Biker & Business: Harley Toddi!

Nach längerer Zeit stelle ich euch heute mal wieder einen Protagonisten in der Rubrik Biker & Business vor. Es ist Thorsten Lösekann aka „Harley Toddi“, den ich vor einigen Jahren auf irgendeinem Treffen kennenlernte und der mir seither immer wieder über den Weg läuft. Mal treffe ich ihn im Rock Pub Wildside, mal fährt er eine Magazintour mit, mal klönt man im Imbiss One. Wir leben quasi im gleichen Kiez.

Toddi ist Member im Steelworks Chapter der Harley Owners Group. Ich habe ihn ganz bewusst auf das Thema Biker & Business angesprochen, denn nach wie vor liegt die Intention der Rubrik darin, die Szene in seiner ganzen Breite darzustellen. Es geht also nicht um den vermeintlichen „Biker des Monats“, sondern nach wie vor um die möglichst repräsentative Darstellung der Szene in all seinen Facetten, ganz unabhängig von meinen eigenen Präferenzen. Steigen wir ein!

Toddi (links), gesellig mit Buddys in Holtgast.

Das Interview!

1. Toddi, seit wann bist Du auf zwei Rädern unterwegs. Womit fing es an? 

Im zarten Alter von 15 Jahren (1977) Mofa Herkules M4, später Puch Maxi N

2. Wie ging es weiter?

Mit 16 Jahren, der Klasse 4 und einer Kreidler Florett RMC (Mokick), weiter mit 18 Jahren, der Klasse 1 und dem ersten richtigen Moped, einer Honda CB 550Four. Danach Suzuki GS 550 und Marauder VZ 800

3. Wann kam der Einstieg in die Harley-Community?

Toddi mit seiner aktuellen Street Glide auf den Harley Days!

2007 mit dem Kauf einer nagelneuen HD Street Bob.

4. Du bist in der Harley Owners Group im Steelworks Chapter. Was waren denn da so die geilsten Touren? 

Unsere jährlichen Vatertags-Männertouren und gemeinsame Auslandstouren nach Österreich, Slowenien, Italien etc. – Ein weiteres Highlight war unsere Wochenendtour zum 5-jährigen ins Dorf Münsterland, das hat ordentlich geknallt.

5. Wie stehst Du zur MC-Szene? 

Eigentlich wäre ich viel lieber ein echter MC-ler, aber ich hab den bequemen Weg in die HOG gewählt, weil es greifbar war und ich immer von diesen Tresen-Spüldiensten und ständiger Kloreinigung als Prospect gehört hatte…

Dadurch das meine Frau seit vielen Jahren selber fährt und wir unsere gemeinsame Freizeit überwiegend auf dem Bock verbringen, wird das wohl nix mehr mit der MC-Mitgliedschaft Die Mischung mit Männlein und Weiblein in den HOG-Chaptern ist zwar manchmal etwas anstrengend, aber eigentlich eine Bereicherung, auch auf den Touren!

Mit den Hoggis on Tour in Südafrika! Ein absolutes Highlight!

6. Wie denkst Du über die ab und an verächtigen Bemerkungen zur HOG?

Es gibt halt immer irgendwelche Vögel, die sich durch blöde Sprüche hervor tun müssen. Einige bei uns im Club fahren wahrscheinlich mehr Kilometer, als so manches MC Mitglied… Jahreskilometer zwischen 12.000 und 15.000km sind bei den Männern im Club nix außergewöhnliches. Und dann frag ich mich immer: wer sind jetzt die „Biker“.

7. Was machst Du jobmäßig?

Ich verkaufe seit 1998 CNC-gesteuerte Werkzeugmaschinen für die Metallbearbeitung. Auf einigen dieser Maschinen werden natürlich auch Harley-Teile gefertigt! Früher im Angestelltenverhältnis und seit 2016 als freier Handelsvertreter in der Selbstständigkeit. Irgendwann hat man keine Lust mehr, sich im Alter von planlosen, 30jährigen Jungmanagern schräg anlabern zu lassen obwohl sie selber nix auf die Kette bringen. 

Jobmäßig macht Toddi in CNC-gesteuerter Maschinentechnik und verkauft hochwertiges Equipment dafür! Häufige Messebesuche sind Pflicht!

8. Wer sind denn so Deine Kunden?

Eigentlich jede Firma, die irgendwie Metallspäne macht. Am liebsten sind mir jedoch die Kleinbetriebe und Mittelständler, wo man noch mit den Unternehmern selber zu tun hat! Große Konzerne und Einkäufer, die nur nach Excel Tabellen ihren zukünftigen Lieferanten suchen, vernachlässige ich doch in den letzten Jahren sehr.

9. Zurück zum Kern. Was fährst Du aktuell für ein Bike?

Eine 2011er Street Gilde in Merlot Sunglo (also kein schwarz, sondern ein gaaaanz dunkles rot!) Die gebe ich auch niemals wieder her. Mittlerweile hat sie fast 115.000km auf der Uhr und ich hab mir gerade einen Ersatzmotor besorgt, falls der alte mal schlapp macht…

10. Wenn du keine Harley fahren würdest, was wäre dann unterm Hintern?

Aktuell wahrscheinlich ne Indian Challenger Limited. (Ende Interview)

Faaker See. Da muss man wohl dabei sein!

Toddis Antwort unter Punkt 5 impliziert natürlich die Zusatzfrage, was denn ein „unechter“ MCler ist. Um in einem MC etwas zu werden reicht jedenfalls das Säubern der Scheißhäuser und der Tresendienst keinesfalls aus. Das ich als „echter“ MCler eine durchaus kritische Haltung zur Harley Owner Group habe, dürfte klar sein, aber deswegen stempel ich niemanden ab, denn am Ende gilt auch hier „Nicht die Juppe macht den Mann, sondern der Mann macht die Juppe!“. Danke für das Interview!

Impressionen!

 

Autor: Lars Petersen

Über 30 Jahre Erfahrung als Vertriebsmann. Davon 9 Jahre Anzeigenleiter bei der Borgmeier Media Gruppe GmbH in Delmenhorst. Ü50, Vater, Musiker ( Singer ) und MC-Mitlglied. Karre. 99er Harley Davidson Road King KM pro Jahr? Das reicht schon! Mein Credo? Geht nicht, gibt es nicht!! Machen, nicht labern! Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass er seine Tätigkeit mit der höchst möglichen Neutralität und Objektivität ausführt und die Inhalte im Online-Magazin nur von ihm entschieden wird. Besonderes: Veranstalter von Bikes, Music & More Vol.1 bis 5. - Das Biker-Festival in Delmenhorst sowie der Biker Meile im Rahmen des Delmenhorster Autofrühlings.