Biker & Business: Norbert Wölkert aka Wolke!

Bei der Auswahl der Protagonisten für die Rubrik Bikes & Business lasse ich mich von meinem Gefühl leiten. Ich beobachte die Leute im Netz und schaue mir an, wie sie so unterwegs sind, hier und da kenne ich sie auch persönlich, letztlich aber müssen sie auf die Nummer selber Bock haben. Norbert Wölkert aka Wolke aus Berlin hatte Bock und herausgekommen ist das folgende Interview. Wie immer gilt „It’s not bad, but it’s real!“!

Norbert Wölkert aka Wolke in seiner Schrauberbude. Da gefällt es ihm!

Das Interview!

1.Hey Norbert, wann ging es für Dich mit den zwei Rädern überhaupt los?

Gute Frage, ich glaube mit sechs jahren hat mein Vater die Stützräder an meinem Fahrrad abgebaut und von da an hab ich im Grunde die Freiheit auf zwei Rädern gelebt. War schon als Junge viel mit dem Rad unterwegs und Reparaturen am Bike mußte ich selbst erledigen.

Vor der Haustür habe ich immer die schöne 750er Four von unserem Nachbarn bewundert und wusste, wenn ich groß bin, brauch ich ein Motorrad. So hat sich das entsprechend fortgesetzt, mit 16 Führerschein aus eigener Kraft und eine Hercules Ultra 80. Das war damals so, wir waren fünf Jungs in userer Straße mit ähnlichen Mopeten, wie Zündapp, Kreidler u.s.w.

Kick it like Beckham. Ach nee, ohne den Victoria-Fukker!

2. Wie ging es danach weiter. Was kam danach?

Mit 18 dann meine erste 1er, eine XJ 650 in Schwarz, leider nach 5 Monaten verunfallt und Totalschaden. Dann 9 Jahre 950er Boldor, was hab ich an der Karre rumgeschraubt, im freien und beim Kumpel im Wohnzimmer. Dann kam noch eine 145 PS starke Yamaha für eine Saison, die hab ich ordentlich gequält, in Italien Porsche gejagt, ordentlich den Reifen rauchen lassen vor der Stammkneipe, war auch eine schöne Zeit.

3. Wann kam der Einstieg in die Szene und was hat Dich inspiriert?

Wir waren viel unterwegs mit unseren Öfen und den Gedanken Harley Davidson hatten viele von uns im Kopf. Das war war sehr oft Thema und es hat lange gedauert, bis der erste sich getraut hat, eine damals aktuelle Shovelhead zu kaufen. Es war damals nicht so einfach wie heute. Bald folgte der nächste mit einer Panhead im Wishbone Starrahmen, einfach nur geil. Einstieg in die Bikerszene 1984, wir waren oft bei den Party´s der Berliner Rockerclubs und in anderen Szenekneipen unterwegs. Ich komme aus Berlin man ist da einfach reingewachsen.

Sand, Staub, zwei Kisten. Mehr braucht es oftmals nicht! On the Road!

4. Wo trifft man Dich in der Szene denn so an?

Möchte ich hier nicht alles aufzählen. Wer mich oder meine Kumpels kennt, der weiß, wo man mich trifft.

5. Welche Events besuchst Du?

Das Motorcycle Jamborre seit nunmehr 29 Jahren. Ich habe fast alle besucht, vieles erlebt. Die Superrally versuche ich auch jedes Jahr anzufahren, was auch ganz gut gelingt, viele gute Kontakte geschlossen. Dann natürlich noch viele Alteisentreffen.

6. Aspekt Schrauben. Dein Ding?

Ja, kann man sagen. Zur Zeit hab ich noch ein Projekt in der Garage zu stehen. Eine Wide Glide Bj.1980, eine echte Rockerkarre.

Mit Klenke 1%er auf der Biker Party des Twin Club in Nörtällje in Schweden!

7. Was machst Du job-mäßig?

Ich bin gelernter Heizungsbauer, hab viel schwarzes Rohr verarbeitet, gebogen und geschweißt, Heizungskessel aufgebaut, u.s.w. Heute repariere ich überwiegend Gasthermen, Öl- , Gasbrenner, u.v.m. Kundendienst, darüber könnte ich auch ein Buch schreiben.

