About Obelix 1%er: Wie alles begann!

Zurückgeschaut!

Die meisten in der Szene kennen mich als Obelix 1%er. Im nunmehr fünfzehnten Jahr bin ich Vollmember im BTBW MC Bremen. Ich bin ein Born! Wer hätte das gedacht, denn dieser Weg war mir keineswegs vorgezeichnet, im Gegenteil, ich bin erst im zarten Alter von 39 Jahren in die Szene eingestiegen. Und das auch nur eher zufällig.

Rocker waren mir vorher zwar hier und da über den Weg gelaufen, deren Riten und Bräuche fixten mich jedoch keineswegs an. Sie spielten für mich mit Ausnahme von gelegentlichen Treffs an der Tür auf der Bremer Meile oder den beiden einzigen bis 2005 von mir besuchten Rockerpartys in Delmenhorst keine Rolle.

Bezeichnenderweise musste ich beide Partys vorzeitig verlassen. Ja, mir hing der Grünspan aus den Ohren und aus dem Arsch. Null Ahnung davon, wie man sich unter Rockern zu verhalten hat. Ich hatte Glück, das man mir seinerzeit nicht die Jacke vollgehauen hatte. Mit Presifrauen sollte man halt nicht flirten. Grins…..

Die blaue Lagune und ich bei einem Shooting in der Biker Meile Delmenhorst.

Wie alles begann!

An meiner Tür arbeitete u. a. ein damaliger Prospect der Bremer Borns. Dieser erhielt gelegentlich Besuch von seinem Präsi, der später mein Mentor wurde. Die Talks mit ihm waren relaxt und locker, ja, der Mann hatte Ausstrahlung und wirkte souverain. Wir verstanden uns auf Anhieb. So kam es, dass mir der damalige Prospect einen Flyer mit den Terminen für deren offenen Abende in die Hand drückte. Ich nahm ihn an, eher aus Höflichkeit, denn aus echtem Interesse. Das Teil prangte fortan an der Pinnwand in meiner Küche und drohte dort zu vergammeln.

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Meine zweite Ehe war im Arsch, nichts ging mehr. Irgendwann saß ich gelangweilt in meiner Küche, kein Bock auf Disse, kein Bock auf Fernsehen, ich war genervt. Dann sah ich den Flyer der Borns und dachte mir, ok Dicker, fahre mal rüber und schaue dir das an, ist ja quasi um die Ecke. Wir wohnten damals direkt in Klein Ankara im Stadtteil Gröpelingen in Bremen, das Clubhouse der Borns war im Industriehafen, Luftlinie nur rund 500 Meter entfernt.

Aus dem stabilen Kerl ist mittlerweile eher ein zartes Pflänzchen geworden. Aktuell bin ich runter auf 115 KG.

Meine Brüder werden nie vergessen, wie der Dicke da aufschlug. Auf dem Fahrrad (26Zoll) mit damals gut trainierten 140 KG und einem quitschegelben Hemd. Was muss das für ein Anblick gewesen sein. Und natürlich stellte ich das Fahrrad zwischen die ganzen Harleys, obwohl da dick und fett ein Schild an der Wand hing. Only Harley! Wie gesagt, ich hatte null Ahnung und klar gab es für die Aktion einen fetten Einlauf.

Die Männer saßen mit ihren Ladys bei sommerlichen Temperaturen draußen am Wasser. Das kam völlig relaxt und einladend rüber. Da ich einige schon an der Tür kennen gelernt hatte und schon damals viel und gerne gesabbelt habe, ergaben sich recht schnell die ersten Gespräche. Das die mich taxierten merkte ich natürlich nicht.

Egal, es gab Chips und Salzstangen, aus der Küche heiße Baguettes, von denen ich die letzten beiden Teile vergaß zu bezahlen und einfach gedankenverloren abhaute. Denkt an den Grünspan! Zuhause dachte ich über den Abend nach. Da war etwas, so eine ganz besondere Atmosphäre. Ich konnte das Ende 2004 jedoch keineswegs in konkrete Gedanken fassen. Fakt ist, ich war angefixt und suchte nach Antworten.

Von da an kam ich zu jedem offenen Abend und blieb auch immer länger. Die erste Jahresparty bei den Bremer Borns machte dann den Sack dann zu. Der Umgang untereinander, der Spaß und diese besondere Atmosphäre im alten Bremer Clubhouse, all das saugte ich auf und erzeugte den immer stärker werdenden Wunsch selber ein Rocker werden zu wollen. In meinem Selbstverständnis war ich es damals jedenfalls nicht wirklich.

