Seehofers knallharte Strategie gegen Rechts!

Kommentar!

Anscheinend ist Bundesinnenminister Horst Seehofer aus seinem Dornröschenschlaf aufgewacht, der ihn über Jahre hinweg auf dem rechten Auge hat blind werden lassen. Nach den diesjährigen Tötungsdelikten in Kassel und Halle war denn wohl der Druck aus der Öffentlichkeit sowie der Opposition doch so groß, das man sich dazu veranlasst sah, mal etwas Bewegung in die Sache zu bringen. Vollmundig versprach Seehofer mit Untersützung von Ober-BKA-Mann Münch in einer PK vor einigen Tagen, dass man jetzt wirksam und effektiv vorgeht, um die rechtsradikalen Netzwerke zu zerschlagen.

Belegfoto Bild: Die Bild haut gerne mal einen raus. Aber die Nachtgall höre ich schon trapsen!

Und Bämm, natürlich fällt in dem Kontext in der nachfolgenden Berichterstattung (Bild) auch der Begriff Rocker. Als hätte man es nicht ahnen müssen. Ok, es gibt zwar keine fundierten Erkenntisse darüber, dass die Rockerszene von rechts unterwandert wird, ja, vereinzelte Rocker sind durchaus regelmäßig auf der rechten Rampe unterwegs, aber die Zahlen der Bundesverfassungschutzes selber geben keinerlei Anlass die Rockerszene als einen Schmelztiegel rechtsdrehender Lavaströne zu bezeichnen. Im Gegenteil, der Bundesverfassungsschutz sprach an sich immer davon, dass die Rockerszene aufgrund ihrer Struktur für die rechtsradikale Szene kaum anfällig ist. Jipp, denn politische Extremisten, links oder rechts, haben es bei uns in der Szene richtig schwer.

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Nur heute ist die Situation eine andere und was interessiert mich meine Gerede von gestern. Denn mit dem Begriff Rocker wird das Bedrohungspotential mal eben ganz schnell erheblich erhöht. Da kann man also schon mal seine Meinung revidieren und der Suppe ordentlich Pfeffer beimengen. Schön scharf angesetzt, ergeben sich da doch sicherlich neue Ansätze für weitere Gesetzesverschärfungen, die ich mal jetzt schon prophezeie.

Ich kann mit den Kollegen vom rechten Rand absolut nichts anfangen. Hier und da ein Gespräch, alles auf unterster Ebene ist ok, aber sobald das ideologosch wird, bin ich raus. Und das gilt für den erheblichen Großteil der gesamten Biker- und Rocker-Szene. Ein Problem sind allerdings die sozialen Medien, in denen sich auch Biker und Rocker regelmäßig darum bemühen, wenigstens verbal die Protestflagge gegen die Migrationspolitik zu schwenken, teilweise wirklich mit derben Kommentaren, die es dem Staat dann allerdings ermöglichen, diese Kommentare als Anknüpfungspunkt zu betrachten und darauf die eigene Einschätzung zu stützen. Nach Außen kann man das nämlich gut verkaufen. Motto? „Seht her, die sind alle rechts!“

Damit ihr nicht gleich rumpoltert, hier mal ein Auszug aus einem Bericht des Bundesverfassungsschutzes auf deren Homepage. Erst lesen, dann ggf mit meinen Anmerkungen vergleichen:

Teilauszug Homepage BfV!

„Rockergruppierungen streben nach lebenslangem, brüderlichem Zusammenhalt bei gleichzeitiger Abgrenzung von der Mehrheitsgesellschaft. Ihre Vorliebe für klare Hierarchien, strikte Ehrvorstellungen und ihr Hang zu einer auf die eigene Gruppe begrenzten Loyalität macht sie für rechtsextremistische Ideologien anfällig. Dementsprechend haben Rockergruppierungen auch eine nicht unerhebliche Zahl von Rechtsextremisten unter ihren Mitgliedern. Hier besteht insbesondere die Gefahr, dass diese Rechtsextremisten die internationalen Verbindungen ihrer Rockergruppierungen und deren mögliche Zugänge zu Waffen, einschließlich Schusswaffen, für rechtsextremistische Ziele nutzen. Daneben lässt sich in letzter Zeit auch verstärkt beobachten, dass manche Mitglieder und Unterstützer von Rockergruppierungen von sich aus einzelne rechtsextremistische Themen, wie den Schutz des eigenen „Territoriums“ vor Fremden, aufnehmen und sich zueigen machen. Sie geben insbesondere anlässlich von Straftaten einzelner Flüchtlinge massiv hetzerische Kommentare im Internet ab und beteiligen sich zusammen mit Hooligans und Ultras an flüchtlingsfeindlichen Demonstrationen lokaler „Mischszenen“.(Quelle: Homepage des BfV)

