Obdachlose: Jetzt kommt die harte Zeit!

Das Weihnachtsfest ist vorüber und ich hoffe, ihr konntet es im Kreise eurer Familie anständig genießen. Den Obdachlosen war das nicht möglich. Zwar gibt es keinen anderen Monat als den Dezember, in dem so viele Aktionen zugunsten von Obdachlosen laufen, aber die wirklich harte Zeit beginnt für die Leute auf der Straße genau jetzt.

Doch mit dem Fest enden vielen Engagements. Der Dezember ist halt geprägt von Einzelaktionen. Was übrig bleibt, sind die regelmäßig aktiven Ehrenämtler, die stationäre oder mobile Akuthilfe leisten, sowie die Angebote der Institutionellen, wie zum Beispiel der Inneren Mission, dem THW oder den Suppenengeln.

Lebt er noch oder wurde er zum Kälteopfer?

Nur können die nicht überall sein, zumal ihre Aktionen eher platzgebunden sind. Während der Hilfen fällt es zwar hier und da auf, wenn bestimmte Obdachlose nicht mehr zu den Aktionen erscheinen, Fragen nach ihrem Verbleib bleiben aber oftmals unbeantwortet.. Da die Obdachlosenszene mittlerweile in vielen Städten von den zentralen Kernpunkten vertreiben wurde, ist eine Recherche häufig nicht möglich. Manche von Ihnen sieht man nie wieder. Sie sind auf der Straße verstorben.

Viele Obdachlose sind froh über ein wenig Aufmerksamkeit.

Kälteeinbrüche!

Wer die letzten Tage mal einen Sapziergang an der frischen Luft unternommen hat, kann das schnell nachvollziehen. Bei Temepraturen von Minus 6 Grad ist es jedem an sich sofort klar, wie sich eine Nacht auf der Straße derzeit darstellt. Wer nicht den Weg in eine Notunterkunft gefunden hat, ist der klirrenden Kälte nahezu schutzlos ausgeliefert. Gesellt sich zu der Kälte auch noch Regen oder Schnefall, erhöht sich da Risiko der Erfrierung enorm.

Hier einige Adresse für Bremen, wo man kompetente Hilfe erwarten darf.

Viele Obdachlose begegnem dem Kälteproblem mit Alkohol. Das ist zwar ein an sich völlig untaugliches Mittel, aber es überlappt deren Situation wengistens für eine Weile. Irgendwann pennen sie ein und wachen nicht mehr auf. Im Rausch haben sie den Temperatursturz oder einsetzenden Regen gar nicht mitbekommen.

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Mein Appel!

Wenn ihr auf der Straße das Gefühl habt, dass es einem Obdachlosen nicht gut geht, weil er regungslos auf einer Parkpank oder auf seiner Platte liegt, geht nicht einfach teilnahmslos vorbei. Sprecht die Leute dezent an. Wenn die Situation unklar ist, ruft meinethalben auch die Behörde. Wichtig aber ist, dass die Leute nicht einfach ihrem Schicksal überlassen werden.

Ich weiß, da gibt es Hemmungen. Wie reagieren die sogenannten Penner? Beschweren sie sich und pöbeln rum, sind sie ggf. krank? Sind sie bereits tod? Wie schon erwähnt, im Zweifel ruft die Behörde, damit sich der Streifendienst schellstmöglich darum kümmert.

Ja, einige haben ihre Situation wenigstens zum Teil selbst zu verantworten, aber niemand hat es verdient im Winter den Kältetod zu sterben. Und schon gar nicht deshalb, weil wir weggeschaut haben. Im Winter 2020/2021 sind laut Bundesarbeitsgemeinschaft für Wohnunglose 23 Menschen auf der Straße den Kältetod gestorben. Manch einer von denen könnte heute noch Leben. Schaut genau hin. Danke!

Statistik Kältetod Obdachlose: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/76072/umfrage/im-winter-erfrorene-obdachlose/

Autor: Lars Petersen

Über 30 Jahre Erfahrung als Vertriebsmann. Davon 9 Jahre Anzeigenleiter bei der Borgmeier Media Gruppe GmbH in Delmenhorst. Steckenpferd? PR Vater, Musiker ( Singer ) und MC-Mitglied (1%er). Karre? 99er Harley Davidson Road King KM pro Jahr? Das reicht schon! Mein Credo? Geht nicht, gibt es nicht!! Machen, nicht labern! Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass er seine Tätigkeit mit der höchst möglichen Neutralität und Objektivität ausführt und die Inhalte im Online-Magazin nur von ihm entschieden wird. Besonderes: Veranstalter von Bikes, Music & More Vol.1 bis 5. - Das Biker-Festival in Delmenhorst sowie der Biker Meile im Rahmen des Delmenhorster Autofrühlings.