Die Custom Bike Show 2018: Alles drin?

Love it or leave it!

Wenn man schon das Privileg genießt, dass man als Publizist aufgrund der Akkreditierung vor dem offiziellen Start die Messehallen betreten kann, dann sollte man das auch ausnutzen, bevor nämlich tausende Besucher dir ständig vor die Linse laufen und jeder Knipser gefühlte 5 Minuten braucht. Und so stand ich bereits um kurz nach 10 Uhr vor dem Counter, um mir mein Pressebändchen zu ziehen.

Der Vorteil besteht nicht nur darin, dass man weitaus schneller seine Motive in den Kasten bekommt, nee, hier und da kann man auch noch etwas mit den Standbetreibern quatschen oder sich Innovationen genauer anschauen. Damit es übersichtlicher wird, arbeite ich meine Impressionen erneut in zwei Teilen ab.

Eine lange Schlange vor dem Haupteingang. Das mag jeder Messeveranstalter!

First Step!

Die meisten aus meinem Umfeld meiden die Custom Bike Show mit dem Hinweis darauf, dass die Show einfach zu kommerziell sei. Nun, es ist eine kommerzielle Messe und die Zeiten, in den man das Thema Customizing in einer Garage präsentierte, sind längst vorbei. Dort liegen die Wurzeln, aber wir leben im Jahr 2018 und jede Messe muss sich den Marktgegebenheiten anpassen. Trotzdem schafft es die Custom Bike Show immer wieder, den Fokus klar auf die Präsentation der Bikes zu lenken, obwohl ich eine Oldschool-Custom-Area sehr begrüßen wurde.

Flächenmäßig etwas abgespeckt präsentieren sich die Bikes wie ein Fächer nach dem Entree!

Was die Ausgestaltung der Stände anbelangt, so präsentierten sich erneut viele davon kreativ und einladend. Es reicht einfach nicht ehr aus, einen Pavillon plus einen Klappaufsteller mehr oder weniger lieblos hinzustellen und auf hohe Umsätze zu hoffen. Der Besucher erwartet Show und die muss sich auch in den Präsentationen der Händler wieder spiegeln. Bei Bikes, die mal ganz locker über 50.000 Euro kosten, ist das heute an sich Standard. Klar gibt es Ausnahmen, aber unter dem Strich bietet die Custom Bike Show diesbezüglich einen hohen Level.

Preise Eintritt, Food & Drinks!

Ein Schnapper ist die Messe nicht. Das Tagesticket für 15 Euro oder das Weekend Ticket für 25 Euro hauen schon mächtig ins Kontor. Da liegt die Custom Bike Show im Messevergleich sicherlich im oberen Bereich. Ähnlich teuer stellen sich die Preise für Getränke und Speisen dar, wobei ein Eibrötchen für 3,20 Euro im Messerestaurant m. E. echt schon eine Frechheit ist. Hier wird das Monopol recht gnadenlos ausgenutzt, was aus Sicht der Messe absurder weise sogar Sinn macht, denn hochwertige Bikes und Produkte aus dem After Market kaufen nun einmal nicht die Leute, die jeden Cent umdrehen müssen. Trotzdem, hier ist das Ende der Fahnenstange echt voll erreicht.

Der Huber Verlag war an seinem Stand recht clever. Der Kaffee ging mit Becher und Logo für 2,50 Euro raus. Es würde mich aber nicht wundern, wenn etliche, so wie ich, den Becher einfach stehen ließen. Ok, unser Problem, aber ein Zusatzgeschäft für den Stand, denn die Teile muss man nur einsammeln und waschen und stehen 2019 sicherlich wieder auf dem Tresen. Gute Idee, das eigene Marketing und Umsatz zu verbinden. In Sachen Promotion sind die Leute aus Mannheim ohnehin bestens aufgestellt.

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Preise für das Messeangebot!

An einigen Ständen konnte man echte Schnäppchen machen. Ich war recht froh, dass ich dieses Jahr ohne meine Lady am Start war, denn mit ihr hätte der Besuch sicherlich um einiges länger gedauert. Gerade im Segment Leder und Textilien hingen da echt knuffige Teile zu einem absolut moderaten Preis. Wer also ein wenig Kohle eingesteckt hatte, konnte hier den Eintrittspreis recht gut kompensieren. Was den After Market anbelangt, so lockten oftmals die üblichen Messerabatte, die man aber sicherlich im Nachgang der Messe auch erzielen würde.

Individueller Lenkerbau gefällig? An den Händler gehe ich mal ran!

Ambiente!

Da habe ich nichts zu meckern. Die Messe präsentiert sich jedes Jahr logistisch auf einem Top Niveau. Das haben die Veranstalter voll im Griff. In diesem Jahr wurde einige Änderungen im Aufbau vorgenommen, die sich positiv auswirkten. Es wirkte auf mich am Freitag alles etwas übersichtlicher, wobei ich berücksichtige, dass ich vor dem großen Run unterwegs war. Bereits beim Entree erwarten den Besucher mehrere Show-Flächen mit Bikes, die in diesem Jahr aber sehr gut gefächert wurden. Etwas kleiner in Punkto Größe, aber dadurch übersichtlicher.

Absoluter Hingucker war dieses Bike mit Flugzeugmotor!

Fazit Teil 1?

Die Custom Bike Show ist kein Schnapper. Doch diesen Eindruck soll sie auch gar nicht vermitteln. Es geht um hochwertige Bikes und hochwertige Produkte und jene wurden von den Händlern in teilweise bestmöglicher Form und mit viel Kreativität präsentiert. Morgens steigen wir mal in die Hall of Fame ein und dann gibbet weitaus mehr Bikes zum Anschauen! Ich will jetzt nämlich auf die Couch!

Autor: Lars Petersen

Über 30 Jahre Erfahrung als Vertriebsmann. Davon 9 Jahre Anzeigenleiter bei der Borgmeier Media Gruppe GmbH in Delmenhorst. Ü50, Vater, Musiker ( Singer ) und MC-Mitlglied. Karre. 99er Harley Davidson Road King KM pro Jahr? Das reicht schon! Mein Credo? Geht nicht, gibt es nicht!! Machen, nicht labern! Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass er seine Tätigkeit mit der höchst möglichen Neutralität und Objektivität ausführt und die Inhalte im Online-Magazin nur von ihm entschieden wird. Besonderes: Veranstalter von Bikes, Music & More Vol.1 bis 5. - Das Biker-Festival in Delmenhorst sowie der Biker Meile im Rahmen des Delmenhorster Autofrühlings.