Frage: Wo sind die fundierten Fakten, die das belegen? Leute, das Geschreibse ist nichts weiter als eine subjektive Einschätzung des Amtes. Diese allerdings wurde sogleich in Auszügen von Bild übernommen. Passt ja so wunderbar in den Kontext. Doch Achtung, gleich am Anfang des Berichtes (Link ist unten eingepflegt) stellt der Bundesverfassungsschutz fest, dass die Rockerszene grundsätzlich unpolitisch ist. In dem Bericht heißt es im Intro: „Sowohl die Hooligan- und Ultraszene im Umfeld des Profifußballs als auch die Rockerszene sind grundsätzlich unpolitisch.“ Nun, eine gewisse politische Einstellung darf man wohl grunsätzlich voraussetzen, wenn man über die Gefahr von Rechts spricht. Aber, es gibt im gesamten Bericht 2018 nicht eine einzige Tabelle, die in irgendeiner Form aussagt, wieviele Rocker tatsächlich dem Spektrum zugeordnet werden. Also hat man anscheinend keine fundierten Erkenntissse. Da sollte man doch mal besser den Ball flach halten!

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Nun den, wir sind also unpolitisch. Aber das stört Seehofer und Konsorten nicht weiter und so sehen sie in der allgemeinen Darstellung der sogenannten potentiellen Anknüpfungspunkte von Rechts ein strategisches Mittel, welches nunmehr den Zweck heiligt. OmG! Was denn nun? Sind wir politisch empfänglich oder sind wir es nicht? Ja, wir haben Strukturen und sind loyal, doch nur der Umstand, dass diese für den ultra rechten Rand vermeintlich interessant sind, bedeutet mitnichten, dass sich unsere Szene davon einfangen lässt. Patriotismus und ein inklusiver Nationalismus in der Rockerszene sind keinesfalls Umstände, die es erlauben eine Subkultur in das rechtsradikale oder rechtsextreme Umfeld zu klassifizieren. Schämt euch dafür!

Ich habe die Schnauze voll! Es reicht wirklich! Und als ich die Bauern über die BAB’s habe fahren sehen, dachte ich daran, wie es wohl kommt, wenn wirklich einmal Tausende Rocker zusammen auf der Straße im Rahmen einer großflächigen Demo unterwegs sind. Nur müssten wir dann in der Tat politisch aktiv sein, wenigstens einen klaren Standpunkt festlegen, und das Dilemma besteht dann vermutlich darin, dass selbst das wieder vollends von der politischen Kaste genutzt wird, um das zu suggerieren, was sie ohnehin ständig tun. Wir sind gefährlich! Lassen wir es darauf ankommen?

Beleglink: https://www.verfassungsschutz.de/de/arbeitsfelder/af-rechtsextremismus/zahlen-und-fakten-rechtsextremismus/ueberschneidungen-des-rechtsextremismus-mit-der-hooligan-und-rockerszene-2018

Verfassungsschutzbericht 2018: https://kutt.it/uDNfjI

Rechtlicher Hinweis: Der Beitrag darf geteilt werden, aber nur mit dem Zusatz Netzfund! Mal sehen wer sich daran hält oder auch nicht.

Autor: Lars Petersen

Über 30 Jahre Erfahrung als Vertriebsmann. Davon 9 Jahre Anzeigenleiter bei der Borgmeier Media Gruppe GmbH in Delmenhorst. Ü50, Vater, Musiker ( Singer ) und MC-Mitlglied. Karre. 99er Harley Davidson Road King KM pro Jahr? Das reicht schon! Mein Credo? Geht nicht, gibt es nicht!! Machen, nicht labern! Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass er seine Tätigkeit mit der höchst möglichen Neutralität und Objektivität ausführt und die Inhalte im Online-Magazin nur von ihm entschieden wird. Besonderes: Veranstalter von Bikes, Music & More Vol.1 bis 5. - Das Biker-Festival in Delmenhorst sowie der Biker Meile im Rahmen des Delmenhorster Autofrühlings.