiter zu. Und wenn sich die Politik noch so sehr Mühe gibt diese Spaltung zu leugnen, sie ist für jeden spürbar. Hinweise darauf, dass ja über 80% der Bürger mitmachen und man deshalb keine Spaltung feststellen kann, sind der blanke Hohn und gehen völlig an der Realität vorbei. Sie wurden quasi dazu genötigt, denn ein Verweigern ist mit dem Verlust von Grundrechten und der damit verbundenen Lebensfreude verbunden. Auf dieser Basis kann man wahrlich nicht von einem gesellschaftlichen Zusammenhalt sprechen.

Die Nebelschwaden werden immer dichter, da noch durchzublicken, ist für niemanden möglich. Es gibt nicht diese eine ultimative Wahrheit. Wir sind Menschen, und Menschen haben ein Gespür. Oft es es unsere Intention, die uns vor Schaden bewahrt. Wir verlassen uns auf unsere innere Stimme. Was ist daran falsch? Nichts! Das es hier und da Mitmenschen gibt, die alles glauben, hüben wie drüben, ist völlig normal. Doch im Gegensatz zu anderen Umständen ist es tatsächlich die Impfung, die nunmehr ultimativ kategorisiert und die Gesellschaft in zwei Lager spaltet. Wir fühlen uns nicht mehr frei, wir sind faktisch fremdbestimmt.

Die Verantwortung dafür liegt definitiv bei der Politik, die das Thema stetig mit einem verbalen Breitschwert angeht. Bist du nicht dafür, dann bist du dagegen, so der allgemeine Tenor in den Talk-Shows und Nachrichtenmagazinen. Man appelliert an die Vernunft, spricht aber selber von Wahrscheinlichkeiten oder der momentanen Datenlage. Letztlich gibt es aktuell keine unverrückbaen Fakten, die jeder nur in eine Richtung deuten kann. Am Ende entscheidet jeder in dem Vertrauen, das man das richtige tut.

In den Diskussionen zitieren wir dann als Beleg unserer Positionen Aussagen von Virologen und Politikern, ohne sie jemals verifiziert zu haben. Wie denn auch, wir können es gar nicht. Ich schließe mich da keinesfalls aus. Unter dem Strich ist es also dann doch wieder die innere Stimme, die über Pro und Contra entscheidet, denn echte Überzeugungstäter gibt es nur wenige.

Nun steht Weihnachten vor der Tür, das Fest der Liebe. Manch einer wird alleine daheim sitzen und kein schönes Fest erleben. Tannenbaum, Geschenke, ein voller Kühlschrank, es ist alles da, was fehlt sind die Liebsten, die sich von einem abgewendet haben oder gar nicht erst kommen dürfen. Zweifel ob der eigenen Position kommen auf. Haben sie vielleicht doch recht? Manch einen wird das verrückt machen, es wird nachhaltig emotionale und psychische Schäden verursachen und etliche werden sich davon nicht erholen.

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Der Staat hat Regeln zum Schutz der Bevölkerung aufgestellt, viele folgen ihnen. Das kritisiere ich auch nicht. Ich befolge sie ja selber teilweise, damit ich nicht permanent geahndet werde und weil manche Maßnahmen einfach geboten sind. Was mir der Staat keinsfalls vorschreiben kann, ist mein ganz persönlicher Umgang mit der Situation und mein Verhalten gegenüber Andersdenkenden, insbesondere zu Weihnachten. Denn ob wir uns vereinnahmen lassen oder nicht, hängt ganz entscheidend davon ab, wie wir mit unserem Umfeld umgehen.

Natürlich melde ich mich sowohl bei Geimpften als auch Ungeimpften und wünsche ihnen ein besinnliches Fest. Wenn ich das nicht mehr tue, nur weil mein Buddy nicht den von mir selbst favorisierten Status hat, dann stelle ich mich selbst in Frage und diskreditiere alles, was unsere Beziehung bisher ausgemacht hat. Tut euch das nicht an.

Keine Ahnung, was uns in 2022 erwartet. Wir werden uns wohl noch auf längere Zeit mit der Pandemie beschäftigen müssen. Aber eventuell finden wir ja zurück zu einem Umgang, der die Menschen nicht auf den Pieks runterdefiniert, sondern uns die Wertschätzung erhält, die sein Leben und unsere Beziehung angemessen wiederspiegelt. Denn die Würde des Menschen ist unantastbar. Für jeden!

Ich wünsche allen Brüdern, Partnern, Lesern, Freunden und Sympathisanten ein geruhsames und besinnliches Fest. Macht das Beste draus!

Autor: Lars Petersen

Über 30 Jahre Erfahrung als Vertriebsmann. Davon 9 Jahre Anzeigenleiter bei der Borgmeier Media Gruppe GmbH in Delmenhorst. Ü50, Vater, Musiker ( Singer ) und MC-Mitglied. Karre? 99er Harley Davidson Road King KM pro Jahr? Das reicht schon! Mein Credo? Geht nicht, gibt es nicht!! Machen, nicht labern! Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass er seine Tätigkeit mit der höchst möglichen Neutralität und Objektivität ausführt und die Inhalte im Online-Magazin nur von ihm entschieden wird. Besonderes: Veranstalter von Bikes, Music & More Vol.1 bis 5. - Das Biker-Festival in Delmenhorst sowie der Biker Meile im Rahmen des Delmenhorster Autofrühlings.