Fahrverbote: Demo und nochmals Demo!

Aber reicht das?

Um es gleich vorweg zu nehmen. Ich befürworte jede Motorraddemo und je mehr an den Start kommen, desto besser ist es. Die Leute da draußen müssen mitbekommen, dass es der Motorradszene ernst ist. Um es aber ebenfalls vorweg zu nehmen, das wird nicht reichen!

Warum?

Nun, was in den meisten Fällen fehlt ist 1. eine gemeinsame Basis 2. die Nachbearbeitung der Demos 3. die Substanz in den Gruppen 4. Durchaltewillen. Bröseln wir das mal auf.

Demos sind wichtig. Aber sie alleine werden nichts bewirken. Am 19. Juni steigt Vechta wieder ein!

Nahezu alle Motorradfahrer sind gegen die Forderung nach temporären Fahrverboten. Da ist man sich einig. Absolut uneinig ist man sich in der Argumentation. Wen wundert es, auch Motorradfahrer haben je nach Ausrichtung eine persönliche Sichtweise und die differiert zum Teil erheblich. Und schon geht das Gezecke los. Man verliert sich im Detail und am Ende hat man das Gefühl, man hat die Seite gewechselt.

Es reicht nicht mehr einfach nur anti zu sein, der Protest ist davon geprägt, dass man in der eigenen Base den schwarzen Peter verteilt und das er möglichst intellektuell geführt wird. Nun, ich mache mir das einfacher. Wer sämtliche Motorradfahrer mit einem Verbot belegt, um eine Minderheit zu erfassen, also die gesamte Gruppe in Kollektivhaft nimmt, handelt nach meinem Rechtsempfinden hochgradig verfassungswirdrig. Das reicht mir schon, denn alles was da noch eine Rolle spielt, kann die Grundfeststellung nicht attackieren. Und da selbst die Befürworter von einer Minderheit sprechen, fühle ich mich in dieser Position pudelwohl. Ich muss da niemanden mehr an den Pranger stellen. Das überlasse ich den Behörden!

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Weiter! In den Vereinen und Gruppen gibt es Leute, die haben sich in Punkto Inhaltliches echt was draufgesattelt. Aber sie können es nicht verkaufen. Jeder Scheiß wird kommentiert, alles wird eingestellt, oftmals unreflektiert und damit kontraproduktiv. Denn regelmäßig kommt es zu Kontroversen in der eigenen Base und spaltet die ohnehin instabile Gemeinschaft. Warum macht ihr das? An sich spielt ihr nur der Gegenseite in die Hände.

Statt sich auf die Kernpunkte zu beschränken und die Positionen der Befürworter mal konkret zu beleuchten, sucht man stetig nach der eigenen Ligitimation. Kürzlich wurde eine Messgerät, angeblich von Silent Rider betreiben, unter die Lupe genommen und festgestellt, dass dieses vermeintlich so kalibriert ist, dass es in erster LInie Motorradfahrer als zu laut erfasst. Jo, das ist doch mal ein Ansatz. Fehlt nur noch der unverrückbare Beweis, um mit ihm dann aus allen Rohren gegen den Betreiber zu schießen! Das geht nämlich total zu Lasten deren Glaubwürdigkeit.

Es geht doch nicht darum, dass jeden Tag in den Gruppen etwas eingestellt werden muss, um die Leute bei Laune zu halten. Ihr seid nicht der Reuters Nachrichtendienst. Es geht darum, dass man die eigenen Base hinter sich vereinigt. Was will die Gegenseite? Können sie das Geforderte valide belegen? Wo sind die Schwachpunkte in deren Argumentation? Wo können wir ansetzen, um deren Position zu attackieren? Warum wurde die Drucksache 125/20 so nebulös gehalten? Was ist das große Ganze hinter der Drucksache? Wer profitiert alles von einem Fahrverbot?

Autor: Lars Petersen

Über 30 Jahre Erfahrung als Vertriebsmann. Davon 9 Jahre Anzeigenleiter bei der Borgmeier Media Gruppe GmbH in Delmenhorst. Ü50, Vater, Musiker ( Singer ) und MC-Mitglied. Karre? 99er Harley Davidson Road King KM pro Jahr? Das reicht schon! Mein Credo? Geht nicht, gibt es nicht!! Machen, nicht labern! Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass er seine Tätigkeit mit der höchst möglichen Neutralität und Objektivität ausführt und die Inhalte im Online-Magazin nur von ihm entschieden wird. Besonderes: Veranstalter von Bikes, Music & More Vol.1 bis 5. - Das Biker-Festival in Delmenhorst sowie der Biker Meile im Rahmen des Delmenhorster Autofrühlings.