Ohne gemeinsame Strategie ist alles nichts!
Ich habe in den letzten Jahren mehrere Motorraddemos besucht und teilweise auf ihnen auch eine Rede gehalten. Insbesondere nach dem Beschluss 125/20 vom Deutschen Bundesrat mit der Forderung nach einem temporären Fahrverbot für alle Motorradfahrer in manchen Regionen von April bis Oktober, spiegelte sich die Solidarität der Biker in teilweise enorm besuchten Demos wieder. Plötzlich wusste jeder, was eine Kollektivhaftung ist, die man bis dahin ja an sich nur in der Rockerszene kannte.
Von Anfang an habe ich aber auch die Meinung vertreten, dass die Motorraddemos selbst nur einen Impuls auslösen können. Sie dienen dazu den hohen Mobilitätsfaktor zu wecken sowie das Thema zu markieren, müssen aber nach der Demo mit einer klaren Strategie begleitet werden, um möglichst viele Biker bei der Stange zu halten. Eine solche Strategie habe ich bisher allerdings bei keinem Format entdeckt.
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Wenn man auf der politischen Ebene etwas erreichen will, muss man mit den Wölfen heulen, und es braucht eine Lobby, die wir nicht haben. Zudem fehlt es uns an Interessenvertretungen, die in der Breite der Szene anerkannt sind und als Sprachrohr der Masse dienen. Diese haben wir einfach nicht, egal wie gut die individuelle Arbeit von einzelnen Communitys auch sein möge. Was also ist zu tun?
Leute, ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass es aktuell Bestrebungen gibt, der Szene mit einer Keule zu kommen, die sogar das Tiroler Modell in Sachen Lärmschutz in den Schatten stellt. Ich sage nur 80 db! Die Befürworter wissen vermutlich, dass sich die maximale Forderung nicht erreichen lässt, denn 80 db im Stand wäre ja auch quasi ein faktisches Fahrverbot für fast alle Bikes in den sogenanten Lärmschutzregionen und wird betroffenen Kommunen und Gemeinden richtig Einnahmen wegnehmen. Aber die nach Verboten schreienden Jünger der Anti-Freiheits-Bewegung lassen nicht locker und wissen einflussreiche Organisationen an ihrer Seite, zum Beispiel die Deutsche Umwelthilfe.
Wir müssen uns auf jeden Fall erst einmal darüber einig werden, was wir wirklich wollen und was nicht. Das Ziel muss klar definiert sein. Klar kann man sich individuell verweigern, aber dann gibt es kein Gegengewicht, um seinen Unmut auf der Ebene zu äußern, auf der letztlich die Weichen gestellt werden. Am Ende kommt dann vermutlich eine Art Tiroler Modell und etliche Biker gucken in die Röhre, weil sie dann doch nicht das tun, wovon sie im Netz großmäulig sprechen, nämlich sich nicht vorschreiben zu lassen, was sie tun dürfen und was nicht.
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Fazit!
Ich werde weiterhin nahezu alle Motorraddemos medial untersützen, denn ich erachte die Demos für ein wichtiges Element. Aber ohne Strategie wird nichts anderes als in den letzten Jahren passieren: Man fährt zur Demo und danach verüpufft alles vorherige Geschrei im Nirvana des Netzes.
Link: https://www.motorcycles.news/laerm-plakette-motorraeder-80-db-forderung/