Ich habe in den letzten 17 Jahren sehr viele geile Typen kennen gelernt.

Das Problem war, ich hatte keine Karre und ein Vorsprechen in einem MC ohne Karre kam für mich partout nicht in Frage. Ich wollte mit genau diesen Typen Karre fahren und Spaß haben, alles andere interessierte mich nicht und über das Image von Rockern wurde erst gar nicht nachgedacht. Hells Angels, Bandidos, Free Eagles, wer auch immer, nee, die sind es und sonst keine.

Da, wo wir eine echte Schnittmenge haben, setze ich mich bestmöglich für die Belange der Szene ein.

Durch einen glücklichen Umstand hatte ich dann endlich meine erste eigene Harley am Start, eine FXST, die ich mir in der Bike Farm in Melle kaufte. Stolz fuhr ich den nächsten offenen Abend an und feierte mich innerlich selber ab. Den Mittwoch darauf sprach ich vor, seitdem bin ich dabei.

Das sind Momente, die man nie vergisst. Ich bin der in schwarz! Irgendwo hinten.LOl

Das Heute!

Was ich seit meinem Eintritt in den für mich besten MC überhaupt alles erlebte, würde in der Tat für eine Buchveröffentlichung reichen. Klar gibt es da ohne Ende Wechselwirkungen durch meine Arbeit für das Onlinemagazin. Und da war beileibe nicht nur ganz viel Licht, nein, da gab es auch Schatten und tatsächlich einige Jahre, die von Zweifeln geprägt waren, wobei ich nicht ganz unschuldig an dieser emotional harten Zeit war. Zuweilen bin ich halt ein Grenzgänger und presche nach vorne, wo Passivität und Nachdenken angesagt ist. Aber so bin ich.

Ich hatte nicht mehr damit gerechnet, aber mein Sohn Leon hat sich ebenfalls für die Clubszene entschieden und wurde vor kurzem Member.

Das alles ist 17 Jahre her und hat mich unendlich geprägt. Ja, ich bin überzeugt, dass ich meine Bestimmung gefunden habe. Deshalb ist es für mich enorm wichtig, dass wir uns alle darüber im Klaren sein müssen, dass man uns häppchenweise unser Leben nehmen will, ein Leben, welches wir lieben und welches in einer Brotherhood an emotionaler Intensität kaum zu überbieten ist.

Ich weiß gar nicht, ob ich sie verdient habe. Doch, habe ich!

Und darum werde ich auch weiterhin für viele außerhalb meines Chapters ein offenes Ohr haben und mich dort engagieren, wo ich eine echte Schnittmenge sehe und das Gefühl habe, das es um das große Ganze und nicht um die persönlichen Interesen Einzelner geht. Ein echtes Together kann immens viel bewirken und zudem lernt man richtig geile Typen kennen, die zwar nicht deine Farben oder vielleicht auch gar keine Farben tragen, aber einfach in meine Welt passen. Und diese Welt können wir uns nur gemeinsam erhalten!

Eines jedoch sollte jedem klar sein. Am Ende gilt immer “Brotherhood first”, egal wo, egal aus welchem Anlass. Ich bin Vollmember des BTBW MC Bremen und darauf bin ich verdammt stolz. Und wenn die mich nicht rauswerfen, dann bin ich das bis zum Tage X, wenn man meine Urne zu Grabe trägt.

Danke an meine Lady Susanne für all den Beistand und die Loyalität in schweren Stunden! Ich habe dich total lieb und versuche in Zukunft weniger Dreck und Ärger zu machen. Lol…..

Euer Obelix 1%er!

Autor: Lars Petersen

Über 30 Jahre Erfahrung als Vertriebsmann. Davon 9 Jahre Anzeigenleiter bei der Borgmeier Media Gruppe GmbH in Delmenhorst. Ü50, Vater, Musiker ( Singer ) und MC-Mitglied. Karre? 99er Harley Davidson Road King KM pro Jahr? Das reicht schon! Mein Credo? Geht nicht, gibt es nicht!! Machen, nicht labern! Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass er seine Tätigkeit mit der höchst möglichen Neutralität und Objektivität ausführt und die Inhalte im Online-Magazin nur von ihm entschieden wird. Besonderes: Veranstalter von Bikes, Music & More Vol.1 bis 5. - Das Biker-Festival in Delmenhorst sowie der Biker Meile im Rahmen des Delmenhorster Autofrühlings.