Erkheim stand lange Zeit auf der Kippe. Die von der Genehmigungsbehörde in Mindelheim verhängten Auflagen waren derart heftig, dass eine hohe vierstellige Summe erforderlich gewesen wäre, um die Voraussetzungen zur Durchführung zu erfüllen. Das war der Grund, warum ich Erkeim erst sehr spät in das Marketing einbauen konnte. Erst die Intervention des ersten Bürgermeisters von Erkheim, machte die Durchführung möglich.
Nach dem aus meiner Sicht doch recht mäßigen Start in Ganderkesee, das spiegelt sich bereits im Spendenvolumen im Vergleich zu Erkheim klar wieder, wurde ich an meinem Endziel mit offenen Armen aufgenommen. Beim letzten Stopp in Ingelheim-West, rollten plötzlich locker 40 Bikes an, um mich nach Erkheim zu geleiten. Da hatte Hannes sicher seine Finger im Spiel. Aufgrund eines Staus auf der BAB, nahmen wir im geschlossenen Pack die Route über die Dörfer. Für mich war das am Ende der Tour echt ambitioniert, denn in den Dörfern befinden sich zum Teil heftige Kehren, die erst einmal gemeistert werden mussten. Mit einem nicht eingefahrenen Bike nicht immer so ganz easy.
Erkheim rockt!
In Erkheim wurden wir von Dutzenden Bürgern vor dem Sportgelände empfangen. Aufgrund der Auflagen mussten die Bikes alle außerhalb des Sportplatzes parken, nur Hannes und ich fuhren auf das Gelände der Eisstockschützen rauf. Trotz der Hitze war dieses sehr gut gefüllt, wobei die Gäste den Schatten in dem locker 30 x 10 Meter großen Zelt suchten oder gegenüberliegend unter den Dachvorsprüngen.
Der erste Bürgermeister von Erkheim begrüßte uns und bedankte sich für das Engagement. In Erkheim gab es noch nie ein Charityevent, zwei Rocker haben insofern mit dem FCCR die erste Duftmarke gesetzt. Die Bürger waren total aufgeschlossen. Im Laufe des Tages bedankten sich zirka 50 von ihnen bei mir für die Intention des FCCR und wünschten mir eine sichere Heimreise. Tja, so ist das Allgäu, wobei Erkheim diesbezüglich schon besonders ist.
Stephan Bartzack vom Förderkreis krebskranker Kinder im Allgäu e.V. stellte den Verein umfassend vor. Das tat er locker, aber hochambitioniert. Ohnehin fiel mir auf, dass er als erster Vorsitzender immer wieder das Gespräch mit mir und Hannes suchte. Er war nicht nur froh über die hohe Spendenbereitschaft, nein, auch die Sichtbarkeit des Vereins in die Bikerszene hinein, wertete er als besonders positiv, da man selbst keinen Zugriff auf unsere Szene hat. Am Abend ging er davon aus, dass der FCCR für den Verein das höchste Spendenvolumen an einem Infostand aus einer privaten Initiative heraus erbringen könnte. In Kürze gebe ich das Gesamtergebnis an Barspenden inklusive der Bestellungen von Merch bekannt. Da ich einige Zahlen bereits kenne, gehe ich von 5stellig aus.
Der große Unterschied zu Ganderkesee war die lange Verweildauer auf dem Platz. Bemerkenswert, denn zirka 80 % der Besucher waren die Bürger aus Erkheim und den angrenzenden Dörfern, viele im Bereich Ü60. Die hatten natürlich alle Durst. Hannes sagte mir am Montag, dass an dem Tag alleine 30 Fässer Bier leergetrunken wurden. 30! Neben zwei Footrucks und einem Getränkewagen gab es auch einen großen Stand mit Kaffee und Kuchen. Wow, was für ein Angebot, und alles selbstgebacken. Clever die Idee, Becher und Flaschen mit einem Pfand zu belegen.
- Der erste Bürgermeister begrüßt den FCCR!
- Stephan stellt den Förderkreis vor.
Live!
Andrew James überraschte Hannes und mich mit seinem Besuch. Er hat den Song „Unzerbrechlich“ mit dem Text einer krebskranken Mutter eingesungen. Da er in der Nähe war, bog er kurzentschlossen ab und gab ein kurzes Konzert. Eine coole Geste. Ich war ziemlich baff, als ich ihn auf dem Gelände erblickte. Top!
Hannes!
Hannes hat in Erkheim alles gegeben. Er war omnipräsent und musste sogar die Leinwände aus dem Merchbereich vielfach unterschreiben. Da holte er mich direkt mit ins Boot. Peinlich war mir das nicht, aber an sich stehe ich nicht auf so etwas, doch an diesem Tag passte es einfach total zu der Intention des FCCR. Fakt ist, ich habe in Erkheim einen sehr emotionalen Tag erlebt und bin froh, dass Hannes den mehr als verdienten Lohn für seine immensen Anstrengungen erhielt. Das gilt auch für seine Frau Sophia, die den FCCR vollends untersütze und Hannes eine große Stütze war. Es passte sowas von ins Bild, dass beide nach dem hoch anstrengenden Tag bereits morgens wieder auf der Matte standen und Bierzeltgarnituren aufluden!
Fazit!
Erkheim hat trotz heftiger Konkurrenzveranstaltungen in der Region voll abgeliefert und mir emotional so viel Input gegeben, dass ich auf der Rückreise mehrfach ein fettes Grinsen in den Backen hatte. Dennoch sind sich Hannes und ich einig, dass wir den FCCR nicht wiederholen werden. Fakt ist: Neben meinen Clubbrüdern und anderen mir bekannten Sezengängern gibt es mit Hannes nun einen Grund mehr, dass Allgäu anzufahren. Auf sicher! Danke Erkheim für alles!
Spendenergebnis?
Die Summe der Vor-Ort-Spenden an die beiden Spendenprofiteure liegen mir bereits schriftlich vor. Nun fehlen aber noch die Zahlen der externen Partner in Sachen Food & Drinks. Hier muss der Gewinn genau berechnet werden, da dieser zu 100 % an den Förderkreis krebskranker Kinder im Allgäu e.V. geht. Sobald diese vorliegen, komme ich durch. Zirka vier Wochen später kommt dann das Gesamtergebnis inklusive der Onlinespenden.
Impressionen!















