Das Mailinterview! (Nicht redigiert)
2. Wie entwickelte sich dein weiteres Bikerleben?
Mit 16-17 habe ich, neben der Schule, an einer Tankstelle in SIndelfingen gearbeitet, die neben Jahreswagen (Mercedes) auch Fantics, die GS und Trial-Modelle verkaufte. Mit 18 (und Motorradführerschein) dann ein kurzes Intermezzo mit einer Fantic Caballero 125, aber als ich zur Bundeswehr ging, musste etwas langstreckentaugliches her, eine 79er XT500. Dann kam noch kurz eine SR 500 und mit der Stationierung auf Sardinien eine 900er Bol d´Or.Wieder zurück in Sindelfingen kam ich in Kontakt mit Arbeitskollegen (Mercedeswerk) aus dem Emsland und Bremerhaven und war mit denen zusammen öfter am Wochenende nach Papenburg gefahren, u. a. zum Sons-of-Devil MC oder zu den Motorradfreunden Bremerhaven (die hatten gerade ihr 45jähriges Jubiläum).
Motorradmäßig waren in der Zeit vornehmlich japanische 4-Zylinder aus den 70ern am Start, Suzuki GS750, Honda Four u.Ä. und eine starre Panhead, die nie richtig lief. Bei der hatte ich mich, unerfahren wie ich war, übern Tisch ziehen lassen. Kurz vor dem Umzug nach Schleswig-Holstein, in die ganz alte Heimat, wurde es noch eine 1972er Z1-900, mein absoluter Traum.
Nachdem meine damalige Verlobte, es war so 1994, schwanger von ihrem Auslandssemester zurück kam, musste ich aus ihrem Elternhaus ausziehen und zog in den Kreis Rendsburg. Die Z1 war gerade zur Vollrestaurierung zerlegt, also holte ich mir, für den Winter, eine 1978er Z1-R. Da ich ja wieder „frei“ war, habe ich auch richtig Gas gegeben, jedes Wochenende auf irgendeiner Party, Mammuts-MC etc., feiern bis zum Anschlag, ohne Gnade, Alkohol und Amphetamine. Dieses, verbunden mit einer maßlosen Selbstüberschätzung, (mit 32 Jahren ist mann ja unsterblich) führte dann im Mai (oder Juni?) 1996 zu dem selbstverschuldeten Sturz, den ich scheinbar nur knapp überlebte. Aufgewacht bin ich dann drei Wochen später im Querschnittgelähmten-Zentrum Boberg in Hamburg.
Während dem 9monatigen Krankenhausaufenthalt hatte ich Zeit genug zur Selbstreflektion und konnte/musste so einige Dinge ordnen wie z.B. mich von Menschen, die mir nicht guttaten, trennen etc. Da ich meine Situation ja selber verschuldet hatte, gab es für mich nur 2 Möglichkeiten, entweder in die Ecke stellen und in Selbstmitleid verfallen oder den Arsch hochzukriegen und zumindest versuchen, das Beste daraus zu machen. Die Entscheidung fiel leicht, Jemand, der durch fremdes Verschulden (Unfall) oder Krankheit (MS) im Rollstuhl landet, tut sich da natürlich schwerer. Ein Mitpatient, der damals schon auf Mallorca lebte und dort verunglückte, brachte mich dann auf die Idee, auf Rente zu gehen und nach Mallorca zu ziehen, was ich dann 1998 auch tat.
4. Hattest du direkt danach den Impuls wieder zu fahren oder kam das erst später?
Ich habe zirka 2000 Knut kennengelernt, der mit seinem Chevy-Van voll mit Werkzeug und seiner Shovel sich zu der Zeit auf der Insel niederließ und seine kleine Werkstatt eröffnete. Es war auch die Zeit der beginnenden Digitalisierung, vor allem für das Büro. Über ein paar Stationen ging es dann 2010 bis zu KG Bikes-Mallorca, so wie es heute noch besteht.
