Hamburg Harley Days: Geht es weiter?

Man muss die Hamburg Harley Days 2026 gar nicht besucht haben, um zu wissen, dass die diesjährige Ausgabe aus Sicht der Szene wohl eher in der Kategorie Flop zu verorten ist. Ein Blick in die verschiedenen Foren reicht völlig. Das Meinungsbilld ist ziemlich klar: Zu wenig Angebot, kaum Bikes, eine teilweise verwaiste Reeperbahn, massive Kontrollen der Rennleitung, heißes Wetter, usw.

Der Veranstalter trägt ganz sicher für viele Aspekte keine Verantwortung, da er auf diese keinen oder nur wenig Einfluss ausüben kann. Dennoch: Die Hamburg Harley Days stehen bereits seit Jahren in der Kritik und es stellt sich die Frage, ob es noch Sinn macht, diese Veranstaltung an der Elbe durchzuführen.

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Geht es weiter?

Nun, das hängt ja ganz wesentlich vom Veranstalter ab. Da niemand aus reinem Idealismus ein derartiges Großevent wuppt, würde es aber keinesfalls überraschen, wenn man die Reißleine zieht, denn seit geraumer Zeit stehen die Hamburg Harley Days im Fokus politischer Kräfte, die das Event nicht mehr wollen..

Insbesondere aus dem linken Spektrum kommen aus jeder Richtung jedes Jahr Seitenhiebe, die ganz sicher das politische und auch polizeiliche Handeln bestimmen. Das allerdings würde sich m. E. auch bei einer anderen politischen Führung in der Hansestadt nicht ändern, da die Gräben tief liegen und manche Entscheidungen sicherlich nicht mehr zurückgenomen werden. Die jahrelangen Diskussionen konditionieren alle Amtsträger. Insofern ist es nicht vorstellbar, dass man selbst unter günstigsten Voraussetzungen eine Kehrtwende einleitet.

Das gepaart mit den enormen Kostensteigerungen, die sich in allen Bereichen massiv niederschlagen, führt letztlich dazu, dass selbst sehr bekannte Händler aus dem Aftermarket sich das Event nicht mehr leisten können oder wollen und daher nicht teilnehmen. In diesem Jahr war Man of Mayhem als Premiummarke mit seiner großen Area wohl die absolute Ausnahme. So interpretiere ich die Kommentare und Videos im Netz.

Dazu gesellt sich die Tatsache, dass die Hamburg Harley Days noch nie ein Event für Sparfüchse waren. Wer daran teilnimmt und wirklich Fun haben will, muss ordentlich Kohle in der Tasche haben. 200 Euro sind da am Freitag und/oder Samstag nichts. Ergo gibt es eine Erwartungshaltung, die natürlich absehbar ist.

Wenn ich alles in einem Topf werfe, würde es mich kaum wundern, wenn der Veranstalter sich das alles nicht mehr geben will und einen Cut setzt. Dennoch glaube ich, dass es auch in Zukunft die Hamburg Harley Days geben wird. Das sagt mir jedenfalls meine innere Stimme.

Dazu bedarf es aber sicherlich konzeptioneller Änderungen sowie die Bereitschaft der Stadt Hamburg nicht mehr in das obere Fach zu greifen, wenn es um Auflagen und Kontrollen geht, die nicht alternativlos sind. Damit meine ich natürlich keine sicherheitsrelevanten Aspekte.

Ich denke daher eher an die Geländemiete, die Art und Weise des Auftretens der Polizei, aber auch an die Standmieten, damit die Händler nicht jedes Jahr Besucherrekorde brauchen, um eine wirtschaftlich positive Bilanz zu ziehen, sofern sie die Standkosten nicht als reines Investment in die Marke sehen. Letztlich möchte doch jeder Händler ein Plus erzielen.

Ich habe mir mal einen Kopf gemacht, wie man den Besuch der Hamburg Harley Days als Gast oder Händler ggf. etwas attraktiver gestalten könnte. Das sind aber nur Ansätze.

Meine Vorschläge?

1. Ein Early-Bird-Ticket und die Möglichkeit, den Freitag und Samstag als Double etwas günstiger zu ordern. (Auf der Homepage habe ich dazu nichts entdeckt)

2. Ein Onlinemagazin, in dem sich die eingebuchten Händlern mit einer kostenlosen redaktionellen PR-Anzeige im Vorfeld solide vorstellen können und der Veranstalter die einzelen Aspekte umfassender als in den Socials präsentieren kann. Mehrwert für die Händler und die Besucher. (Das ist durchaus auch als Printausgabe vorstellbar, kann im Vorfeld in  der Region verteilt und den Besuchern im Eingangsbereich angeboten werden).

3. Händler, die frühzeitig buchen, erhalten einen Nachlass. Lockt ggf. neue Player an und sorgt frühzeitig für Cash zur Refinanzierung

4. Falls es das noch nicht gibt: Eine Kooperation mit dem Hotelgewerbe. Wer sich frühzeitig im Kontext Hamburg Harley Days einbucht, spart etwas Kohle bei den Übernachtungskosten. Beleg ist das Ticket.

5. Eine Öffnung hin zu anderen Motorradherstellern sollte überdacht werden. Vertragshändler Börjes in Augustfehn hat das vom Start weg getan und es funktioniert bestens, da sowohl der Frühlings- als auch der Herbstmarkt die ganze Breite der Szene anspricht. Da Harley dazu einlädt, bleibt es natürlich bei dem Namen.

Gibt sicherlich noch andere Ansätze, aber spontan soll es das erstmal sein.

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Fazit!

Ganz sicher gibt es im Netz Kommentare, die unreflektiert sind, aber in Summe ist das Meinungsbild doch wohl klar und wird vielfach sachlich dargestellt. Es ist auch in Bezug auf die konzeptionelle Ausrichtung irrelevant, ob man selbst in diesem Jahr dort war oder nicht, da die Kommentare durchaus einen Rückschluss darauf zulassen, warum viele Besucher grundsätzlich nicht mehr die Hamburg Harley Days anfahren oder noch nie dort waren.

Video aus dem Netz!

Kontakt: https://www.facebook.com/HamburgHarleyDays

 

Autor: Lars Petersen

Mitglied im DPV Deutscher Presseverband - Verband für Journalisten e.V. Über 30 Jahre Erfahrung als Vertriebsmann, davon 9 Jahre Anzeigenleiter bei der Borgmeier Media Gruppe GmbH in Delmenhorst. Steckenpferd? Texten. Zur Person? Vater und MC-Mitglied (1%er). Karre? 99er Harley Davidson Road King. KM pro Jahr? Das reicht schon! Mein Credo? Geht nicht, gibt es nicht!! Machen, nicht labern! Der Autor weist ausdrücklich darauf hin, dass er seine Tätigkeit mit der höchst möglichen Neutralität und Objektivität ausführt und die Inhalte im Online-Magazin nur von ihm entschieden werden, sofern es sich nicht um bezahlte Aufträge handelt. Besonderes: U. a. Veranstalter von Bikes, Music & More Vol.1 bis 5. - Das Biker-Festival in Delmenhorst, Organisator der Biker Meile im Rahmen des Delmenhorster Autofrühlings sowie Produzent vom Motorcycle Jamboree Journal. Ausrichter vom Rocker Talk 1 und 3.