Jamboree Nachlese: Die Kontrollen!

Persönlicher Kommentar!

Das die Brandenburger Polizei das Motorcycle Jamboree nutzt, um vor Ort Kontrollen an den Bikes vorzunehmen, ist an sich bekannt. Mal geschieht es passiver, mal dynamischer. In diesem Jahr wollte man es m. E. genauer wissen. Im Vorfeld über die Presse als eher präventive Aktion mit Informationscharakter angekündigt, wurde schlussendlich ein Besteck aufgefahren, dass recht klar darauf hindeutet, doch eher eine möglichst hohe Anzahl an Beanstandungen feststellen zu können.

Nun, das ist der Job der Polizei. Sie kontrolliert eben. Nun stellt sich aber die Frage, warum man teilweise so rigide vorgeht, dass Fahrzeuge mit bestimmten Kats in Auspuffanlagen stillgelegt werden, obwohl klar ist, dass die Eigentümer nichts von Zulassung-technischen Versäumnissen des Herstellers, in diesem Fall Produkte der Firma Thor Kat, wissen kann. Da ich eine Vince & Hines-Anlage verbaut habe, oftmals genau mit diesen Kats versehen, hätte ich da auch wie der Ochse vor dem Scheunentor gestanden.

Statt Stilllegung hätte eine Mängelkarte völlig gereicht. Weiterfahrt zum Jamboree und nur nach Hause genehmigen und eine Woche später die Vorführung mit zulässiger Anlage. Stattdessen Kosten aufgrund der Stilllegung und totaler Nerv, da plötzlich immobil.

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Auch die Anwesenheit einer kompletten Kradstaffel, die immer wieder neue mobile Kontrollen durchführte, was taktisch nachvollziehbar ist, spricht letztlich doch eher dafür, dass man es schon darauf abgesehen hatte, möglichst viele Biker zu kontrollieren, gelinde gesagt, eine hohe Ausbeute zu machen. Es gab zwar Infoblätter, aber unter dem Strich stand der Aspekt der Prävention doch klar im Hintergrund.

Zur Prävention gehört für mich das persönliche Gespräch und eine direkte Aufklärung. Infoblätter sind da eher als Symbolik anzusehen. Denn ein Betroffener wird wohl kaum nach der Ansage eines Bußgeldverfahrens oder Stilllegung seines Bikes in der Stimmung sein, sich dann noch derartige Infoblätter durchzulesen. Die Polizei macht es sich da viel zu einfach. Nun kann man ja durchaus die Meinung vertreten, dass die Biker selber schuld sind.,sollen sie doch bitte alles so gestalten, dass es keine Beanstandungen geben kann. Sorry, dafür ist der Bereich aber viel zu komplex., wie das Beispiel mit dem Kat belegt.

Bestimmte Verstöße sind sicherlich als klare bewusste Handlung anzusehen, aber oftmals ist es eben auch der gedankliche Irrtum, wenn ein Biker aufgrund der Aussagen von Händlern, Werkstätten und/oder dem TÜV davon ausgeht, es sei alles ok an seinem Bike. Und wenn dann Bikes stillgelegt werden, weil zum Beispiel Hersteller ihren Verpflichtungen nicht nachkommen, dann kann man es keinem Biker verübeln, wenn ihm der Präventionsgedanke am Arsch vorbei geht, da er trotz Alternativen die Suppe vor Ort auslöffeln muss. Und genau an dieser Stelle hätte die Polizei mit einem kulanteren Handeln punkten können, ohne auf ein Bußgeldverfahren zu verzichten. .

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Als man vor einigen Jahren meine damalige Evo raus zog und ich fast zwei Stunden in der Kontrolle stand, war das ja auch möglich. Trotz eines Strafverfahrens wegen dem Neigungswinkel meines Kennzeichens und einer viel zu lauten Brülltüte, beließ man es bei einer Mängelkarte und gab mir sogar ein Schreiben mit, dass ich bereits kontrolliert wurde, damit mir die Prozedur nicht noch einmal passiert. Das sprach sich durchaus positiv herum, auch wenn die Kontrolle selber absolut nervig war und Kohle kostete. Ich kam mir aber nicht vor wie ein Depp!

Die Biker haben durchaus ein feines Gespür dafür, wo die Prioritäten der Kontrollen liegen. Was das Motorcycle Jamboree 2019 anbelangt, so war die Anwesenheit der Kräfte aus verschiedenen Bundesländern plus einer kompletten Kradstaffel plus X kaum ein Beleg dafür, dass diese Aktion ausbalanciert ablaufen sollte. Wir werden uns in Zukunft darauf einstellen müssen, dass da so einiges auf die Szene zukommt. Nur meine Meinung!

Autor: Lars Petersen

Über 30 Jahre Erfahrung als Vertriebsmann. Davon 9 Jahre Anzeigenleiter bei der Borgmeier Media Gruppe GmbH in Delmenhorst. Ü50, Vater, Musiker ( Singer ) und MC-Mitlglied. Karre. 99er Harley Davidson Road King KM pro Jahr? Das reicht schon! Mein Credo? Geht nicht, gibt es nicht!! Machen, nicht labern! Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass er seine Tätigkeit mit der höchst möglichen Neutralität und Objektivität ausführt und die Inhalte im Online-Magazin nur von ihm entschieden wird. Besonderes: Veranstalter von Bikes, Music & More Vol.1 bis 5. - Das Biker-Festival in Delmenhorst sowie der Biker Meile im Rahmen des Delmenhorster Autofrühlings.