5. Warum hast du dich für eine Can Am Spyder und nicht für ein Trike entschieden?
Ein „herkömmliches“ Trike kam nie für mich in Frage, ob damals mit Käfer-Motor oder heute die modernen Rewacos etc., ich mag sie einfach nicht, weder das Fahrgfühl noch die Optik (denk da mal an Günther-den-Treckerfahrer in „verchromte Eier“) noch die Klientel, die diesen „Lifestyle“ zelebriert *ggg Quads, egal ob Strasse oder Gelände, waren auch nicht so das Wahre, es fehlte einfach das „Motorradfeeling“. Wir haben, vor KGB-Zeiten, mal eine Softail-Evo für mich durchgerechnet, gebrauchte Softail, Trike-Kit von Frankenstein, Handschaltung und Integralbremssystem, alles zum EK und nach Feierabend zusammenstecken waren wir schon bei 15000 € (ohne das sie dann auch „schick“ war), nicht machbar damals für mich.
Ich hatte aber mal einen spanischen Rollstuhlfahrer am Palma-Flughafen getroffen, der fuhr eine der ersten Spyder mit seinem Rolli an der Seite dran. Fand ich sehr interessant, aber bei dem bevorstehenden Rückgang nach Deutschland 2012 verschwand das auch wieder aus meinem Fokus. 2020 sah ich dann, hier in Friesland, die neuen,, kleinen Modelle, die Ryker, sehr interessant und habe mir die mal näher angeschaut. Beim Probesitzen sagte meine Frau dann „Du siehst da aber sehr behindert drauf aus mit deiner Grösse (188cm)“ und im gleichen Atemzug „und was ist mit der Schwarzen da (Spyder F3)“. Deutlich höher und breiter, aber das Aufsteigen klappte ganz gut und so wurde es das grosse Modell. Da die Spyder (und auch Ryker) nur über ein Fusspedal gebremst werden, konnte ich nichtmal eine Probefahrt machen. Nach zwei Tagen Bedenkzeit dann quasi blind gekauft (und nie bereut)
Auf alle Fälle!!! Sie ist laut, scheppert und ist ziemlich schnell (knapp 4 Sekunden auf 100 und 200km/h im Brief), aber sie kann auch, dank der chopper-mäßigen Sitzposition, ganz entspannt cruisen. Zum Motorrad fehlen i.m.A. nur die Schräglagen
7. Was waren denn so bisher die coolsten Touren mit Bike oder mit der Spyder?
Auch die Tour mit 8 Mann auf Motorrädern von 50 bis 140 PS drei Tage in den Harz letztes Jahr war auf den bisher 33000 KM mit der Spyder sicher ein Highlight
8. Wird man als Rollifahrer von den Bikern angenommen oder gibt es da Vorbehalte?
Nein, keinerlei Vorbehalte, uns wird nur respektvoll begegnet, was ein „normaler Fussgänger“ auf einem 3-Rad wahrscheinlich nicht sagen kann
9. Was ist dir noch wichtig zu erwähnen?
Anmerkungen!
Ab und an entdeckt man ja immer wieder diese saudummen Kommentare von Leuten im Netz, die Fahrern von Trikes oder auch Can Am Spyder den Status des Bikers absprechen, offensichtlich unfähig zu reflektieren, das es oftmals genau solche Schicksalsschläge sind, die überhaupt erst zu der Anschaffung eines solchen Vehicles führen, um sich die Art von Lifestyle zu erhalten, den man vor dem Schicksalsschlag noch auf zwei Rädenr abgespult hat. Ich habe Ralf sehr gut zugehört und bin mir sicher, dass er noch weitaus mehr Szeneleben in sich trägt, als so mancher Internetposer, der es gerade mal bis zu nächsten Eisdiele schafft oder nach 200 KM davon spricht, wie sehr ihm der Arsch brennt.
Schlagwörter wie Alvesloe, Ghostrider, Mammuts und dergleichen mehr lassen klar vermuten, dass Ralf noch einiges mehr auf der Pfanne hat., was ich ihm ggf. noch entlocken kann, ohne darüber zwingend zu berichten. Interessant ist zum Beispiel seine Sicht auf das Mammutverfahren gegen Frank Hanebuth in Spanien. Zu der Zeit war er nämlich auf der Insel und kann von echt schrägen Dingen berichten, wenn er das überhaupt will. .
In Sachen bikesmusicandmore hat er jedenfalls einen Freibrief und ist jederzeit herzlich eingeladen, an meinen weiteren Aktiviitäten teilzunehmen. Wer Ralf näher kennenlernen möchte, steigt in über den Konakt auf seiner Page ein. Ich bedanke mich bei Ralf für das Vertrauen!
Gemischte Galerie! (Zum Vergrößern anklicken)
Kontakt: https://www.facebook.com/SpyderF3S





















