Fahrverbote: Es hakt gewaltig!

Persönliche Meinung!

Kaum ist die Motorradsaison 2020 vorbei, so bekommt man unweigerlich das Gefühl, dass es an der Front gegen die Drucksache 125/20 und das darin inkludierte Fahrverbot mächtig ruhig geworden ist. Ok, einerseits spielt der Covid-19-Faktor sicherlich eine lähmende Rolle, anderseits scheint es großen Teilen der Motorradszene tatsächlich an einem langen Atem zu fehlen. Tja, der lange bürokratische Weg ermüdet halt zusätzlich. Doch gerade jetzt ist an sich die Zeit, um sich für 2021 mit Argumenten und klugen Aktionsideen zu wadmen.

Auch in Bezug auf den Biker Talk 2021 ist eine spärbare Zurückhaltung festzustellen. Von den Unterzeichnern des Positionspapieres, welches in den Gruppen der beteiligten Communitys mit überwältigender Mehrheit angenommen wurde, gab es nur eine Interessenbekundung für eine aktive Teilnahme in der Talkrunde. Für den Rest galt absolutes Schweigen. Für mich kaum nachvollziehbar, denn das Format bietet eine hervorragende Möglichkeit seine eigene Position darzustellen und sich im Meer der Protestgruppen abzuheben.

Die Zurückhaltung gilt jedoch nicht für alle Protestinitiativen. Einige haben sich inhaltlich recht gut entwickelt, machen ihr eigenes Ding und ziehen das beharrlich durch. Möglich, dass deren Position nicht von der Mehrheit geteilt wird, aber sie sind aktiv und setzen Impulse, so zum Beispiel der Moto e.v.. Das hat die Motorradszene mit den vielen Motorraddemos auch getan, unverkennbar und nachhaltig, Doch genau jetzt zeigt sich, woran es der Szene fehlt. Es gibt viele Indianer, aber zu wenige Häuptlinge, also Leute, die das Heft in die Hand nehmen und sich in die Sachebene einarbeiten.

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Hier zeigt sich, dass der Biker an sich keinen Bock auf politische Inhalte hat. Doch genau in diesem Bereich findet letztlich das Ringen um Positionen und Argumente statt. Wie soll das jetzt weiterfegehen? Packen wir in 2021 wieder das Instrument der Demo aus und fahren an jedem Wochenende um die Häuser, beseelt von dem Gedanken, dass man sich ja aktiv beteiligt hat. Nun, das hoffe ich, aber der realistische Blick auf die bisherigen Ergebnisse lässt erahnen, dass man damit die Poltik nicht beeinflussen wird, jedenfalls nicht alleinig mit diesem Instrument.

Wir brauchen m. E. unbedingt einen Rechtsfonds, mit dem man aktiv mit Fachanwälten gegen Streckensperrungen vorgeht. Bisher war da nur der BVDM e.V. aktiv und teilweise erfolgreich, der Moto e.V. will dem Beispiel folgen. Da muss aber weitaus mehr passieren. Mir ist natürlich klar, dass sich jeder die Frage stellt, warum er sich mit einem 50ziger an dem Fonds beteiligt, wenn er selber von einer Streckensperrung nicht betroffen ist. Hinzu kommt die Frage danach, ob der Initiator überhaupt das eigenen Vertrauen genießt. Ein großes Dilemma. Die viel beschorene Einigkeit ist derzeit jedenfalls kaum erkennbar, daher wird dieses Ansinnen schwer durchsetzbar sein.

Die Motorraddemos haben bisher anscheinend kaum beeindruckt. Die Kommunen sind weiter sehr aktiv.

Doch was haben wir real für andere Möglichkeiten? Keine, außer konsequent die Sachebene zu beackern, flankiert von Klagen gegen Streckensperrungen. Je mehr Klagen erfolgeich geführt werden, desto mehr wird sich jede Kommunue genau überlegen, ob sie mal eben so eine Verordnung erlässt. Davon gehe ich jedenfalls aus, und die aktuelle Situation um die Restriktionen wegen der Covid-19-Pandemie belegen, dass die Gerichte das politische Agieren durchaus beeinflussen.

Ich bin gespannt, wo und wie das alles endet. Derzeit befürchte ich im Nirvana. Auch die Biker sind müde und ausgelaucht. Letztlich müssen wir wohl erkennen, dass wir mit dieser Art von Kampf nicht so wirklich versiert umgehen. Es entspricht halt nicht unserem Lifestyle. Statt in den Sitzungszimmern zu hocken und Matritzen an die Wand zu ballern, wollen wir halt einfach nur Karre fahren. Tja, alles nicht so einfach!

Hier der Link zur Vorstellung des Biker Talks: https://bikesmusicandmore.com/der-biker-talk-2021-auf-in-die-naechste-runde/

Autor: Lars Petersen

Über 30 Jahre Erfahrung als Vertriebsmann. Davon 9 Jahre Anzeigenleiter bei der Borgmeier Media Gruppe GmbH in Delmenhorst. Ü50, Vater, Musiker ( Singer ) und MC-Mitglied. Karre? 99er Harley Davidson Road King KM pro Jahr? Das reicht schon! Mein Credo? Geht nicht, gibt es nicht!! Machen, nicht labern! Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass er seine Tätigkeit mit der höchst möglichen Neutralität und Objektivität ausführt und die Inhalte im Online-Magazin nur von ihm entschieden wird. Besonderes: Veranstalter von Bikes, Music & More Vol.1 bis 5. - Das Biker-Festival in Delmenhorst sowie der Biker Meile im Rahmen des Delmenhorster Autofrühlings.