Rockerszene: Die stille Post!

Mir werden auf der Magazinebene immer wieder Informationen zugetragen, die durchaus sensibel sind. Motto? „Hast du schon gehört?“. Erst kürzlich poppte in meinem Kiez wieder ein Gerücht auf. Wie sich herausstellte, war da durchaus etwas dran. Allerdings ist die Geschichte dahinter m. E. noch keineswegs auserzählt. Die stille Post lief trotzdem unreflektiert weiter.

Das kann durchaus zu Problemen führen, vor allem dann, wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass die ursprünglich vorgetragene Version nicht stimmt oder sich wichtige Aspekte anders darstellen und die Nummer revidiert wird. Vielen Rockern ist das offensichtlich egal, sie plappern frei von der Leber ungezügelt los, geben oftmals gerne ihren eigenen Senf dazu und verfälschen dadurch das Thema ab und an erheblich. Rasent schnell wird aus einer Ohrfeige ein Kieferbruch, nur mal als fiktives Beispiel.

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Da kann man auch oftmals nicht mehr regulierend eingreifen, denn durch die neuen Medien bekommt die stille Post  heutzutage eine ganz andere Dynamik. In Zeiten ohne Netz und Handy brauchte es früher oftmals Tage, bis alle relevanten Szenegänger von einem Problem erfuhren. Man setze die Telefonkette in Gang, berief eine Spontansitzung ein und siehe da, manche Situation stellte sich schon zwei Tage später im Sitzungsraum völlig anders dar, als anfänglich wahrgenommen und ungeprüft weitergetragen.

Nun ist die Weitergabe von Szeneinfos durchaus wichtig, nur muss man damit ja nicht abgehen wie ein Luchs, um sie ungeprüft in die Welt hinauszuschreien. Es reicht zunächst einmal völlig, von dem Umstand zu wissen. Wenn ich jemanden kenne, der involviert ist, kann man diesen ja direkt ansprechen. Oder man hält ganz einfach die Bälle flach und wartet ab, wie sich das Thema in naher Zukunft darstellt, vor allem dann, wenn man selbst nicht tangiert ist.

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Eines ist klar, wenn du alles direkt ungeprüft weiterträgst, musst du dich nicht wundern, wenn du beizeiten verbrannt bist und die Szene dich für eine Labertasche hält. Und irgendwann bekommst du einen Gong dafür, weil du dich einfach nur stets wichtig gemacht hast und das ggf. von einer Seite, die bisher in deiner stillen Post gar keine Rolle spielte, weil du diese nicht auf dem Zettel hattest. Alles schon passiert.

Im Onlinemagazin thematisiere ich Infos über die stille Post überhaupt nicht. Wenn zum Beispiel ein Club oder ein Chapter/Charter aufgelöst wird, dann reicht es ohenhin, wenn ich den Status kommuniziere, nachdem ich mir entweder die Bestätigung von der Führung des Clubs eingeholt habe oder der Club bzw. das Chapter/Charter es selber öffentlich gemacht hat.

Link zum Thema: https://de.wikipedia.org/wiki/Stille_Post

Autor: Lars Petersen

Mitglied im DPV Deutscher Presseverband - Verband für Journalisten e.V. Über 30 Jahre Erfahrung als Vertriebsmann, davon 9 Jahre Anzeigenleiter bei der Borgmeier Media Gruppe GmbH in Delmenhorst. Steckenpferd? Texten. Zur Person? Vater und MC-Mitglied (1%er). Karre? 99er Harley Davidson Road King. KM pro Jahr? Das reicht schon! Mein Credo? Geht nicht, gibt es nicht!! Machen, nicht labern! Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass er seine Tätigkeit mit der höchst möglichen Neutralität und Objektivität ausführt und die Inhalte im Online-Magazin nur von ihm entschieden werden, sofern es sich nicht um bezahlte Aufträge handelt. Besonderes: U. a. Veranstalter von Bikes, Music & More Vol.1 bis 5. - Das Biker-Festival in Delmenhorst, Organisator der Biker Meile im Rahmen des Delmenhorster Autofrühlings sowie Produzent vom Motorcycle Jamboree Journal. Ausrichter vom Rocker Talk 1 und 3.