8. Ist das Deine Passion oder eher Existenzgrundlage?

Ich lebe davon, der Spaßfaktor ist jedoch schon lange Zeit nicht mehr vorhanden. Der Beruf hat sich wie viele Dinge im Leben komplett verändert. Die Gesellschaft ist heute auch eine andere wie vor 30 Jahren.

Wolle steht auf Alteisen und entsprechende Partys! Lustiger Typ!

9.Wie siehst Du die Szene heute?

Die Szene ist gewachsen und hat sich der Zeit angepasst. Vom Aussterben bedroht, denn die meisten Leute haben heute andere Interessen als damals und vielen fehlt auch das nötige Kleingeld, um sich ein Bike vor die Tür zu stellen und ein paar Touren zu fahren. Wie alles im Leben verändert sich auch die Szene, ob zum Guten oder Schlechten muss jeder selbst sehen, jeder hat seinen eigenen Blickwinkel. Somit gibt es auch zum Teil große Unterschiede und Meinungen. Der Zusammenhalt zählt, ein Wort, auf das man sich verlassen kann, darauf kommt es heute wie früher an.

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10. Was waren denn so die geilsten Touren und wo würdest du gerne nochmals hin?

Da gibt es einige schöne Geschichten. Am schönsten war die Tour nach Griechenland 2010. Abfahrt in Berlin am Freitag um 21:00 Uhr – Ankunft Venedig am Hafen Samstag 14:00 Uhr, ab 17 Uhr am Stück auf Tour. Wettermäßig war alles dabei von 6 Stunden Dauerregen, zu Schnee in den Bergen von Österreich, und herrlichen Sonnenschein in Italien und Griechenland. Ich muss dazu sagen, daß Griechenland mein Favorit ist, wenn es um Urlaub geht. Ich mag die Mentalität der Griechen, das gute Essen und die zahlreichen Sandstrände.

Bereits in jungen Jahren durfte das Eisen alt und starr sein!

Peloponnes hab ich einmal rum, sehr viele schöne Ecken. Hab das in frühen Jahren schon einmal gemacht, damals noch mit der Rennfräse von Berlin nach Ancona in einem Stück, dann mit der Fähre nach Kreta,
war auch sehr schön. In Deutschland fand ich die Tour durchs Elbsandsteingebirge und der Böhmischen Schweiz am Schönsten, wir haben uns in eine Festung eingemietet, wo schon Wolfgang Goethe eingemietet war.
Das geile an der Geschichte ist, wir hatten das nicht geplant, als wir in Graupen angekommen waren, mussten wir gleich drei Tage bleiben.

Wolke, lass den Belt offen, mach Verbindungen und Elektrik klar und hau raus das Teil. Nice!

Wünsche allen eine sonnige Saison 2020 (Ende Interview)

Ein fluffiges und auf den Punkt gebrachtes Interview. Danke Wolke, das erste Bier in Berlin oder auf dem Jamboree geht auf mich. Musst mir aber auf die Schulter tippen, falls ich dich nicht sofort erkenne! Ach ja, warum Norbert sich gar nicht zum Aspekt Bikerwolke geäußert hat, darf sein Geheimnis bleiben. Denn logen wusste ich davon und so einfach ist das hier nicht.

Zum Anteasern!

Ab auf seine Page: https://www.bikerwolke.com/

Autor: Lars Petersen

Über 30 Jahre Erfahrung als Vertriebsmann. Davon 9 Jahre Anzeigenleiter bei der Borgmeier Media Gruppe GmbH in Delmenhorst. Ü50, Vater, Musiker ( Singer ) und MC-Mitlglied. Karre. 99er Harley Davidson Road King KM pro Jahr? Das reicht schon! Mein Credo? Geht nicht, gibt es nicht!! Machen, nicht labern! Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass er seine Tätigkeit mit der höchst möglichen Neutralität und Objektivität ausführt und die Inhalte im Online-Magazin nur von ihm entschieden wird. Besonderes: Veranstalter von Bikes, Music & More Vol.1 bis 5. - Das Biker-Festival in Delmenhorst sowie der Biker Meile im Rahmen des Delmenhorster Autofrühlings.