Störte 1%er: Seine Karpaten-Tour – Teil 2!

Hinweis: Wer Teil 1 nicht gelesen hat, fndet ganz unten den Link dazu!

50 Jahre on the Road!

Ich kenne Störte 1%er persönlich. Er war unter anderem Gast auf dem Podium im zweiten Rocker Talk, der vom damaligen Rocker Portal in Königswusterhausen initiiert wurde. Zudem war er langjähriger Clubmember und hat mit einer Sporty in der Kategorie Original Custom Painting in Sturgis in den USA den zweiten Platz belegt. Das alles ist schon eine Weile her. Aber ausgedehnte Touren sind noch immer sein Ding, Touren, die er oftmals ganz alleine absolviert.

Störte 1%er ist bereits 50 Jahre on the Road, und so dachte er sich wohl, dieser Umstand braucht eine ganz besondere Tour. Tja, und diese führte ihn in die Karpaten. Mit seinem Tourbericht lässt er euch nun daran teilhaben. Das hatten wir bereits vor dem Trip abgesprochen. Und wie immer, liefert Störte ab. Da er sich umfänglich einlässt, splitte ich das von ihm Erlebte in drei Teile auf. Ich habe seinen Tourbericht nicht redigiert, weil ich den Tourbericht keinesfalls verändern will. Was zählt ist die Message!

Die Karpaten-Tour von Störte – Teil 2:

