Saison: Das Fahren im Konvoi!

Ein ewiger Reibunspunkt!

Auf einer Page im Fratzenbuch entbrannte vor einiger Zeit eine kontroverse Diskussion, da sich dort ein Motorradfahrer darüber beschwerte, dass er ein Pack von 20 Bikes nicht überholen konnte, da die Teilnehmer dicht an dicht und in Zweierreihen fuhren und den Motorradfahrer nicht in das Pack reinfahren lassen wollten. Er warf auf der Page daher die Frage auf, ob man das Fahren in Gruppen generell anmeldepflichtig machen sollte.

Meine Sicht der Dinge!

MC’s und MF’s fahren generell im Pack und selten versetzt. Und das ist genau richtig so. Denn für mich ist es enorm wichtig, dass ich den Mann neben mir im Auge habe. Kommt es zu einem Defekt oder einem Unfall, möchte ich nicht erst 500 Meter weiter vorne feststellen, dass einer meiner Brüder liegen geblieben ist oder auf der Straße liegt. Ich möchte ihm so schnell wie möglich helfen bzw. Support leisten können und ihn absichern. Das ist eine emotionale Note, die natürlich in Punkto Abstand mit der StVO kollidiert. So what! Punkt!

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Das mag für den einen oder anderen Motorradfahrer durchaus nervig sein, insbesondere bei Konvois mit deutlich mehr als 20 Teilnehmern, aber so sind die Rules und darüber wird bei Clubs auch nicht diskutiert. Und mal ganz ehrlich, wie oft sieht man in der Saison außerhalb von Autobahnen größere Gruppen? Wohl eher selten. Von daher sollte so eine Situation für das Lebenszeitkonto an sich kein Problem sein. Geübte Biker fahren an einem Pack mit 20 Fahrern ohnehin ganz easy vorbei.

Das Einfahren in den Konvoi ist alleine schon deshalb nicht erwünscht, weil das Fahren dicht an dicht Übung und Vertrauen erfordert. Ich kann mich noch an meine erste Tour erinnern, als ich selber feststellte, dass die Männer äußerst komprimiert fahren. Klar war ich nervös und drückte mir selber die Daumen, dass ich meinem Vordermann nicht auf den Fender fahre. Irgendwann geht das in Fleisch und Blut über. Zudem gibt es auch hier ein emotionale Note. “Du bist nicht mein Clubbruder, also hast du im Pack nichts verloren!”

Das Fahren im Konvoi war schon immer ein Reibungspunkt. Doch ist es auch in der Saison eher die Ausnahme. Von daher ist der Ruf nach einer Anmeldpflicht m. E. ein Witz!

Selbst die Rennleitung favorisiert bei größeren Gruppen das Fahren nebeneinander. Erstens ist dieses einspurigen Fahrzeugen erlaubt und zweitens reduziert es die Länge des Konvois. Bei Bikes, Music & More Vol. 2 waren 600 Bikes bei der Ausfahrt dabei. Imposant, aber das Ding hatte ein Länge von zig Kilometern, weil die Teilnehmer sehr große Lücken ließen. Für die Roadblocker war es somit eine Husarenaufgabe, das noch zu handeln. Am Ende waren sie am meisten gefährdet.

Das Blocken ist ja ohnehin immer ein Thema für sich. Klar, wenn ein Biker dem Autofahrer in seiner Grünphase die Weiterfahrt versperrt, weil das Pack gerade die Kreuzung überquert, fühlen die sich in ihrem Recht tangiert und reagieren teilweise verärgert, aber unter dem Strich ergeben sich mehr Probleme, wenn das Pack auseinander gerissen wird. Zudem sollten andere Verkehrsteilnehmer sich mal an die eigene Nase fassen und überdenken, wieviele Verkehsverstöße sie denn so in nur einem Monat begehen.

Auf Autobahnen sieht man es gelegentlich, dass bei großen Kovois die hinteren Fahrer für den Überholvorgang des Packs die linke Spur als erstes dicht machen. Autofahrer kotzen darauf richtig ab. Der Grund ist jedoch ganz simpel. Stellt euch nur mal vor, da fahren 200 Bikes im Konvoi und ein Autofahrer gerät dazwischen. Die werden so ultra nervös, dass sich zwangsläufig das Unfallrisiko drastisch erhöht. Und wenn das passiert, liegen da gleich mehrere auf der Straße. Deshalb machen wir grundsätzlich hinten dicht, damit das Pack gesschlossen rüber fahren kann. Safety first!