Das diesjährige Motorcycle Jamboree findet vom 16. bis zum 19. Juli erneut in Altes Lager bei Jüterbog auf einem ehemaligen NVA-Flugplatz statt. Um es zu promoten, könnte ich jetzt unzählige Aspekte aufzählen, die den Besuch mehr als lohnenswert erscheinen lassen. Line up, Feuerwerk, das Spiel der Farben, die einmalige Atmosphäre, was weiß ich.
Ich habe mir aber gedacht, ich versuche euch mal auf persönlicher Ebene zu verklickern, warum das Motorcycle Jamboree aus meiner Sicht ganz unabhängig von der Historie als durchaus legendär im Sinne von außergewöhnlich anzusehen ist. Hilfreich ist hier sicherlich ein Blick zurück auf meinen ersten Besuch des Events in 2005.
So fing es an!
Mit meinem Einstieg in die Szene in 2004 hörte ich erstmals etwas vom Motorcycle Jamboree, und das, was ich davon hörte, war derart positiv, dass ich vor meinem Erstbesuch in 2006 eine echte Vorfreude empfand. Damals sind wir zunächst auf die Mainstreet gefahren. Wow, das war bereits ein genialer Opener. Händler ohne Ende, die Mainstage, das riesige Areal, ich war völlig erschlagen, obwohl erst wenige Besucher vor Ort waren.
Das änderte sich schlagartig. Nach meinem Kassendienst zog es mich sofort in das große Partyzelt. Es war rappelvoll und mir fiel sofort auf, wie sich unzählige Member verschiedener Clubs freudig begrüßten, sich regelrecht herzten. Im Partyzelt herrschte eine gigantische Stimmung. Alle hatten Bock auf Party! Gepennt hatte ich in dieser Nacht jedenfalls kaum.
Am nächsten Tag bin ich früh auf Erkundungstour gegangen, und checkte zunächst das Angebot der Händler sowie der Foodanbieter. Wow, die Preise waren echt moderat, teilweise sehr günstig. Da hatte ich etwas anderes erwartet. Das alles spulte ich mit der Karre ab. Wo sonst kann man mit dem Ofen über die komplette Mainstreet cruisen. Dann kam der Sonnenuntergang. Auf der Mainstreet flanierten tausende Besucher, das Spiel der Farben war unfassbar. Das Coolste: Alle waren gut drauf.
Von den teilweise hochkarätigen Bands hatte ich nur am Rande etwas mitbekommen. Das war mir aber egal, denn ich sog sämtliche Impressionen wie ein Schwamm auf. Langeweile? Mitnichten, im Gegenteil: Am Samstag taten mir derart die Füße weh, dass ich es vorzog mit mir fremden Besuchern nur noch abzuhängen. Fakt ist: Wer nicht auf den Mund gefallen ist, kommt sofort in die Kontakte. Stell dich einfach an einen Getränkewagen, bestelle ein kaltes Bier, stelle dich kurz vor, und schwupps, ist man im Game.
Auf der Bühne spielten später Knorkator. Wer? Von der Berliner Band hatte ich ebenfalls noch nie etwas gehört. Okay, die Mucke war so gar nicht mein Fall, aber die Kombo um Frotmann Stumpen hatte das Publikum in kürzester Zeit im Griff und erntete für die teilweise schrille Performance frenetischen Applaus. Das Bild vor der Mainstage erzeugte jedenfalls echte Festival-Atmosphäre. In dieser ungezwungenen Form habe ich es danach nie wieder bei einem vergleichbaren Bikertreffen dieser Größenordnung erlebt.
Fazit!
Ja, das Motorcycle Jamboree ist außergewöhnlich und in seiner Form einmalig. Ein ganzer Club reißt sich den Arsch dafür auf, dass die Besucher eine gute Zeit haben. Keine gewerblichen Securitys, man kann fast auf dem gesamten Areal mit der Karre fahren, auf dem Campground hat man sofort Kontakt mit anderen Besuchern, es entstehen Freundschaften, die Händlerangebote sind fair und ganz unabhängig von dem Eventangebot selbst passieren derart viele Dinge, dass ich mir sicher bin, dass kein Premierengast nach der diesjährigen Nummer es anders empfinden wird, als ich in 2005!
Steigt über den Kontakt tiefer ein und holt euch das Ticket im Vorverkauf, egal ob ihr mit einem Eisen aus Milwaukee, einem Sportler, oder einem Boxxer unterwegs seid. Das Motorcycle Jamboree ist markenoffen und jeder ist willkommen. Wem es möglich ist, der sollte bereits am Donnerstag anreisen, um wirklich alles mitzunehmen.
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