„Sonntags ging es dann ohne Gepäck mit richtig viel Lust auf Fahren nach ca. 30km Landstraße rechts ab auf den legendären 7C Transfaragasan. Auch diese Strecke startet flach und easy mit Blick auf das vor einem liegende Gebirge. Hier waren auch einige PKWs unterwegs. Allesamt rumänische Touristen. Der Verkehr auf der Piste blieb aber überschaubar. Bestes Wetter, warm, fast heiß, und so flatterte nur der leichte Hoody unter der Kutte. Kurven schwingen als voller Genuß, Spaß pur, noch durch ein kleines Dorf, dann warst du mittendrin. Wieder ungezählte Kurven durch diese tiefen Wälder, aber hier merktest du den Anstieg viel deutlicher. Der Himmel zog sich ab und an zu. Das kümmerte mich nicht. Solange es trocken blieb, war das völlig ok.
Je höher man kam, war es dann auch nicht mehr so sehr warm. Bei diesen Temperaturen war es fast angenehmes Cruisen. Plötzlich vor mir, zum Ausgang einer langen Kurve stauten sich mehrere PKWs. Ein Van versuchte gar zu wenden. Erst hatte ich den Grund dafür gar nicht gecheckt. Als ich dann nachrückte sah ich die Ursache. Ein ziemlich dicker fetter Braunbär lag gemütlich fast auf der Fahrbahn in der Sonne und wartete auf den einen oder anderen Snack, den Touristen ihm aus dem Auto zuwarfen um sensationelle Photos oder Videos zu machen. Klar, diese Idioten sitzen ja in ihren relativ sicheren Kisten und sind sich ihn diesen Momenten offensichtlich gar nicht bewußt, daß das wilde Tiere sind. Wilde Bären, also Prädatoren, die, so putzig sie auch aussehen für uns Menschen nicht ungefährlich sind. Dort hat es schon so manche böse Überraschung gegeben, und es wird immer wieder, auch auf eindeutigen Schildern am Straßenrand auf diese Gefahr hingewiesen. Unterm Strich müsste man sagen: nicht der Bär an sich ist das Problem, sondern die dummen Menschen, die diese wilden Tiere auch noch füttern, und sie erst durch ihr idiotisches Verhalten zum Problem macht.
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Ich kannte das schon von Reisen in Nordamerika und Kanada, aber so krass wie hier…no way! Denn es ist kein Zaun oder der tiefe Graben eines Bärenzwingers wie im Zoo dazwischen. Als Biker schützt dich dann nichts mehr… NICHTS!!! Anyway, wegen dem Van, der da versuchte zu wenden, hatte ich etwa einen Meter Abstand, als ich an Meister Petz zügig vorbei fuhr. Mit gemischten Gefühlen und eben solch abwägenden Gedanken schraubte mich die Passtraße weiter in die Höhe.
Es wurde rasch dunkel, und drohende Gewitterwolken senkten sich bis tief in die seitlichen Täler. Dann ging es los. Blitze und Doner fast gleichzeitig, und wer schon mal ein solches im Gebirge unmittelbar erlebt hat, der weiß wie das dann knallt. Fast wie im klassischen Hitchcock Film. Ich schaffte es eben noch unter einen dieser zahlreichen Lawinen/Steinschlagtunnel, da haute es schon dermaßen Regen runter, daß selbst PKWs nicht mehr weiterfahren konnten. Dort standen schon vier Bikes mit Fahrern aus der Tschechei. Zigarette an und abwarten bis das ganze vorbei ist.
Mehr ging da im Augenblick nicht und ganze Bäche an Wasser schossen über die Tunnelkante in die Tiefe. Das ließ dann ein wenig nach. Ok…soweit so gut. Ich wollte dann meine Regenkombi anziehen…wollte…“da kommt dat Biest ausse Büsche“!!! Die Tschechen hauten sofort ab. Nee dachte ich, erst ein zwei Fotos von dem Bär…das glaubt dir doch sonst kein Mensch…soviel Zeit muss sein. Handy zurück in die Kutte, gewendet und dann halt nass werden, auf dem Weg zur Passhöhe. Klatschnass über unzählige weitere sehr enge und steile Serpentinen, vorbei noch an zwei weiteren Bären, erreichte ich schließlich den Zenit der Transfaragasan.
Ehrlich! das war mir völlig egal. Ich war heile geblieben, zumal einiges an frischem Steinschlag auf der Fahrbahn lag und alles ziemlich rutschig war, weil auch ordentlich Schlamm darüber spülte. Bei den vielen Buden mit Souvenirs und Foodstuff fand ich ein trockenes Plätzchen an einem Stehtisch. Dort wetterte ich den Rest des Gewitters ab. Nicht trocken aber auch nicht mehr triefend, streifte ich mir die Regenpelle über.
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Dann ging es irgendwann weiter und wieder stand ein Bär am Fahrbahnrand. Da hatte ich aber nun kaum noch einen Blick für. Nur nicht die Karre in den Dreck schmeißen. Das war jetzt oberste Priorität, und letztendlich war ich irgendwann wieder auf Talfahrt. Auf dem Weg zurück nach Sibiu/Hermannstadt klarte der Himmel vollends auf und schnell fuhr ich mich wieder trocken. Mann das war ein Tag. Da werde ich wohl noch einige Zeit zu brauchen um das alles zu verarbeiten.“
Morgen der dritte und letzte Teil!

Autor: Lars Petersen

Mitglied im DPV Deutscher Presseverband - Verband für Journalisten e.V. Über 30 Jahre Erfahrung als Vertriebsmann, davon 9 Jahre Anzeigenleiter bei der Borgmeier Media Gruppe GmbH in Delmenhorst. Steckenpferd? Texten. Zur Person? Vater und MC-Mitglied (1%er). Karre? 99er Harley Davidson Road King. KM pro Jahr? Das reicht schon! Mein Credo? Geht nicht, gibt es nicht!! Machen, nicht labern! Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass er seine Tätigkeit mit der höchst möglichen Neutralität und Objektivität ausführt und die Inhalte im Online-Magazin nur von ihm entschieden werden, sofern es sich nicht um bezahlte Aufträge handelt. Besonderes: U. a. Veranstalter von Bikes, Music & More Vol.1 bis 5. - Das Biker-Festival in Delmenhorst, Organisator der Biker Meile im Rahmen des Delmenhorster Autofrühlings sowie Produzent vom Motorcycle Jamboree Journal. Ausrichter vom Rocker Talk 1 und 3.